Bildquelle: Reuters/Abdallah Dalsh

Ägypten plant eine neue Hauptstadt

(Bildquelle: Reuters/Abdallah Dalsh)

Die ägyptische Regierung hat große Pläne: Sie will östlich von Kairo eine neue Hauptstadt bauen, in der fünf Millionen Menschen leben sollen. Bis zu 80 Milliarden US-Dollar will das klamme Land dafür ausgeben.

Ägypten will eine neue Verwaltungshauptstadt östlich von Kairo bauen. Das kündigte Wohnungsbauminister Mustafa Madlubi auf einer Wirtschaftschaftskonferenz in Scharm el-Scheich an. Demnach soll der neue Regierungssitz auf der halben Strecke zwischen Kairo und dem Suez-Kanal liegen. Fünf Millionen Menschen sollen später dort leben. Die neue Hauptstadt soll nach den Worten Madlubis vom Aussehen Kairos Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts inspiriert werden.

Der Großraum Kairo gehört heute mit rund 18 Millionen Einwohnern zu den größten Ballungszentren der Welt. Insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten droht Kairo täglich ein Verkehrsinfarkt. Investitionsminister Aschraf Salman hatte zuvor in einem Interview mit Bloomberg TV geschätzt, dass sich die Kosten für die zwölfjährige Bauzeit auf rund 75 bis 80 Milliarden US-Dollar (75,6 Mrd. Euro) belaufen werden. Für die Stadtentwicklung sollten hauptsächlich Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) den Zuschlag bekommen.

Hilfe vom Golf

Zum Auftakt der Wirtschaftskonferenz, auf der ein Modell der geplanten Stadt zu besichtigen war (Artikelbild), wurden dem wirtschaftlich angeschlagenen Land zwölf Milliarden US-Dollar zugesichert. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait wollen jeweils vier Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) als Investitionen und Hilfen bereitstellen. Die drei Golfmonarchien gelten als Verbündete des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Seit seinem Amtsantritt im Juli 2013 stellten sie den ägyptischen Behörden bereits mehrere Milliarden Dollar zur Verfügung.

Bei der Konferenz bot auch US-Außenminister John Kerry Ägypten die Unterstützung der Vereinigten Staaten an. Die USA seien „bereit und willens“, zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beizutragen. Ein US-Diplomat aus Kerrys Delegation erklärte jedoch, bislang sei keine Entscheidung über eine mögliche Freigabe einer Militärhilfe in Höhe von 650 Millionen Dollar gefallen, die im Zuge der Niederschlagung islamistischer Demonstrationen gegen Al-Sisis Machtübernahme eingefroren worden waren.

„Vorbild für tolerante Moral“

Die internationale Konferenz in Scharm el Scheich soll ausländische Geldgeber anlocken, damit sich die ägyptische Wirtschaft von den Folgen der politischen Unsicherheiten nach dem Sturz des ehemaligen Machthabers Husni Mubaraks erholen kann. An diesem Samstag nimmt daran auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel teil. Nach Angaben seines Ministeriums führt er dort auch Gespräche mit ägyptischen Regierungsmitgliedern und deutschen Unternehmern.

Staatspräsident Al-Sisi sagte zur Eröffnung der Konferenz, die Stabilität der ägyptischen Gesellschaft sei Garant für die Stabilität der ganzen Region.

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