Bildquelle: Imago/Christian Mang

Syrien/Irak: Berliner Islamisten unterstützen IS mit Schutzwesten

(Bildquelle: Imago/Christian Mang)

Von Berlin aus hat eine Dschihadistengruppe offenbar die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützt. Nach Informationen der Berliner Zeitung durchsuchten Polizisten in Kreuzberg und Neukölln neun Objekte. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen fünf Beschuldigte.

Von Berlin aus hat eine Dschihadistengruppe offenbar die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützt. Nach Informationen der Berliner Zeitung haben Polizisten in Kreuzberg und Neukölln die Wohnungen und Büros von fünf Beschuldigten durchsucht.

Die Razzia im Auftrag der Bundesanwaltschaft fand bereits am Karfreitag statt. Die Polizei hatte sie bisher geheim gehalten. Insgesamt durchsuchten die Fahnder des Berliner Landeskriminalamtes neun Objekte. Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Anfrage bestätigte, hat ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs die Durchsuchungen angeordnet.

Verbindungen zum Islamischen Staat

Die Beschuldigten seien verdächtig, spätestens seit März dieses Jahres den Islamischen Staat zu unterstützen, sagte die Sprecherin. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Beschuldigten in Deutschland für den IS militärische Ausrüstungsgegenstände und Medikamente beschafft, so die Sprecherin. Außerdem sollen die Tatverdächtigen in Deutschland Waffen beschafft und über die Türkei nach Syrien verbracht haben.

Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten neben militärischen Schutzwesten auch Medikamente, Datenträger und andere Beweismittel. Ihre Auswertung werde einige Wochen in Anspruch nehmen, hieß es. Nach Angaben von Polizisten suchten die Fahnder bei den Beschuldigten unter anderem nach Handgranaten. Sie fanden allerdings keine. Konkrete Hinweise auf die Vorbereitung eines Anschlags in Deutschland haben die Sicherheitsbehörden derzeit nicht.

Die fünf Tatverdächtigen wurden nicht festgenommen. Nähere Angaben, etwa über das Alter der Beschuldigten, machte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft nicht. An den Durchsuchungen, unter anderem an der Sonnenallee, sollen mehr als 250 Beamte beteiligt gewesen sein.

Netzwerk ausgeforscht

Seit einigen Monaten gehen deutsche Sicherheitsbehörden verstärkt gegen Gruppen vor, die von Deutschland aus den IS unterstützen. Zuletzt durchsuchten Polizisten am 16. Januar elf Objekte in Moabit und verhafteten zwei mutmaßliche Terrorhelfer. Durchsucht wurde auch eine Moschee in der Perleberger Straße. Seit Monaten hatte die „Ermittlungsgruppe Seminar“ des LKA gegen fünf türkische Staatsbürger ermittelt, weil sie Terroranschläge in Syrien vorbereitet haben sollen. Hauptbeschuldigter ist der 41 Jahre alte Ismet D., der sich „Emir“ nennt und in sogenannten Islamseminaren in der Moschee türkische und russische Staatsbürger sowie Tschetschenen und Dagestaner radikalisiert und für den Kampf gegen Ungläubige in Syrien und Irak vorbereitet haben soll. Das Amtsgericht Tiergarten hob den Haftbefehl gegen ihn zwischenzeitlich auf. Seit März sitzt der Emir jedoch wieder in Haft, weil das Gericht einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgab. Unter anderem durch die Ausforschung der Netzwerke, die Ismet D. aufgebaut hatte, sollen die Ermittler auf die fünf Islamisten gestoßen sein, bei denen nun durchsucht wurde.

700 Ausgereiste bundesweit

Vor allem die Rückkehrer aus Irak und Syrien bereiten den Behörden Kopfzerbrechen, weil sie besonders radikalisiert und an Waffen ausgebildet sind. Nach der neuesten Statistik des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist die Zahl der Dschihadisten, die nach Syrien oder Irak gereist sind, bundesweit auf 700 gestiegen. 85 Dschihadisten aus Deutschland sollen inzwischen ums Leben gekommen sein. Mehr als 230 Islamisten kehrten wieder zurück. 50 sammelten Kampferfahrung.

Laut Senatsinnenverwaltung verdreifachte sich die Zahl der amtsbekannten Salafisten in Berlin seit 2011 auf 620. Davon gelten 330 als gewaltorientiert. 90 Islamisten sind derzeit ausgereist, um sich Terrorgruppen anzuschließen.

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