Bildquelle: imago/Thomas Eisenhuth

Die Propaganda zielt auf Psychopathen

(Bildquelle: imago/Thomas Eisenhuth)

Was auch immer die Terroristen des „Islamischen Staat“ mit der Zerstörung unschätzbarer Kulturgüter in Irak erreichen wollen – es handelt sich um einen Akt der Barbarei.

Die systematische Zerstörung von Kulturgütern – zuletzt im irakischen Mossul – durch Dschihadisten des „Islamischen Staates“ (IS) ruft weltweit Empörung hervor. Nach den jüngsten Verwüstungen in einem Museum in Mossul – unter den zerstörten Artefakten sollen sich Werke aus dem Weltkulturerbe befinden – hat die Unesco eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates verlangt.

Die französische Tageszeitung Le Figaro verurteilt die Zerstörungen des IS als Akt der Barbarei: „Mit dieser wahnsinnigen Zerstörung der Meisterwerke des Museums von Mossul wurde der endgültige Beweis erbracht, dass die Handlanger des Islamischen Staats Menschen ohne Menschlichkeit, ohne Religion und ohne Kultur sind. Ihre einzige Ausdrucksweise ist das Verbrechen. Verbrechen gegen Lebende und gegen Tote, diese Barbaren begehen jedes mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In diesem Kampf, den die zivilisierte Welt gegen die Verblendung führt, müssen nicht nur Menschenleben, sondern muss auch die Geschichte der Menschheit gerettet werden.“

Ein Stiefel, der ein Gesicht zertritt

Für Alan Posener von der Welt verkörpern die Terroristen des IS wie schon die Maoisten, die Bolschewisten und die Nazis die „üblen Seiten“ der Moderne: „Deutsche Bilderstürmer, französische Revolutionäre, russische Bolschewisten, Nazis und chinesische Kulturrevolutionäre haben sich mit ihrer Verachtung der Kultur gebrüstet, deren Zerstörung selbst als Kulturtat gefeiert.“ Keines dieser totalitären Experimente sei von Dauer gewesen: „Der Sinn für Schönheit ist dem Menschen angeboren und kann ihm nicht ausgetrieben werden. In George Orwells Roman „1984“ beschreibt der Fanatiker O’Brien das Bild der Zukunft: ’Ein Stiefel, der ein menschliches Gesicht zertritt. Ewig.’ Aber ein solches Bild hat keine Zukunft.Einst war der Islam bekannt für sublime Architektur, Literatur und Kunst. Jetzt denkt man an die geschmacklosen Monumentalbauten der Ölstaaten, inhaftierte Dichter und die Barbarei von Mossul. Gemäßigte Reformatoren fielen den Bilderstürmern in den Arm. Wann legen die gemäßigten islamischen Staaten dem Islamischen Staat das Handwerk? Wäre man Moslem, man müsste sich für die bräsige Impotenz der ölreichen Regimes fast genauso schämen wie für die Schandtaten der Fanatiker.“

Nach Einschätzung der niederländischen Zeitung De Telegraph zielt die Propaganda des IS nicht auf die Gewinnung der Massen, sondern vor allem auf die Anwerbung von Psychopathen: „Dass der IS zurückschreckt angesichts der Reaktionen in Ägypten und Jordanien oder der Menschenketten rings um Synagogen im Westen, an denen sich Muslime, Christen und Juden beteiligen, ist eher unwahrscheinlich. Die Propaganda des IS mit Videos von sadistischen Exekutionen ist nicht darauf gerichtet, die Sympathie der Massen zu erringen.

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