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Israels nächste Justizministerin ist ihren (männlichen) Gegnern zu attraktiv

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Sie ist erst 39 Jahre alt, seit zwei Jahren Knesset-Abgeordnete und wird in Israels neuer Regierungskoalition das wichtige Justizministerium übernehmen: Ayelet Shaked von der rechtsnationalen Siedler-Partei Habayit Hayehudi.

Der Linken graut vor der Hardlinerin, wobei sich manche Männer zu sexistischen Äusserungen über die junge Frau hinreissen lassen.

«Endlich haben wir eine Justizministerin, die auf einem Kalender in einer Garage abgebildet sein könnte», spottete Ex-Minister Joseph Paritzky nach ihrer Nominierung auf Facebook. Nach Kritik an seinem Post erinnerte er daran, dass Shaked früher als Model arbeitete. Das rechtfertige seine Bemerkung, so Paritzky.

Noch schlimmer tönte es am Wochenende in der Klatschspalte der Netanjahu-kritischen Zeitung Yediot Achronot. Am Donnerstag hatte Shaked in einem Luxushotel ihre Nominierung und ihren Geburtstag gefeiert. Am Morgen danach sei sie am Pool erschienen, «zur Enttäuschung der Hotelgäste bekleidet», hiess es dort.

Linke Frauen sind über diese schlüpfrigen Anfeindungen empört – auch weil sie sich gezwungen sehen, Shaked zähneknirschend in Schutz zu nehmen. «Ich werde sie nicht vor harter Kritik verschonen, wenn sie ihre Position missbraucht, um unserem Rechtsstaat Schaden zuzufügen», schreibt Zehava Galon, Chefin der linksgerichteten Meretz-Partei, auf Facebook. Allerdings werde sie auch nicht schweigen, wenn «täglich irgendjemand die Öffentlichkeit mit solch erbärmlichen Aussagen über sie verschmutze.»

Vor einem Jahr sorgte Shaked, die mit einem Kampfpiloten verheiratet und Mutter zwei Kindern ist, mit einem umstrittenen Facebook-Post für Aufsehen. Nach der Ermordung von drei jüdischen Teenagern zitierte sie aus einer Rede des verstorbenen ultrarechten Journalisten Uri Elitzur, wonach Israel nicht gegen eine bestimmte palästinensische Gruppierung, sondern gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung Krieg führe. Auch in der Vergangenheit seien tausende zivile Todesopfer nötig gewesen, um das Böse zu besiegen.

Nach einem kritischen Artikel in The Daily Beast ruderte sie teilweise zurück. «Ich verurteile jegliche Gewalt gegen unschuldige Zivilisten, egal ob jüdisch oder arabisch», schrieb sie damals in einem Gastbeitrag in der Jerusalem Post, ohne sich allerdings von den zentralen Thesen Elitzurs zu distanzieren.

Wie die linksliberale Tageszeitung Haaretz schreibt, ist Shaked auch punkto Vulgarität kein Kind von Traurigkeit.

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