Bildquelle: AMEPRES/krj

Syrien: IS-Miliz rückt vor, Russland bombardiert – Kämpfe in Aleppo nehmen zu

(Bildquelle: AMEPRES/krj)

Im syrischen Aleppo gibt es offenbar die schwersten Kämpfe seit Jahren. Laut Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind seit Samstag mindestens 64 Menschen bei Kämpfen der syrischen Armee und russischen Luftangriffen getötet worden, darunter 28 Kinder.

Die Angaben der Beobachtungsstelle mit Sitz in London lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Das russische Militär führte laut Nachrichtenagentur Interfax am Wochenende mehr als 130 Luftangriffe aus. Dabei sei ein Ausbildungslager der IS-Miliz nahe Aleppo getroffen worden.

Der Westen und die USA werfen Moskau vor, neben der IS-Miliz auch Stellungen der gemäßigten Rebellen zu bombardieren.

Die zweitgrößte Stadt Syriens ist seit drei Jahren geteilt zwischen Rebellengruppen im Westen und regimetreuen Milizen im Osten. Die Lage in der ehemaligen Wirtschaftsmetropole hat sich dramatisch zugespitzt. Laut UNO liegen 80 Prozent der Altstadt in Trümmern, 50 Prozent der Einwohner sind geflohen. Auch die IS-Miliz rückt immer weiter auf die Metropole vor. Von Norden her erobert sie Gebiete, die bisher von syrischen Rebellen kontrolliert wurden und die als wichtige Nachschubrouten. Die Rebellen in Aleppo und der sie umgebenden gleichnamigen Provinz sind keine homogene Gruppe. Es gibt darunter Radikalislamisten, Islamisten, Moderate sowie kurdische Milizen.

Die syrischen Regierungstruppen werden am Boden von iranischen Soldaten und der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt. Begleitet von russischen Luftangriffen führen sie eine Offensive im Norden Syriens aus. Aus Hama bewegen sie sich auf Aleppo zu. Die Syrische Beobachtungsstelle berichtete von schweren Gefechten im Nordwesten des Landes.

Bei der internationalen Syrien-Konferenz in Wien einigten sich die Teilnehmerstaaten, dass Syrien nicht zersplittert werden dürfe und die territoriale Einheit erhalten werden müsse – wie eine Kooperation der Weltmächte aussehen könnte, darüber will man in zwei Wochen beraten.

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