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Roter Halbmond will Gutscheinprogramme für Syrien-Flüchtlinge ausweiten

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Der türkische Rote Halbmond möchte mit einem Gutscheinprogramm auch Flüchtlinge aus Syrien erreichen, die außerhalb der Zeltstädte leben. Das Welternährungsprogramm der UNO hatte im Februar zahlreiche Projekte der Regierung überlassen.

Der türkische Rote Halbmond (Kızılay), der ein Programm für Lebensmittelgutscheine für syrische Flüchtlinge in Zeltstädten betreibt, möchte dieses auf solche, die außerhalb dieser Zeltstädte leben, ausweiten. Dies teilte ihr Direktor Ahmet Lütfi Akar am Donnerstag mit.

Derzeit erhalten, wie die Zeitung „Sabah“ berichtet, 250 000 syrische Flüchtlinge in Zeltstädten an der türkisch-syrischen Grenze Gutscheine für die Versorgung mit Elektrizität. Ahmet Lütfi Akar erklärt, Kızılay würde mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) zusammenarbeiten, um auch die Elektrizitätsgutscheine jenen 1,7 Millionen vermissten Syrern und Irakern zugänglich zu machen, die sich außerhalb der Zeltstädte aufhalten. „Diese Menschen sind auch Gäste der Türkei und wir wollen auch ihnen Gutscheine zukommen lassen. Ein Projekt, das dieses Vorhaben verwirklichen soll, ist gerade auf dem Weg“, so Akar.

Das WFP hat die Anzahl der Gutscheinempfänger reduziert, nachdem es im Laufe des Monats Februar zu einem Engpass bezüglich der finanziellen Ausstattung seitens der UN-Mitgliedsstaaten gekommen war, vier Jahre, nachdem das Programm begonnen hatte.

Im Gegenzug hat das WFP das Projekt in neun Zeltstädten der Regierung in Ankara überlassen und von den internationalen Gebern die Summe von 9 Mio. US-Dollar verlangt, um weiter jeden Hilfsbedürftigen in den Camps versorgen zu können.

Gutscheinprogramm des Roten Halbmondes ermöglicht Einkaufen in jedem Laden

Akar zufolge funktioniere das System des Roten Halbmondes wie eine Kreditkarte, und das Guthaben ermögliche es den Empfängern, in jedem Einzelhandel Nahrungsmittel zu kaufen. „Das ist vor allem wichtig, um den Menschen ihre Würde behalten zu lassen. Statt in einer Schlange zu stehen, um Nahrungsmittel zu erhalten, können sie überall einkaufen“, unterstrich der Direktor des Roten Halbmondes. Kızılay wolle künftig die Gutscheine auch im Zuge der Versorgung nach Naturkatastrophen verteilen und so die Abhängigkeit von Nahrungsmittelverteilaktionen vermindern.

„Die Karten könnten beispielsweise in einer von Erdbeben heimgesuchten Stadt zur Anwendung kommen“, erklärt Akar. „Menschen können in den Stadtteilen Essen kaufen, die nicht beschädigt wurden. Dies würde es auch Unternehmen ermöglichen, nach einer Katastrophe wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.“

Zahlreiche Flüchtlinge aus Syrien leben in extremer Armut

Die Türkei ist das Hauptaufenthaltsland für Syrer, die im Laufe des nunmehr seit vier Jahren tobenden Bürgerkriegs ihre Heimat verloren haben. Das Land hat zeitgemäße Zelt- und Containerstädte geschaffen, die viel Lob aus der internationalen Gemeinschaft für die beispielhaften Bedingungen erhalten haben, die sie bieten. Dennoch bemühte sich die türkische Regierung auch um andere Flüchtlinge, die nicht in der Lage oder nicht Willens waren, in stark frequentierten Zeltstädten mit eingeschränkter Versorgung und wenig Unterstützung aus anderen Ländern zu bleiben.

Wer bereits über etwas Geld und Qualifikationen verfügte, hat sich in den türkischen Städten ein neues Leben aufgebaut und Wohnungen gekauft oder gemietet. Die meisten syrischen Flüchtlinge stammen aber aus armen Familien.

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