Bildquelle: DW/H. Sirat

Afghanistan: In Frauenkleidern durch Kabul

(Bildquelle: DW/H. Sirat)

In Burkas für Frauenrechte: Eine Gruppe afghanischer Männer ist in Frauenkleidung durch Kabuls Straßen gezogen. Mit der Aktion stießen sie nicht nur auf Wohlwollen – auch weibliche Zuschauer zeigten sich wenig amüsiert.

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März sind mehrere Männer in Burkas durch die afghanische Hauptstadt Kabul gezogen. „Unsere Regierungsvertreter werden den Internationalen Frauentag in großen Hotels begehen, aber wir wollen ihn auf die Straßen tragen“, sagte der 29-jährige Aktivist Basir der Nachrichtenagentur Reuters. „Eine der besten Arten, um herauszufinden, wie sich Frauen fühlen, ist es, eine Burka zu tragen.“

Die Aktion soll "den Frauentag auf die Straße tragen" (Bildquelle: DW/H. Sirat)
Die Aktion soll „den Frauentag auf die Straße tragen“ (Bildquelle: DW/H. Sirat)

Das traditionelle afghanische Gewand, das den Körper vollständig verschleiert und auch die Augen hinter einem engmaschigen Netz verbirgt, gilt als Symbol der Frauenunterdrückung in Afghanistan. Während ihrer Herrschaft in den neunziger Jahren hatten die radikalislamischen Taliban Frauen gezwungen, in der Öffentlichkeit die bereits zuvor übliche Burka zu tragen. Auch nach dem Sturz der Taliban durch die US-geführte Koalition im Jahr 2001 blieb die Burka ist in vielen Teilen des Landes die gängige Frauenkleidung.

Die rund 20 Männer, die einer Gruppe mit dem Namen „Afghanische Friedenshelfer“ angehören, trugen Schilder mit Slogans wie „Gleichheit“ und „Schreibt den Frauen nicht vor, was sie tragen sollen – Ihr solltet Euch lieber die Augen zuhalten“. Einige Männer sahen lachend und rufend zu. Manche der Zuschauer waren verwirrt, andere sagten, Frauenrechte ermutigten Prostitution. Der Verkehrspolizist Javed Haidari etwa wirkte irritiert und verärgert. „Was soll das Ganze?“, fragte der 24-Jährige. „Alle Frauen meiner Familie tragen Burkas. Ich würde sie nicht ohne aus dem Haus gehen lassen.“

Auch bei Frauen stieß die Aktion nicht nur auf Wohlwollen. „Wir brauchen niemanden, der unsere Rechte verteidigt“, sagte etwa die 16-jährige Schülerin Medina Ali, deren schwarzer Schleier nur die Augen freigab. „Das ist ein ausländisches Projekt, das den Ruf der Burka und Afghanistans beschädigen soll. Sie wollen, dass wir uns schlecht fühlen, wenn wir unsere Gesichter verhüllen.“ Eine ältere Frau reagierte weniger verärgert. „Mein Ehemann und Sohn sagen mir auch, ich solle die Burka abnehmen“, sagte die etwa 60-jährige Bibi Gul. „Aber ich bin daran gewöhnt.

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