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Ägyptens Ex-Präsident Mursi droht die Todesstrafe

(Bildquelle: Reuters)

Dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi droht das Todesurteil. Im Prozess gegen den ersten frei gewählten Staatschef Ägyptens wird noch am Dienstag ein Urteil erwartet. Mursi wird vorgeworfen, im Dezember 2012 die Tötung von Demonstranten vor dem Präsidentenpalast in Kairo veranlasst zu haben.

Gegen den im Juli 2013 vom Militär gestürzten Islamisten sind noch weitere Verfahren anhängig, die mit einer Verurteilung zum Tode enden könnten. So werden Mursi Spionage für feindliche Mächte und der Ausbruch aus dem Gefängnis während der Revolte gegen seinen Vorgänger Husni Mubarak im Jahr 2011 zur Last gelegt. Die Urteile für letztere Verfahren werden Mitte Mai erwartet.

Experten zufolge ist ein Todesurteil gegen Mursi durchaus möglich. Bereits zuvor hatten Gerichte ranghohe Mitglieder der inzwischen verbotenen Muslimbrüder zum Tode verurteilt. Auch Verfechter eines säkularen und liberalen Ägyptens, die am Sturz Mubaraks beteiligt waren, erhielten bereits diese Strafe. Mubarak selbst wurde im November vom Vorwurf freigesprochen, bei den Protesten gegen ihn die Tötung hunderter Demonstranten befohlen zu haben.

Kairo verfolgt Muslimbrüder mit aller Härte

Der Prozess gegen Mursi hatte im November 2013 begonnen. Damals war es im Gerichtssaal zu lauten Tumulten gekommen. Der 63-Jährige hatte erklärt, er sei immer noch der legitime Präsident Ägyptens.

Unterdessen hat ein Gericht in Ägypten 22 Todesurteile gegen Mursi-Unterstützer bestätigt. Die Verurteilten sollen im Juli 2013 in der Stadt Kerdasa bei Kairo eine Polizeiwache angegriffen und dabei einen Polizisten getötet haben. Der Angriff fand am selben Tag statt, an dem der damalige Armeechef und jetzige Präsident Abdel Fattah al-Sisi ankündigte, Mursi nach rund einem Jahr im Amt stürzen zu wollen.

Seit dem Putsch gehen die Behörden mit aller Härte gegen Anhänger der Muslimbrüder vor, denen auch Mursi angehört. Seitdem wurden mehr als 1400 Anhänger getötet und mehr als 15.000 weitere inhaftiert. Massenprozesse, bei denen im Schnellverfahren hunderte Islamisten zum Tod verurteilt wurden, sorgten international für Proteste.

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