Bildquelle: Canti Palacios

Bürgermeister auf Samos: «Wir haben nicht einmal mehr genug Essen für die Flüchtlinge»

(Bildquelle: Canti Palacios)

Auf der griechischen Insel Samos wird die Versorgung der Flüchtlinge immer schwieriger – jetzt schlägt der Bürgermeister Alarm: Es gebe nicht einmal mehr genug Nahrung für die etwa 5000 Migranten.

Auch der Sindelfinger Europakoordinator Martin Horn, einer der Helfer vor Ort, warnte laut der Nachrichtenagentur dpa vor den Zuständen. In einem ehemaligen Gefängnis, das als Flüchtlingslager dient, ist offiziell Platz für 240 Menschen. Derzeit lebten dort gut 1200 Flüchtlinge, so Horn. Weitere 3500 befänden sich in einem provisorischen Lager am Hafen, wo sie sich zwölf mobile Toiletten und sechs Duschen teilten.

«Am Montag zum Beispiel wurden an das eine Lager nur 600 Rationen Essen für 1200 Menschen angeliefert. Aber die drei anwesenden Polizisten verteilten dieses Essen gar nicht erst, weil sie Angst hatten, die Situation könne im Streit um die wenigen Nahrungsmittel eskalieren», sagte Horn. «Ohne die grosse Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und der freiwilligen Helfer aus dem Ausland wäre die Versorgung schon längst zusammengebrochen.»

Noch immer versuchen Tausende, vor allem syrische Familien über die Türkei und die griechischen Inseln nach Nordeuropa zu gelangen. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen zwischen Januar und Oktober rund 560’000 Menschen über das Meer nach Griechenland.

Für diesen Freitag wurde ein Krisengipfel mit den Bürgermeistern der am stärksten betroffenen Inseln und Regierungschef Alexis Tsipras angesetzt. Vor zwei Wochen hatte Bürgermeister Angelopoulos bereits ein dramatisches Hilfegesuch an die Regierung in Athen gesandt. Er bat darin um 600’000 Euro Soforthilfe für die Grundversorgung der Flüchtlinge, für den Bau von provisorischen Unterkünften, für Sanitäranlagen und die Registrierung der Flüchtlinge.

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