Bildquelle: European Commission DG ECHO/Flickr

Afrika: „Die Lehren aus der Ebola-Tragödie“

(Bildquelle: European Commission DG ECHO/Flickr)

Die Bundesminister Gerd Müller und Hermann Gröhe sind nach Ghana und Liberia aufgebrochen. Themen der Reise sind vor allem die Stärkung der Gesundheitssysteme in Afrika und der Wiederaufbau nach der Ebola-Epidemie. Vertreter der deutschen Gesundheitswirtschaft gehören allerdings nicht zu ihrer Delegation.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe starteten am Dienstag zu einer viertägigen Reise in die westafrikanischen Länder Ghana und Liberia. Themen der Reise sind vor allem die Stärkung der Gesundheitssysteme in Afrika und der Wiederaufbau nach der Ebola-Epidemie, an der bisher mehr als 10.000 Menschen gestorben sind. Begleitet werden die beiden Minister von einer Delegation, zu der Mitglieder des Bundestages sowie Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gehören.

„Wir werden Gesundheitssysteme und eine bessere Krisenreaktion in Afrika mit einem Sonderhilfsprogramm in Höhe von 200 Millionen Euro fördern“, sagte Müller der „Bild“-Zeitung. Deutschland hat bisher 195 Millionen Euro zur Bekämpfung von Ebola in Afrika beigetragen. „Auch wenn sich die Scheinwerfer der Welt von Westafrika abwenden, dürfen wir die Region nicht allein lassen“, so Müller.

Zudem sei eine Weißhelm-Truppe aus Ärzten, Technikern und Spezialisten geplant, die Deutschland notfalls im Alleingang aufbauen werde. „Wir werden bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Kernmannschaft von Weißhelmen aufstellen, die in drei bis fünf Tagen überall auf der Welt im Einsatz sein kann“, sagte Müller.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika sei noch nicht überwunden, sagte Gröhe gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die deutsche Hilfe werde weiter gebraucht. Gröhe warnte davor, dass das Risiko einer weltweiten Ausbreitung derartiger Krankheiten steige, etwa weil die Menschen immer mehr reisten. „Die ärmsten Länder brauchen eine funktionierende medizinische Grundversorgung. Aber auch so etwas wie Gesundheitsämter, um Infektionen schneller zu erkennen und einzudämmen. Internationales Hilfspersonal muss im Ernstfall zügiger zur Verfügung stehen – die Lehren aus der Ebola-Tragödie.“

Erstes Ziel der Reise ist die ghanaische Hauptstadt Accra. Ghana, das von der Ebola-Epidemie verschont geblieben ist, dient als Logistik-Stützpunkt für die Versorgung der am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea. Die Epidemie hat die drei Staaten wirtschaftlich um fünf bis zehn Jahre zurückgeworfen.

„Der Ebola-Ausbruch in den am stärksten betroffenen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia hat gezeigt, dass die Gesundheitssysteme zu schwach sind, um auf diese Krankheit angemessen zu reagieren und gleichzeitig die tägliche Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten“, sagt Bernd Pastors von action medeor e.V, der zur mitreisenden Delegation gehört. „Wir müssen sicherstellen, dass Gesundheitsstationen aufgebaut und Gesundheitspersonal ausgebildet werden. Dazu müssen die Investitionen in die Gesundheitsversorgung langfristig erhöht werden.“

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft begrüßt die gemeinsame Reise des Bundesentwicklungsministers und des Bundesgesundheitsministers. Dass in der mitreisenden Delegation keine Vertreter deutscher Gesundheitsunternehmen dabei sind, kritisiert der Wirtschaftsverband jedoch entschieden.

„Der Bedarf an Gesundheitsprodukten aus Deutschland ist in Liberia gerade jetzt besonders hoch“, erklärte Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins, der 50 in Afrika tätige Firmen aus dem Gesundheitsbereich vertritt. Dass die beiden Bundesminister keine Vertreter der deutschen Gesundheitswirtschaft auf ihrer Reise mitgenommen haben, sei eine vertane Chance. „Das Beispiel der Gesundheitswirtschaft zeigt mehr als alles andere, welche positiven Wirkungen eine stärkere Verknüpfung der entwicklungspolitischen Maßnahmen mit den Stärken der deutschen Wirtschaft hätte.“

Die deutschen, international orientierten Firmen deckten alle Bereiche des Sektors ab: Vorhaben reichen von Krankenhausneubau, –ausstattung und –betrieb über Beratungsleistungen, die Herstellung pharmazeutischer und diagnostischer Produkte bis hin zu Versicherungskonzepten.

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