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Irak: Hohe Haftstrafen für Ex-Blackwater-Söldner

(Bildquelle: picture-alliance/dpa)

Gut sieben Jahre nach dem gewaltsamen Tod 14 irakischer Zivilisten hat ein US-Gericht das Strafmaß festgelegt: Drei Ex-Söldner der Sicherheitsfirma Blackwater müssen je 30 Jahre in Haft, einer erhielt lebenslang.

Drei der Verurteilten erhielten die Strafen wegen Totschlags, der vierte Ex-Blackwater-Mitarbeiter muss wegen Mordes lebenslänglich ins Gefängnis. Dies gab das US-Bundesgericht in Washington bekannt. Für weitere Anklagepunkte verhängte der Richter symbolisch jeweils einen weiteren Tag Haft. Die Geschworenen des Gerichts hatten die vier Angeklagten im Alter von 31 bis 35 Jahren bereits im Oktober 2014 schuldig gesprochen.

Schüsse in die Menschenmenge

Das Verbrechen hatte im September 2007 weltweite Empörung ausgelöst. Die Wachmänner hatten damals am belebten Nissur-Platz in Bagdad das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet. Dabei waren nach Angaben des Gerichts insgesamt 14 Iraker getötet und weitere 18 verletzt worden. Irakische Ermittler sprechen dagegen von 17 Todesopfern. Unter den Toten waren auch Frauen und Kinder.

Während des Prozesses plädierten die früheren Blackwater-Mitarbeiter auf nicht schuldig und machten Selbstverteidigung geltend. Sie hätten den Fahrer eines herannahenden Autos damals für einen Selbstmordattentäter gehalten. Die Wachleute hatten einen Diplomatenkonvoi begleitet und behaupteten, sie seien angegriffen worden.

Rache für den 11. September 2001?

Richter Royce Lamberth sagte, er habe die Aussagen zugunsten der Angeklagten durchaus berücksichtigt. „Es ist klar, dass diese guten jungen Männer einfach in Panik gerieten.“ Eine Tat wie die ihre könne das Gericht aber nicht hinnehmen. Vor den Schüssen soll der wegen Mordes verurteilte Blackwater-Söldner zu Bekannten gesagt haben, er wolle „als Rache für den 11. September 2001 so viele Iraker töten, wie er kann“.

Die Verteilten arbeiteten damals für den privaten US-Sicherheitsdienst Blackwater, der damit beauftragt worden war, die US-Soldaten im Irak zu unterstützen sowie amerikanische Gebäude und US-Botschaftsmitarbeiter zu schützen. Das Blutbad in Bagdad hatte den US-Militäreinsatz im Irak weiter in Misskredit gebracht. Blackwater kostete es seine Aufträge in dem Land.

Mehr als 30 Zeugen aus dem Irak

2008 war ein Gerichtsverfahren zunächst gescheitert: Zwar wurden die Wachmänner wegen Totschlags angeklagt, der Prozess wurde aber später wegen Verfahrensfehlern eingestellt. Später wurde der Fall erneut aufgerollt.

Das Gericht in Washington hörte insgesamt mehr als 70 Zeugen an, darunter 30 aus dem Irak. Nach Mitteilung der US-Justizbehörden handelt es sich dabei um die höchste Zahl ausländischer Zeugen, die jemals bei einem Strafprozess in den USA aussagten.

Blackwater heißt nun Academi

Blackwater wurde 2009 in Xe Services umbenannt, was laut Beobachtern dabei helfen sollte, die Makel der Vergangenheit loszuwerden. 2010 kaufte eine private Investorengruppe die Firma. Der Gründer Erik Prince, ein früherer Marinesoldat und Millionenerbe, verließ das Unternehmen.

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