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Irak: IS gräbt Verteidigungsgraben um Mossul

(Bildquelle: Reuters)

Die Terrormiliz Islamischer Staat verliert zumindest im Irak offenbar zunehmend an Boden und gräbt sich in ihrer wichtigsten Basis, Mossul, im wahrsten Sinne des Wortes ein. Derweil haben kurdische Peschmerga-Kämpfer eine wichtige Versorgungsroute des IS zwischen dem Nordirak und Syrien abgeschnitten.

Die Arbeiten zur Befestigung der nordirakischen Millionenstadt seien in vollem Gange, meldete die Nachrichtenseite „Shafaaq News“ unter Berufung auf Augenzeugen. So seien die Extremisten dabei, rund um die zweitgrößte Stadt des Irak einen Verteidigungsgraben zu ziehen. Zudem hätten sie alle Zementmauern, die bisher Gebäude schützten, an die Einfahrtsstraßen gebracht.

Die Extremisten hatten Mossul im vergangenen Juni überrannt. Die Stadt rund 400 Kilometer nördlich von Bagdad ist die wichtigste IS-Hochburg im Irak. Wegen ihrer Ölraffinerien ist sie von großer strategischer Bedeutung, sie ist zudem Verkehrsknotenpunkt und natürlich auch symbolisch wichtig. Laut „Shafaaq News“ gibt es zudem Hinweise darauf, dass sich IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi in Mossul aufhält.

Eine Schlacht um Mossul hätte also entscheidenden Charakter. Die irakische Armee bereitet sich derzeit auf eine Offensive vor, mit der sie die Stadt befreien will. Sollte der IS die Stadt verlieren, wäre das ein herber Rückschlag für die Extremisten. Das US-amerikanische Zentralkommando hatte vor einigen Tagen erklärt, die Angriffe sollten im April oder Mai beginnen. Die irakische Regierung reagierte verärgert auf die Nennung dieses genauen Datums.

Noch mehr Christen verschleppt

Eine Nachschubroute für Mossul aus Syrien haben kurdische Kämpfer bereits erobert und abgeschnitten. Das erklärte ein kurdischer Befehlshaber. Die USA und ihre Verbündeten hätten die Kurden mit Luftangriffen unterstützt. Kurdische Einheiten eroberten dem Befehlshaber zufolge auch zwei Grenzposten nordwestlich von Mossul zurück.

Je mehr der IS im Irak an Boden verliert, desto brutaler geht er im Nachbarland Syrien vor, von dem er ebenfalls ein großes Gebiet unter Kontrolle hat. Im Nordosten wurden laut Aktivisten noch mehr assyrische Christen verschleppt als bislang bekannt. Die Extremisten hätten in mehreren Dörfern fast 270 Menschen gefangen genommen, erklärte der Vorsitzende des Assyrischen Rates in der Region, George Mirza.

Christliche Dörfer angegriffen

Die Sprecherin der in Brüssel ansässigen European Syriac Union, Rima Tüzüm, erklärte, es gebe Informationen aus der Region, dass der IS sogar mehr als 350 Menschen als Geiseln genommen haben könnte. Frauen und Kinder seien von den Männern getrennt und in unterschiedliche Gebiete gebracht worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bisher von 90 entführen Christen berichtet. Über das weitere Schicksal der Entführten gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Die IS-Extremisten hatten am Montagmorgen nordwestlich von Al-Hassaka mehrere christliche Dörfer entlang des Flusses Chabur angegriffen und unter Kontrolle gebracht. Die IS-Angriffe lösten zugleich eine Flucht von Hunderten Menschen in benachbarte Städte aus.

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