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Kamerun soll Tropenwälder besser schützen

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Scharfe Kritik übt Entwicklungsminister Müller an Kameruns Regierung. Naturschutz werde im Land zu lax gehandhabt, monierte er auf seiner Afrika-Reise. Und auch der Kongo bricht sein jüngstes Umweltversprechen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat die kamerunische Regierung aufgefordert, entschieden gegen die Abholzung des Regenwaldes vorzugehen. „Illegaler Holzeinschlag hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun“, sagte Müller dem Evangelischen Pressedienst (epd) in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde.

Tropenholz müsse aus kontrolliertem Einschlag stammen, forderte der Minister, der gerade eine mehrtägige Afrika-Reise absolviert. Wer zertifiziertes Holz kaufe, schütze den Regenwald. Die Bundesregierung will Kamerun bis 2020 mit etwa 62 Millionen Euro beim Waldschutz unterstützen. Ministeriumsangaben zufolge kommt etwa die Hälfte des eingeschlagenen Holzes aus illegalen Quellen.

Elfenbein macht Terroristen reich

Neben der Abholzung von Tropenholz wird auch die Wilderei zu einem zunehmenden Problem für Kamerun. Organisierte Gruppen machen vor allem Jagd auf Nashörner und Elefanten. Das wiederum ist nicht nur ein Naturschutzproblem: „Mit dem Elfenbein und dem Horn finanzieren sich auch radikale Milizen wie der ‚Islamische Staat‘ oder Boko Haram“, sagte Müller. Seit rund einem Jahr haben sich die brutalen Überfälle der Boko-Haram-Dschihadisten von Nigeria auch auf den Norden Kameruns ausgeweitet.

Die Regierung in Jaunde müsse den politischen Willen zeigen, gegen Wilderer vorzugehen, so Müller. Bisher sei dies in Kamerun nicht ausreichend der Fall. Gemeinsam mit dessen Nachbarland Gabun will Deutschland eine Resolution gegen Wilderei bei den Vereinten Nationen einreichen. Kamerun sollte sich der Resolution anschließen, verlangt der Entwicklungsminister.

Rückzieher im Kongo

Bei seiner vorigen Station in der Demokratischen Republik Kongo hatte Müller sich ebenfalls für den Umweltschutz stark gemacht. Kongolesische Regierungsvertreter hatten ihm nach epd-Angaben versichert, dass Ölvorkommen im Virunga-Park, dem ältesten Nationalpark Afrikas, unter der Erde bleiben sollten.
Doch nun meldet die BBC, die Regierung habe angekündigt, die Fläche des einmaligen Naturreservats zu beschneiden. Die Grenzen würden verändert, damit die Ölreserven ausgebeutet werden könnten. Die Behörden verhandelten darüber mit der UNESCO, die zuständig ist, weil der Park im Osten des Kongos zum Weltnaturerbe zählt.

Über eine Erdölförderung in dem Gebiet wird bereits seit Jahren gestritten.

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