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Ägypten geht für Mammut-Bauprojekte auf Investorenjagd

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Auf der internationalen Investorenkonferenz in Sharm al-Sheikh wirbt Ägypten um Investoren. Mega-Bauprojekte sollen das Land retten. Doch die Probleme des einstigen Touristenmagneten am Nil sind weitaus größer.

Kairo – Ägypten trommelt in eigener Sache. Selbst in den Flugzeugen von Egypt Air werden die Passagiere dieser Tage vor dem üblichen koranischen Reisegebet mit Jubelwerbung für das Großereignis in Sharm al-Sheikh beschallt. Es lohne sich, am Nil zu investieren, tönt es aus allen Lautsprechern. „Wir wollen Ägyptens Potenzial wieder zur Geltung bringen“, deklamierte Präsident Abdel Fattah al-Sissi und forderte alle einheimischen und ausländischen Investoren auf, sich zu beteiligen.

John Kerry und Christine Lagarde nehmen teil

Doch das Echo ist geteilt. Ein Dutzend Minister, Hunderte Wirtschaftsführer sowie IWF-Chefin Christine Lagarde haben sich für die dreitägige Investorenkonferenz in dem Badeort am Roten Meer angesagt, die am Freitag beginnt. Aus den USA kommt Außenminister John Kerry, einige europäische Staaten entsenden ihre Finanzminister, Deutschland lässt sich auf Staatssekretärsebene vertreten. Und so sind vor allem die Golfstaaten Saudi-Arabien, Kuwait und Vereinigte Arabische Emirate präsent. Saudi-Arabien schickt Kronprinz Muqrin, aus Kuwait kommt Emir Sabah Al-Ahmad Al-Sabah. Ihre Nationen sind die Hauptgeldgeber des militärgestützten Sissi-Regimes und finanzieren zwei Drittel aller arabischen Investitionen am Nil.

35 Entwicklungsvorhaben will Ägypten seinen milliardenschweren Gästen präsentieren, die meisten staatlich organisierte Mammutprojekte. Eine Million Wohnungen sollen hochgezogen werden, den Bau neuer Stromkraftwerke will man erstmals auch Privatinvestoren anbieten. Eine zweite Fahrrinne des Suezkanals soll in Rekordzeit bis August 2015 fertiggestellt werden. Geplant ist ein Hochgeschwindigkeitszug zwischen Kairo und Alexandria.

Doch alle Hochglanzbroschüren können nicht übertünchen, wie hoch sich die Schwierigkeiten im Land türmen. Täglich gehen Bomben hoch und sterben Menschen. Im Visier stehen Polizisten und Soldaten, inzwischen aber auch westliche Fast-Food-Ketten, Läden von Mobilfunkanbietern oder große Einkaufszentren.

Offiziell liegt die Arbeitslosigkeit bei gut 13 Prozent, bei jungen Leuten sogar bei 40 Prozent, und damit auf demselben Niveau wie zu Zeiten des gestürzten Präsidenten Mohamed Mursi.

Die Inflation beträgt zehn Prozent, was besonders die Armen trifft, die gut die Hälfte der Bevölkerung ausmachen.

Kritiker mahnen falsche Strategie

Für die wenigen ägyptischen Kritiker, die sich noch zu reden trauen, führt daher die Gipfelstrategie der Regierung ins Leere. Megaprojekte allein könnten das Land nicht aus der Krise führen, geschweige denn Armut, Arbeitslosigkeit und Unterentwicklung bekämpfen, argumentiert das „Egyptian Center for Economic and Social Rights“.

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