Bildquelle: Ilyas Akengin/AFP

Türkei: Ein Toter bei Gefechten zwischen PKK und türkischer Armee

(Bildquelle: Ilyas Akengin/AFP)

In der Osttürkei haben sich Armee und PKK-Kämpfer stundenlange Gefechte geliefert. Ein Zivilist kam ums Leben, vier türkische Soldaten wurden verletzt. Die Militärpräsenz wurde daraufhin erhöht.

Die türkische Armee hat wegen gewaltsamer Auseinandersetzungen mit Kämpfern der Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Osten des Landes zusätzliche Soldaten, Kampfhubschrauber und Aufklärungsflugzeuge in die Provinz Agri geschickt. Bei den Gefechten in der Nacht zum Samstag seien vier Soldaten verwundet worden, teilte das Militär weiter mit. Zudem sei ein kurdischer Zivilist getötet und ein weiterer verletzt worden. Sie hätten versucht, zwischen beiden Seiten zu vermitteln, um die stundenlangen Gefechte zu beenden, berichtete die kurdische Nachrichtenseite Dicle am Samstag. Die Kämpfe dauerten nach Angaben der Streitkräfte an. Präsident Recep Tayyip Erdogan warf pro-kurdischen Politikern vor, vor der Parlamentswahl im Juni politisches Kapital aus den Gefechten schlagen zu wollen. Er sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Anatolien, die Soldaten kämpften gegenwärtig „gegen 25 Terroristen“. Eine Stellungnahme der PKK lag zunächst nicht vor.

Zur Fortsetzung des Friedensprozesses aufgerufen

Vor wenigen Wochen hatte der inhaftierte Chef der verbotenen PKK, Abdullah Öcalan, seine Anhänger zur Fortsetzung des ins Stocken geratenen Friedensprozesses aufgerufen. Er bekräftigte seine Forderung, den bewaffneten Aufstand gegen den türkischen Staat zu beenden. Die PKK solle auf einem Kongress „eine politische und gesellschaftliche Strategie“ festlegen, um „eine demokratische Lösung und Frieden“ zu ereichen. Öcalan ging aber nicht so weit, eine sofortige Niederlegung der Waffen zu verlangen.

Vor zwei Jahren rief Öcalan einen Waffenstillstand aus und erklärte, es sei an der Zeit, die Waffen schweigen und die Politik reden zu lassen. Zwei Monate später begannen seine Kämpfer, sich in den benachbarten Irak zurückzuziehen, nachdem den Kurden in der Türkei mehr Rechte in Aussicht gestellt wurden. Die Regierung verzögerte den Prozess jedoch nach Auffassung der PKK, weshalb diese im September 2013 den Abzug stoppte. Die Waffenruhe hält zwar weitgehend. Doch das gegenseitige Misstrauen sitzt tief.

Die PKK griff 1984 zu den Waffen. Seitdem wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Von der Türkei sowie der Europäischen Union und den USA wird die Gruppe als terroristische Organisation eingestuft.

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