Bildquelle: Fabrice Coffrini/AFP

Iran: Gelingt nach zwölf Jahren endlich der Durchbruch?

(Bildquelle: Fabrice Coffrini/AFP)

Bringt der Westen den Iran dazu, auf den Bau von Atomwaffen zu verzichten? Und falls ja, wie weit ist er bereit, dafür zu gehen? Fragen und Antworten zu den Atomverhandlungen in Lausanne.

Worum geht es bei den Verhandlungen mit dem Iran?

Nach Ansicht des Westens plant der Iran den Bau einer Atombombe – was um jeden Preis verhindert werden soll. Der Iran selbst bestreitet, nach der Kernwaffe zu streben und begründet seine nuklearen Aktivitäten mit dem Bau von Atomkraftwerken. Die Verhandlungen in Lausanne (Teilnehmer nebst dem Iran: EU, USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, China und Russland – die 5+1-Gruppe) haben zum Ziel, eine iranische Atombombe zu unterbinden. Das Land soll zwar Kernkraftwerke bauen dürfen, jedoch so, dass dabei kein waffenfähiges Material anfällt. Im Gegenzug würden ihm nach und nach Sanktionen erlassen.

Welche Fragen sind strittig, welche gelöst?

Am Sonntag hieß es aus diplomatischen Kreisen, dass in zentralen Punkten bereits Übereinkünfte erzielt worden seien. Ein Knackpunkt ist die Anzahl der Zentrifugen für die Urananreicherung. Mit deren Hilfe ist es möglich, das Schwermetall entweder als Kraftwerksbrennstoff vorzubereiten – oder eben auch als Bombensprengstoff. Der Iran soll zugstimmt haben, die vorhandenen Zentrifugen um zwei Drittel zu reduzieren. Daneben soll das dort vorhandene Uran außer Landes gebracht werden (mutmaßlich nach Russland). Einer der wichtigsten, offenen Fragen ist die Laufzeit der Vereinbarung. Im Gespräch sind zehn bis 15 Jahre. Der Westen pocht darauf, den Iran möglichst lange auf die Urananreicherung verzichten zu lassen, das Land selbst fordert einen Vertrag mit kürzeren Fristen.

Strebt der Iran tatsächlich nach der Atombombe?

Sicher ist das nicht und der Iran bestreitet es vehement. Allerdings deutet einiges darauf hin: So hatte das Land der Internationalen Atomenergie Organisation die Existenz von Nuklearanlagen verheimlicht und ist nicht bereit, Teile des Atomwaffensperrvertrags zu unterzeichnen. Die USA fragen sich zudem, warum der Iran mit seinen großen Ölvorkommen auf alternative Energiequellen wie die Atomkraft setzt.

Wie beurteilt Israel die Verhandlungen?

Israel und der Iran betrachten sich als Erzfeinde, und Israel würde sich durch einen nuklearbewaffneten Iran in seiner Existenz bedroht fühlen. Ein mögliches Abkommen mit dem Iran lehnt die Regierung in Jerusalem kategorisch ab, weil es ihr nicht weit genug geht. Aus israelischer Sicht führen die Iraner die internationale Gemeinschaft gezielt an der Nase herum. Die Regierung in Jerusalem befürchtet, ein Abkommen und eine Aufhebung der Sanktionen könnten es Teheran ermöglichen, heimlich weiter den Bau einer Atombombe voranzutreiben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mehrmals eindringlich vor einem schlechten und gefährlichen Abkommen gewarnt.

Wird es eine Einigung geben?

Im Vorfeld der Verhandlungen gab es zumindest positive Signale. Diplomaten streuten Gerüchte, dass in wesentlichen Punkten Einigkeit herrsche. Allerdings wurden die auch gleich wieder zurückgewiesen – die üblichen Spielchen bei derartigen Konferenzen. Damit wird getestet, wie die Öffentlichkeit auf mögliche Kompromisse reagiert. Sicher ist: Die Parteien wollen sich bis spätestens Dienstag Zeit nehmen, zu einem Ergebnis zu kommen – an dem alle Seiten ein großes Interesse haben.

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