Im Zentrum des Jemenkonflikts: Das Öl-Nadelöhr Bab al-Mandeb

(Bildquelle: AMEPRES/euronews-screen/mag)

Bab al-Mandeb heißt “Tor der Tränen” – ist aber eigentlich das “Tor des Öls”. Seit Beginn der Militäraktion unter Führung Saudi-Arabiens im benachbarten Jemen beschäftigt diese Meeresstraße Ölexperten und Strategen.

Der Jemen produziert zwar – laut U.S. Energy Information Administration (EIA) – nur ein Zehntel Prozent des globalen Ölangebots.

Aber die nur knapp 40 Kilometer breite Meeresstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden, der zum Indischen Ozean gehört. Im Schnitt werden hier täglich 3,8 Millionen Barrel Öl durchtransportiert, sie ist die viertmeist befahrende Wasserstrasse der Welt.

Bei einer Schließung könnten Öltanker, die vom Persischen Golf kommen, den Suez-Kanal nicht mehr erreichen. Besonders betroffen wäre Asien: Schiffe, die aus Europa oder Nordafrika kommend Öl nach Asien transportieren, wären gezwungen, den weiten Weg unterhalb der Südspitze Afrikas zu nehmen. Und das würde Zeit und vor allem Geld kosten – die Tankerkosten würden mehr als verdreifacht, (von 41.000 auf 138.000 Euro), schätzt das US Department of Energy.

Jemens Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi war in den vergangenen Wochen unter immer stärkeren Druck der schiitischen Huthi-Miliz geraten, die seit September die Hauptstadt Sanaa kontrolliert. Die Huthi-Rebellen im Jemen sind Kämpfer aus der schiitischen Gruppierung der Zaiditen. Manche Beobachter vermuten, dass der gestürzte Präsident Ali Abdullah Salih, selber Zaidit, die Huthi-Rebellen unterstützt, die er früher bekämpft hatte.

Ganz davon zu schweigen, dass der Konflikt zwei regionale Schwergewichte gegeneinander in Stellung bringt.

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