Bildquelle: Reuters/YouTube

Al-Kaida-Führer im Jemen getötet

(Bildquelle: Reuters/YouTube)

Ein Anführer von Al-Kaida im Jemen soll getötet worden sein. Unterdessen ist Saudi-Arabien gegenüber den Huthi-Rebellen nach versöhnlicheren Tönen wieder zum Drohen übergegangen.

Bei einem US-Luftangriff im Jemen ist im April ein Anführer von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) getötet worden. Nasser Ben Ali al-Ansi hatte im Januar in einem Internetvideo die Verantwortung für den tödlichen Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ übernommen. Wie das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen Site weiter mitteilte, wurden zusammen mit Al-Ansi auch sein ältester Sohn und andere islamistische Kämpfer in der Hafenstadt Mukalla getötet.

Site berief sich auf ein von AQAP im Kurzbotschaftendienst Twitter eingestelltes Video, in dem Al-Ansis Tod vermeldet wurde. Der tödliche Luftangriff erfolgte offenbar in der Nacht zum 22. April. Zeugen berichteten, eine US-Drohne habe ein in Mukalla geparktes Fahrzeug getroffen und sechs mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer getötet.

In dem Video vom 14. Januar sagte Al-Ansi, Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri habe den Angriff auf den Sitz von „Charlie Hebdo“ angeordnet, um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zu rächen. Al-Ansi trat auch in Videos zur Geiselnahme und Tötung des US-Fotojournalisten Luke Somers im Dezember 2014 in Erscheinung. Somers und eine weitere Al-Kaida-Geisel waren bei einer missglückten US-Kommandoaktion im Jemen getötet worden.

Site zufolge kämpfte der in der jemenitischen Stadt Taes geborene Al-Ansi im Jahr 1995 im Bosnienkrieg. Später reiste er demnach über den Jemen und Kaschmir nach Afghanistan, wo er sich in Al-Kaida-Camps militärisch ausbilden ließ. Im Jahr 2011 habe er sich dann dem jemenitischen Ableger von Al-Kaida angeschlossen. Ansis Tod würde bedeuten, dass der amerikanische Drohnenkrieg gegen AQAP weitergeht, obwohl die USA ihre Militärberater wegen des sich verschärfenden Bürgerkrieges im Jemen abgezogen hatten.

„Rote Linie überschritten“

Unterdessen drohte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition den Huthi-Rebellen mit Vergeltung für mehrere Angriffe auf saudisches Territorium mit acht Todesopfern. Die Miliz werde für die Attacke einen „hohen Preis“ bezahlen müssen, sagte der Sprecher der Koalition, Brigadegeneral Ahmed al-Assiri. Die Sicherheit Saudi-Arabiens habe „für die Koalition oberste Priorität“. „Sie haben eine rote Linie überschritten“, sagte al-Assiri.

Zuvor hatte Saudi-Arabien den Rebellen nach wochenlangen Luftangriffen eine fünftägige Feuerpause angeboten. Voraussetzung sei jedoch, dass sich auch die Huthi-Miliz daran halte, sagte Außenminister Adel al-Dschubeir bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem US-Kollegen John Kerry. Der genaue Termin der Waffenruhe werde in Kürze mitgeteilt, sagte der saudische Außenminister. Dieser begrüßte den saudiarabischen Vorschlag. Immer mehr Menschen werden Opfer der Luftangriffe und der Kämpfe zwischen den Huthis und Anhängern des ins saudische Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi. Große Teile der Infrastruktur des Landes sind zerstört, es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten.

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