Bildquelle: AFP/Getty Images/F. Nureldine

Saudi-Arabien bombardiert Ziele im Jemen

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Saudi-Arabien greift nach Angaben seines Botschafters in den USA militärisch im Jemen ein. Die Luftwaffe fliegt Angriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Unterstützung kommt von einer breiten Koalition.

Gemeinsam mit verbündeten arabischen Staaten habe sein Land militärisch im benachbarten Jemen interveniert, sagte der saudi-arabische Botschafter in den USA, Abdel al-Dschubeir, in Washington vor Journalisten (Artikelbild). Die Mission diene dazu, „die legitime Regierung zu verteidigen“. Der Militäreinsatz erfolge auf Bitten des Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi. Der Botschafter sprach von einer „Koalition von mehr als zehn Ländern“, die an dem Einsatz beteiligt seien oder dies planten.

Nach Berichten des jemenitischen Militärs und von Augenzeugen griffen Kampfflugzeuge Ziele in der Hauptstadt Sanaa und Umgebung an. Im Visier lagen demnach eine Luftwaffenbasis und der angrenzende internationale Flughafen im Norden der Stadt sowie der Präsidentenpalast, in dem Feuer ausbrach. Den Gebäudekomplex hatten die Rebellen im Januar erobert. Der TV-Sender Al-Dschasira meldete, auch die Hauptquartiere von Polizei und Spezialkräften seien Angriffsziele.

Helfer suchen nach Überlebenden unter den Trümmern eines zerstörten Hauses am Flughafen von Sanaa (Bildquelle: Reuters/K. Abdullah)
Helfer suchen nach Überlebenden unter den Trümmern eines zerstörten Hauses am Flughafen von Sanaa (Bildquelle: Reuters/K. Abdullah)

Ein Vertreter der saudischen Regierung erklärte, die Luftwaffe habe die Luftverteidigung der Rebellen außer Gefecht gesetzt und viele Kampfflugzeuge im Besitz der Aufständischen zerstört. Der Großteil des jemenitischen Luftraums sei unter Kontrolle gebracht worden. Nun werde eine „breite Flugverbotszone“ eingerichtet. Ein Reporter der Nachrichtenagentur afp berichtete von lauten Explosionen in der Hauptstadt. Der jemenitische Zivilschutz teilte mit, es seien mindestens 13 Zivilisten durch Einschläge in einem Wohngebiet getötet worden. Der TV-Sender Al-Massira, der von den Rebellen kontrolliert wird, setzte einen dringlichen Appell ab und forderte alle Ärzte in Sanaa auf, in die Krankenhäuser zu eilen.

An dem Einsatz sind neben Saudi-Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain und Katar beteiligt. Es gehe darum, die legitime jemenitische Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi zu schützen und zu verteidigen, heißt es in einem gemeinsamen Statement. Nach einem Bericht des Senders Al-Arabija hat Saudi-Arabien 100 Kampfflugzeuge und 150.000 Soldaten für die Offensive im Jemen abgestellt. Auch Ägypten, Marokko, Jordanien und der Sudan stellten Flugzeuge zur Verfügung. Ägypen, Pakistan, Jordanien und der Sudan seien zudem bereit, sich an einer Bodenoffensive zu beteiligen.

Die USA seien an der Militäraktion nicht beteiligt, sein Land habe jedoch die Regierung in Washington konsultiert, erklärte Botschafter al-Dschubeir. Wo sich Hadi aufhielt, wollte er nicht sagen. Das Weiße Haus bestätigte, dass Washington vorab von den Plänen für die Jemen-Mission in Kenntnis gesetzt wurde. Die Vereinigten Staaten leisten nach eigenen Angaben den Golfstaaten logistische und geheimdienstliche Hilfe. Präsident Barack Obama habe die Hilfsleistungen genehmigt, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates in Washington, Bernadette Meehan.

Huthi drohen mit Vergeltung

Die Huthi-Bewegung drohte nach den ersten Luftschlägen mit Vergeltung: „Das ist eine Aggression gegen den Jemen und wir werden uns ihr entschlossen entgegenstellen“, sagte Mohammed al-Bukhaiti, Führungsmitglied der Aufständischen dem Nachrichtensender Al Jazeera. „Diese Militäroperationen werden die Region in einen großen Krieg ziehen.“

Der jemenitische Präsident kam in den vergangenen Wochen unter immer stärkeren Druck der schiitischen Huthi-Miliz, die seit September die Hauptstadt Sanaa kontrolliert. Am Mittwoch kämpften sich die Rebellen bis auf 20 Kilometer an die Großstadt Aden im Südjemen heran, wohin Hadi vor einem Monat geflüchtet war. Am Morgen gelang es nach Angaben der Behörden den Hadi-Truppen, nach heftigen Kämpfen den internationalen Flughafen von Aden aus der Hand der Huthi zurückzuerobern.

Hadi auf der Flucht?

Hadi hat nach US-Angaben sein Anwesen in Aden verlassen. Er habe diesen Schritt freiwillig unternommen, sagte die Sprecherin des US-Außenministerium, Jennifer Psaki, in Washington. Weitere Angaben könne sie nicht machen. Zuvor hatte es widersprüchliche Informationen darüber gegeben, ob Hadi die Stadt verlassen habe, nachdem die Huthi-Kämpfer in der Nacht zum Mittwoch eine auch vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis nördlich von Aden erobert hatten. Hadi war Ende Februar vor den Huthi aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt geflohen und versuchte von dort, die Macht im Land wiederzuerlangen. Der Präsident wird von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Monarchien der Region unterstützt, die Huthi-Miliz dagegen vom schiitischen Iran.

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