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„Islamischer Staat“: Der Aufstieg der selbsternannten Gotteskrieger (Teil1-5/6)

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Dezember 2011: Abzug der letzten US-Einheiten aus dem Irak. (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/krj)

Nach acht langen Kriegsjahren verließen Ende 2011 die letzten amerikanischen Truppen den Irak. Der Krieg schien beendet zu sein. Die irakische Führung, so glaubte man auch in Washington, sei bereit, den weiteren Weg alleine zu gehen.

Der „neue demokratische Irak“

Der neugewählte irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki flog zu abschließenden Gesprächen nach Amerika. Es herrschte auf beiden Seiten großer Optimismus über die weitere Zukunft des Iraks. Im Land war man stolz darauf, dass die Besatzungsmacht endlich abgezogen war. Sowohl die Sunniten, wie auch die Schiiten reagierten positiv. Die amerikanisch Regierung und die Abgeordneten des neugewählten irakischen Parlaments präsentierten den Abzug als großen Sieg. Für Maliki selbst war es eine große Leistung, dass der Irak nun auf eigenen Füßen stehen würde. Obama sprach vom “neuen demokratischen Irak”. In der gemeinsamen Abschlusspressekonferenz der Gespräche am 13.Dezember 2011 in Washington sagte Obama: “Was wir erreicht haben, ist ein autonomer, geeinter Irak, mit enormen Potential.”

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Obama und Maliki bei den abschließenden Gesprächen zum Truppenabzug am 13.12.2011 (Bildquelle: AMEPRES/US-Gov.)

Doch schon währen der Gespräche in den USA erhielt Maliki einen Anruf aus der Heimat. Man berichtete ihm von einer politischen Verschwörung, in die sein Vize Tarik al-Hashemi verwickelt sein soll, der hochrangigste sunnitische Politiker in der schiitisch geführten Regierung. Hashemis Leibwächter wurden beschuldigt, einen Anschlag auf schiitische Ziel zu planen. Maliki informierte Obama darüber, doch dieser handelte nicht, sondern lies Maliki wissen, dass zur Klärung innerer Angelegenheiten ausschließlich die Gesetze des Iraks anzuwenden seien. Für Maliki war dies der Freibrief, der ihm die zukünftige Haltung der Amerikaner klar machte. Der deutliche Hinweis Obamas, dass es sich hierbei um eine interne Angelegenheit des Iraks handle, bedeutete für ihn grünes Licht beim zukünftigen Umgang mit den Sunniten – die USA würden ihm nicht im Weg stehen.

Das tat die US-Administration auch nicht, als sich Maliki bei der Kabinettsbildung quasi uneingeschränkte Macht sicherte, in dem er neben dem Premierministeramt noch die Posten des Innenministers, Verteidigungsministers, Geheimdienstchef, Oberkommandierenden der Armee und Chef des Nationalen Sicherheitsrates vereinnahmte.

Maliki bereitete den Weg für den sunnitischen Aufstand

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Tarik al-Hashemi währen eines Interviews 2015 (Bildquelle: AMEPRES/Phoenix-Screen/cro)

Maliki kehrte in den Irak zurück. Und nur einen Tag, nachdem die letzten US-Soldaten das Land verlassen hatten, befahl Maliki Hashemi zu verhaften. Für viele Iraker war das eine Überraschung. Man glaubte nicht daran, dass Maliki tatsächlich von den USA unabhängig agieren konnte. Hashemi entzog sich der Verhaftung, floh nach Katar und wurde während seiner Abwesenheit zum Tode verurteilt. Bis heute versichert dieser, dass weder er, noch seine Leibwächter jemals Anschläge planten. Man habe seine Leibwächter unter brutalster Folter zu Geständnissen gezwungen. Die Wahrheit wird wohl nie ans Licht kommen; klar ist jedoch, dass sie in der Zentrale der Bagdadbrigade festgehalten wurden. Durch das irakische Ministerium für Menschenrechte und dem Rote Kreuz ist belegt, dass dort Folter stattfand.

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Sunnitische Häftlinge in der Zentrale der Bagdadbrigade (Bildquelle: AMEPRES/BBC-Screen/krj)

Tarik Al-Hashemi und seine Bodyguards waren nur erste prominente Ziele von Maliki. Tausende Sunniten wurden im ersten Quartal 2012 wegen des Verdachts der Subversion festgenommen und ohne Anklage eingesperrt. Nahezu das gesamte Parlament redete auf Maliki ein, dass man so nicht mit Menschen umgehen könne, dies sei Diskriminierung, aber er lies sich nicht beirren. Im Gegenteil: Viele Sunniten kamen nicht einmal ins Gefängnis, sie fielen einer sich schnell bildenten schiitischen Miliz zum Opfer – per Kopfschuss hingerichtet, mit den Hände hinter dem Körper gefesselt, wurden sie zum alltäglichen Straßenbild Bagdads.

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Sunniten, im März 2012 auf offener Strße hingerichtet. (Bildquelle: AMEPRES/Archiv/hme)

Nuri al-Maliki sah in der sunnitischen Minderheit al-Kaida, die alten Machthaber der Baath-Partei, Militärputsch und Verschwörung. Alle Sunniten, davon war er zu tiefst überzeugt, verachten ihn und wollen mit allen Mitteln zurück an die Macht. Hinzu kam, dass viele enge Verwandte Malikis von Saddams sunnitischem Regime gefangen genommen und gefoltert wurden. Es war der Schatten von Saddam Hussein, der ihn umtrieb. Unabhängige Psychologen, die ihn im ersten Jahr seiner Regierungszeit beobachteten, sahen einen Mann, der von einer schweren psychotischen Paranoia getrieben wurde.

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Sunnitische Stammesführer pochen auf Mitbestimmung (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/cro)

Maliki brachte auch die sunnitischen Stämme gegen sich auf, die von den Amerikanern mit Geld für den Kampf gegen al-Kaida gewonnen werden konnten. Ihnen hatte man eine politische Mitsprache im neuen Irak zugesagt. Er misstraute ihnen und ihrer Macht, unterstützte sie nicht als potentielle Kräfte die die Regierung später hätte brauchen können, sondern stellte sie weitestgehend kalt.

Ein weiterer Schlüssel zur späteren Entwicklung war, dass sunnitischen Führern bei Armee und Polizei ihre Ämter genommen und diese durch Schiiten besetzt wurden. Dadurch fühlten sich die Sunniten landesweit gänzlich ausgeschlossen. Ihnen wurde klar, dass es für sie keinerlei Mitbestimmung, keinen politischen Einfluss und damit keine lebenswerte Zukunft im Irak geben wird – so kam es auch.

Erst in Syrien wurde ISIS zu ISIS

Unterdessen wurde al-Kaida im Irak in die Wüsten im Westen des Landes zurückgedrängt. Die Gruppe, die später zum IS werden sollte, besaß keine große Schlagkraft mehr. Die Amerikaner und sunnitische Milizen hatten sie stark geschwächt. Der sunnitische Aufstand war gebrochen. Was übrig blieb, waren kampferbrobte al-Kaida-Männer, ein paar verbitterte Stammesfürsten und ehemalige Offiziere aus Saddams Armee, die hofften, wieder an die Macht zu kommen. Eine Ansammlung eiskalter Killer. Das US-Militär hatte es nicht geschafft, diese Leute im Krieg umzubringen.

Auch waren da noch die vielen jungen Männer, die in den Gefängnissen saßen. Manche erst unter Maliki eingesperrt, andere waren noch in Camp Bucca, einem Gefangenenlager in der Nähe der Hafenstadt Umm Qasr im Süden des Iraks. Dort, wo von 2004 – 2007 auch Abu Bakr al-Baghdadi, der spätere Anführer des IS, eingesessen hatte. In Bucca hatten die USA auch viele alte Saddam-Generäle und Geheimdienstler gemeinsam mit vermeintlichen sunnitischen Islamisten interniert. Für Baghdadi war die Zeit in Umm Qasar der Wendepunkt in seinem Leben. Der Umgang mit den ehemaligen Hardlinern radikalisierte ihn.

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Abu Bakr al-Baghdadi vor seiner Inhaftierung in Camp Bucca (Bildquelle: Webscreen)

Nach seiner Entlassung aus Bucca, die US-Behörden hatten ihn nicht länger als gefährlich eingestuft, wird Baghdadi Oberhaupt von al-Kaida im Irak. Er leitet Angriffe aus dem Hinterhalt und koordiniert Selbstmordattentate. Doch er hatte größere Ambitionen. Im Sommer 2011 schickte er ein paar Leute nach Syrien, die dort mit den Rebellen die schiitische Regierung Assads bekämpfen sollten. Für Baghdadi war der Krieg in Syrien und die damit verbundene Destabilisierung des Landes ein Geschenk. Plötzlich brach der gesamte syrische Staat zusammen und im Grenzgebiet zwischen dem Irak und Syrien entsand eine große Leere. So kam wieder Leben in die Gruppe der verbliebenen Rebellen. Erst in Syrien wurde der IS zu dem, was er heute ist – Syrien machte ISIS zu ISIS.

Es ist unklar, wie viele al-Kaida-Leute von 2011 bis 2012 aus dem Irak nach Syrien gingen, aber mit ihrer Ankunft in Syrien, waren sie plötzlich wieder handlungsfähig und in der Lage Kämpfer zu rekrutieren. Ihre Botschaft fand hauptsächlich bei syrischen Sunniten Gehör, die auf einen Bürgerkrieg gegen die schiitische Regierung hofften.

Al-Kaida kämpfte anfangs an der Seite dutzenter sunnitischer Rebellengruppen und wurde schnell zur stärksten Kraft im syrischen Aufstand. Aus den paar Männern, die Baghdadi dach Syrien geschickt hatte, entwickelte sich quasi aus dem Nichts innerhalb von nur 12 Monaten eine schlagkräftige Armee. Bereits Mitte 2012 leiteten sie Operationen im ganzen Land.

Maliki provozierte eine Revolution der Stämme

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Rafi al-Issawi (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/mag)

Im Irak gingen Malikis Säuberungsaktionen weiter. Im Dezember 2012 lässt er die Polizei gegen die Leibwächter des sunnitischen Finanzministers Rafi al-Issawi vorgehen. Issawi mochte jeder, er genoss sehr großen Respekt. Auch gibt es bis heute keine Hinweise darauf, dass seine Bodyguards irgendetwas rechtswidriges taten. Als sie festgenommen wurden empfand man dies als einen großen Affront gegen die friedliche sunnitische Gemeinschaft, weil jeder wusste, dass Rafi al-Issawi ein friedvoller Mensch war. Hunderttausende Iraker waren sehr aufgebracht. Für sie ging es um ihre sunnitische Würde. Es folgten die größten Demonstrationen, zehntausende Menschen gingen auf die Straßen Falludschas und Ramadis, um gegen Malikis Antisunniten-Politik und für ihre Rechte zu protestieren. Sie hatten legitime Forderungen. Unschuldige Glaubensbrüder saßen in den Gefängnissen, manche seit zwei, drei oder sogar sechs Jahren, die meisten von ihnen ohne Gerichtsurteil. In vielen sunnitischen Gemeinden gab es alle zwei Wochen große Razzien, bei denen Malikis Milizen willkürlich junge Leute mitnahmen und über Monate festhielten.

Aus der versprochenen vollständigen Integration der Sunniten in Gesellschaft und Politik des Iraks war, innerhalb von nur einem Jahr, eine Hatz auf sie geworden. Maliki versuchte den Eindruck zu vermitteln, es handle sich dabei nur um Terroristen, doch auch im weißen Haus bemerkten einige was im Irak wirklich passierte. Obamas Botschafter im Irak warnte, dass Maliki unter Kontrolle gebracht werden müsse. Aber Demokraten und Republikaner waren sich einig darin, dass „der Irak“ ein „Fehler“ war, der Krieg aber nun vorbei sei. Es fehlte Obama jegliche Motivation einzugreifen. In Washington händelte man das Problem so, wie auch in den anderen 150 Ländern, in denen offensichtlich wurde, dass sich Dinge falsch entwickelten: Mit einem kurzen Telefonat. Natürlich hat die Obama-Administration dabei von Maliki und seiner Regierung verlangt, dass sie sich an demokratische Regeln zu halten haben, doch tat man dies sehr diskret und ohne Nachdruck. In den USA hoffte man einfach nur, gänzlich naiv, dass Maliki irgendwann selbst zurück treten würde, weil es dem Land gut täte. Andererseits fehlten Obama die Druckmittel. In die komplexe Situation der Region wollte in Amerika niemand erneut militärisch eingreifen. Also lies man die Dinge laufen, hielt sie politisch klein und schaute letztlich darüber hinweg. Maliki hatte so weiterhin absolut freie Hand, man zog ihn für keines seiner Vergehen zur Rechenschaft.

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2012: Sunnitische Demonstranten in Falludscha (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/krj)

Woche um Woche gingen mehr Menschen auf die Straßen. In Ramadi besetzten sunnitische Demonstranten die Hauptverbindungsstraße zwischen Bagdad und Jordanien. In anderen sunnitischen Städten, Falludscha, Mossul und Tikrit, kamen Verkehr und Handel zum Erliegen. Die Jugendarbeitslosigkeit betrug annähernd 50%, so hatten viele junge Männer Zeit, sich an den Protesten zu beteiligen. Unterstützung kam von den Sunniten aus der Arabischen Welt. Sie zahlten alles, was für den Aufstand nötig war: Verpflegung, Zelte und die Logistik. Einer der Hauptspender war Khamis al-Khanjar, ein in Jordanien lebender irakischer Geschäftsmann, der früher gute Verbindungen zu Saddams Baath-Partei gepflegt hatte. Er finanzierte auch die Gründung pro sunnitischer Fernsehsender wie Al-Rafidain TV, Baghdad TV und Al Fallujah TV. Viele finanzkräftige Sunniten, von denen sich heute einige im Netzwerk des IS wiederfinden lassen, schafften so die Basis für eine weitere Eskalation.

Der Zerfall des Iraks begann als Revolution der Stämme und das Feindbild war Maliki.

Maliki genoss großen Rückhalt in den eigenen Reihen

In Bagdad organisierten die irakischen Schiiten Gegendemonstrationen.

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Schiitische Pro-Maliki-Demonstration im Oktober 2012 (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/ter
Hier und in anderen schiitischen Städten im Süden des Landes ermutigte man Maliki. In den Schiitenhochburgen Bagdad, Basra, Babylon und Nadschaf war er beliebt und sein Vorgehen gegen die Sunniten machte ihn noch beliebter. Damit gab es für ihn zu dieser Zeit keinen Anlass damit aufzuhören. In den eigenen Reihen stand man geschlossen hinter Maliki.

In Syrien wurde al-Kaida unterdessen immer stärker

In der Anfangszeit war die Gruppe noch auf Spenden reicher Sunniten angewiesen. Saudi-Arabien, Kuweit, die Emirate, alle Golfstaaten und auch andere Länder fingen an, sunnitische Oppositionsgruppen zu unterstützen. Sie schauten nicht wirklich hin, bei wem ihre Hilfe letztendlich landete.

Lange war al-Kaida auf diese Spenden aber nicht angewiesen. Die Gruppe erweiterte ihren Einflussbereich schnell und wurde weitgehend autark. Die Kämpfer raubten Banken aus, erpressten, eroberten syrische Transportwege und schließlich die ersten syrischen Ölfelder. Sie agierten sehr klug und wussten, solange sie diese Ölfelder kontrollieren, können sie auf dem Schwarzmarkt Geld verdienen – und sie arbeiteten sich sehr zielstrebig von Feld zu Feld vor.

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Propagandavideo von 2013 (Bildquelle: youtube-Screen)

Zu dieser Zeit begann die Gruppe auch, die sozialen Netzwerke gezielt für Propagandazwecke zu nutzen. Erste professionelle Videos tauchten im Netz auf. Dort hielt man die erfolgreiche Durchführung eigener Operationen fest, stellte die Filme ins Netz und erweiterte so innerhalb kürzester Zeit den Unterstützerkreis weltweit.

Obama war gelähmt

Der US-Botschafter in Syrien, Robert Stephen Ford, warnte den Senat, dass al-Kaida und ihr nahe stehende Gruppen die unkontrolliert operieren können, ein großes Risiko für die USA darstellen. Er drängte dazu, schnell Hilfe für die pro-westlichen syrischen Rebellen zu bewilligen, sonst werde al-Kaida zur dominierenden Kraft in Syrien. Ford verglich diese Entwicklung, mit der Lage im Jemen, Somalia oder Afghanistan.

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US-Botschafter Robert Stephen Ford unterrichtet Obama über die Situation in Syrien (Bildquelle: US-Gov.)

Präsident Obama entschied sich jedoch, keine Waffen nach Syrien zu schicken. Aus seinem Umfeld war zu hören, dass er Angst davor hatte, die Waffen könnten in die falschen Hände geraten. Wahrscheinlicher ist aber, dass er eine Einmischung in Syrien vermied, weil er davon ausging, dass dies mittelfristig unausweichlich zu einem militärischen Einsatz führen würde. Amerika war nicht bereit 150000 Soldaten wie im Irak oder 500000 wie in Vietnam in einen Krieg nach Syrien zu schicken. Diese Angst, nach dem Desaster im Irak und dem unsäglichen Einsatz in Afghanistan, lähmte ihn Alternativen zu denken. So hielt sich Obama 2012 komplett aus den Entwicklungen in Syrien heraus.

Im März 2013 wurde ISIS geboren

Ohne amerikanische Waffen hatten es die gemäßigten Rebellengruppen schwer. Al-Kaida wuchs und war bereit, sich auch im Irak weiter auszudehnen. Im Rahmen einer Kampagne namens „Mauern brechen“, stürmten al-Kaida-Kämpfer irakische Gefängnisse und füllten ihre Reihen mit befreiten Häftlingen.

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Der spätere ISIS-Banner wird im März 2013 erstmals in Ramadi geschwenkt (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/krj)

Im März 2013 tauchten bei den Protesten in Ramadi plötzlich erstmals schwarze al-Kaida Flaggen auf. Zu dieser Zeit geben die Kämpfer ihrer Gruppe einen Namen: „Islamischer Staat im Irak und Syrien“, kurz ISIS.

Malikis schlimmste Befürchtungen wurden wahr

Das war der Wendepunkt. Die Regierung änderte ihre Haltung zu den Protesten.

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Aufmarsch der Sicherheitskräfte im Camp Al-Hawidscha (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/cro)
In einem sunnitischen Protestcamp in Al-Hawidscha kommt es im April 2013 zur Konfrontation zwischen sunnitischen Deemonstranten und den irakischen Sicherheitskräften. Die Fakten sind bis heute unklar. Sicher ist jedoch, dass es gezielt eingeschleuste Provokateure gab. Einer dieser Radikalen, der vermutlich von al-Kaida in das Camp geschickt worden war, tötet einen Polizisten. Maliki reagiert darauf mit massiver Gewalt. Niemand hatte bis dahin gedacht, dass die irakische Armee Demonstranten in Hawidscha angreifen würde. Sie demonstrierten dort seit Monaten friedlich. Plötzlich griff das Militär mit Panzern und schweren Fahrzeugen an und tötet wahllos, mit äußerster Prutalität, Demonstranten. Zeugen, die vor Ort waren, berichteten von hunderten, ja aberhunderten Leichen auf den Straßen.

Dies machten sich die ISIS-Leute zu Nutze und sagten den Demonstranten, dass sie mit ihrem friedlichen Protest nicht weit kommen werden, dass man endlich Stärke durch Gewalt zeigen müsse. Mit diesem Argument gewannen sie noch mehr Unterstützung und schnell auch an Boden. Es waren viele junge Männer, die einst friedlich in Ramadi und Hawidscha gegen die Regierung demonstriert hatten und sich jetzt ISIS anschlossen, um in den bewaffneten Kampf zu ziehen. Viele von ihnen waren sunnitische Studenden aus Bagdad, die dem gemäßigten Widerstand angehörten. Sie hatten bei den Wahlen 2010 für eine neue Regierung in Bagdad gestimmt, doch ihre Hoffnungsträger wie Rafi al-Issawi und Tarik al-Hashemi, ebenfalls arabische Sunniten, wurden verfolgt und gedemütigt. Bis zu den Übergriffen in Hawidscha hatten sie es mit zivilem Ungehorsam versucht, doch jetzt griffen sie zu den Waffen und sahen in ISIS einen starken Verbund gegen Malikis Regierung.

Unter den Führern der sunnitischen Gemeinschaft des Iraks gab es viele vernünftige Personen, gemäßigt und weltlich gebildet, nur fragten auch die sich, was sie gegen Malikis Armee noch ausrichten könnten. Die einzigen die sie beschützten waren die brutalen ISIS-Kämpfer. Sie mochten diese, prahlend mit ihren Waffen durch die Straßen ziehende Gang nicht, doch es gab sonst niemanden der ihnen schützend zur Seite stand – die Amerikaner waren nicht mehr da.

Jahre zuvor hatte die sunnitische Führung die USA davor gewarnt, was passieren würde, wenn Maliki sein Versprechen nicht halten sollte, die irakischen Sunniten an der Macht teilhaben zu lassen. Die Botschaft damals war: „Wenn wir wieder in die Ecke gedrängt werden, dann wehren wir uns. Diesmal werden wir nicht stoppen, wir nehmen Bagdad ein und zerstören es oder sterben bei dem Versuch.“

ArtikelgrafikMitte 2013, drei Monate nach den Ereignissen in Hawidscha, gelang den ISIS-Milizen ein spektakulärer Angriff am Stadtrand von Bagdad. Sie befreiten aus dem Gefängnis von Abu Ghraib über 500 Gefangene. Die Haftanstalt lag keine zehn Kilometer vom internationalen Flughafen Bagdads entfernt. ISIS gewann damit eine erste große Schlacht in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum der Hauptstadt und weltweit wurde darüber berichtet, wie ISIS-treue Sunniten praktisch große Teile der Provinz al-Anbar einnahmen. Ein Propagandaerfolg, an den ISIS die klare Botschaft knüpfte, dass sie es sind, die alle Mittel haben, Malikis Armee zu zerstören. Die Botschaft die sie damals transportierten war eindeutig: „Dies war nur der Anfang, die Hölle kommt erst noch.“

Zu dieser Zeit holte sich die Gruppe weitere Verstärkung jenseits der syrischen Grenze. Es war klar geworden, dass die syrische Armee ISIS nicht aufhalten kann.

Die irakische Führung in Bagdad war besorgt. Viele seiner Minister redeten auf Maliki ein, dass dieser seine amerikanischen Freunde um Hilfe bitten solle, denn alleine werde das nicht zu schaffen sein. Immerhin stand die irakische Demokratie auf dem Spiel, da könne Amerika nicht zuschauen, glaubte man in Regierungskreisen.

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Maliki bei seinen USA-Besuch im Oktober 2013 (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/krj)
Ende Oktober 2013 machte sich Maliki kleinlaut auf den Weg nach Washington. Im Gebäck hatte er zwei Botschaften. Die eine war die Bedrohung durch ISIS, die andere, dass man keine Kontrolle über die Grenze zu Syrien mehr habe und dass dem Irak die Hellfire-Raketen ausgingen. Maliki warnte damit vor einer existentiellen Bedrohung, mit der sein Land konfrontiert war.

Doch außer weitere Hellfire-Raketen sah Obama keine Chance auf eine weitere Unterstützung, obwohl auch die amerikanischen Geheimdienste und das Außenministerium wegen ISIS beunruhigt waren. Sie warnten monatelang vor der Expansion der sunnitischen Milizen. Der amerikanische Auslandsgeheimdienst sah, dass sie ihre Operationen im Irak ausweiteten und sich in Syrien absolut unkontrolliert ausdehnten. Die Regierung in Washington hatte demnach ein genaues Bild über die Lage im Irak und in Syrien, ebenso eine Einschätzung darüber, was im Irak passieren könnte. Obama hätte damals durchaus weitere Schlussfolgerungen daraus ziehen können.

Aber auch 2013 blieb Amerika weitestgehend untätig. Zwar stimmte man einer geringfügigen Aufstockung militärischer Mittel zu, doch trotz aller Warnungen blieb der Präsident hart. Maliki wurde nicht mehr als vertrauenswürdiger Partner angesehen. Bei öffentlichen Auftritten am Rande des Maliki-Besuches zeigte Obama zwar keine sonderliche Strenge gegenüber dem irakischen Präsidenten, hinter verschlossenen Türen jedoch, machte er Maliki klar, dass er nicht die Hilfe Amerikas brauche, sondern vor allem ein politisches Programm hinter dem alle Iraker, also auch die Sunniten, stehen können.

Dieser flog ohne entscheidende Zusagen zurück nach Bagdad und schlug bereits im Dezember 2013 erneut zu. Diesmal gegen den sunnitischen Hardliner Abu Ahmad al-Alwani. Alwani war sunnitisches Parlamentsmitglied und wetterte gegen Malikis Regierungsmitglieder: „Geduld hat Grenzen. Alle kriminellen, sektiererischen und unsauberen Menschen sollen wissen, dass wir sie – so Gott will – einen nach dem anderen enthaupten werden.“

Maliki hatte genug von ihm. Er lies seine Sicherheitskräfte das Haus Alwanis stürmen. Sein Bruder wurde während der Operation getötet, Alwani selbst abgeführt. Niemand hat ihn je wieder gesehen.

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Nach dem nächtlichen Sturm auf das Haus al-Alwanis (Bildquelle: youtube)

Nach dieser Aktion schickte Maliki sein Militär nach Ramadi und ließ dort das Protestcamp räumen. Dieser Schritt hatte fatale Folgen. Es provozierte einen sunnitischen Aufstand. Die Sunniten waren es leid unterdrückt zu werden,

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ISIS-Milizen werden als Befreier gefeiert (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/cro)
sie forderten die Regierung auf, ihre Soldaten aus den sunnitischen Städten abzuziehen. ISIS nutzte die Stimmung aus und drang in die Städte ein. Dort feierte man sie als Befreier.

Kapitel 1 des Irakkrieges 2014 begann

Die ersten Kämpfe dauerten nur ein paar Tage und zeigten auf eine erschreckende Weise, dass die irkasche Armee dieser Truppe nicht gewachsen war. Nach ersten schnellen Erfolgen nahm ISIS im Nordirak Mossul ins Visier, die zweitgrößte Stadt im Irak. Monate vor dem Angriff wurde der damalige irakische Außenminister, Hoshyar Zebari, von einem kurdischen Geheindienstler vor einer Offensive auf die nordirakische Metropole gewarnt. Er informierte Maliki darüber, dass er „ernste Sorgen habe, die Terroristen hätten sich niedergelassen. Sie haben ihre Lager in der westlichen Wüste, nahe der Syrischen Grenze aufgeschlagen und sie wollen Mossul militärisch überrollen.“ Doch Maliki nahm die Warnung seines Ministers nicht ernst. Zebari wendete sich auch ans weiße Haus. In den USA stellte man ihn mit der Zusage ruhig, dass man die Unterstützung gegen ISIS verstärken werde. Ein Zugeständnis, auf das jedoch abermals keine Daten folgten. Zwar lieferte man die bereits zugesagten Hellfire-Raketen in den Irak, um welche Maliki bei seinem letzten Gespräch mit Obama gebeten hatte, doch dies reichte bei weitem nicht aus.

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Autobomben explotieren im Zentrum von Mossul. (Bildquelle: AMEPRES/Almayat-TV-Screen/krj)
Heute weiß man, dass es damals noch eine große Chance gegeben hätte, ISIS mit nur geringem Aufwand aufzuhalten und sie gegenüber den wachsenden weltweiten Sympathisanten zu entzaubern.

Am 6. Juni 2014 schickte ISIS mehrere Selbstmordattentäter mit Autobomben ins Zentrum von Mossul. Nach den Explosionen folgten Lieferwagen voller Kämpfer. In einigen Stadtteilen werden diese herzlich empfangen. Bei ihrer Ankunft in der Stadt skandierten Sie: „Wir opfern unser Leben und unser Blut für den Irak!“

Die sunnitische Bevölkerung sah im irakischen Militär nichts anderes als eine verhasste schiitische Miliz, die jeglichen lokalen Rückhalt verloren hatte. Bereits am 10. Juni, vier Tage nachdem die ersten Autobomben in Mossul explotiert waren, zog sich das Militär nahezu kampflos aus Mossul zurück. Es waren nur 800 ISIS-Kämpfer und die Unterstützung ehemaliger Baath-Militärkader nötig, um eine Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern einzunehmen. Selbst die ISIS-Führer hatte das überrascht. Man hatte nicht erwartet, dass es gelingen könnte, die gesamte Stadt einzunehmen. Diese erste Offensive war von den ISIS-Strategen ursprünglich als Befreiungsaktion geplant, mit der sie lediglich , wie bereits beim Angriff auf Abu Ghraib in Bagdad, Häftlinge aus dem mossuler Gefängnis befreien wollten. Doch was passierte war unglaublich, sie rollten mit ein paar Kämpfern in die Stadt ein und die gesamte irakische Armee kollabierte. So nutzten sie den Moment und nahmen nicht nur das lokale Gefängnis, sondern gleich die gesamte Millionenstadt unter ihre Kontrolle.

Durch die Eroberung Mossuls wurde aus den Terroristen eine Streitkraft

Das irakische Militär war aus Mossul geflohen. Zurück ließen sie tonnenweise hochmodernes amerikanisches Kriegsgerät.

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ISIS-Siegeszug mit erbeuteter amerikanischer Kriegsausrüstung durch Mossul . (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/cro)

Davon hätte Bin Laden nie zu träumen gewagt, dass eine Gruppe, radikaler noch als seine al-Kaida, solche Waffen haben würde: Amerikanische Panzer, 155 Millimeter Artilleriegeschütze und unzählige amerikanische Panzerwagen. Binnen weniger Tage wurde aus der Terrorgruppe eine Armee mit schweren Waffen.

GrafikISIS sicherte Mossul und zog, bestens bewaffnet, schnell weiter den Tigris entlang. Sie eroberten in wenigen Wochen die irakischen Städte Qayyarah, al Shirqat, Hawaija und Tikrit, die Heimatstadt von Saddam Hussein.

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Massenhinrichtung in Tikrit (Bildquelle: youtube / ISIS-Propaganda-Video)
In Tikrit kesselten sie hunderte irakische Soldaten ein und filmten deren Massenhinrichtung.

Am 29.Juni 2014 ruft ISIS das Kalifat aus und wird zum IS

Al-Kaida war eine Untergrundorganisation, sie konnten verletzen, verstümmeln, terrorisieren und Bomben werfen. Man kannte ihre Taktik. ISIS jedoch hatte eine ganz andere Strategie: Sie wollten einen Islamischen Staat errichten, ein Kalifat, eine Islamische Nation für alle Moslems weltweit, die keine politischen Grenzen akzeptiert. Fortan nannte sich ISIS IS, Islamischer Staat – und damit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der Organisation.

Der IS schaffte eigene Verwaltungsstrukturen, betriebt nun modernes Marketing ebenso wie die professionelle mediale Propaganda. Innerhalb der Organisation entstanden Abteilungen mit den unterschiedlichen Aufgaben. Gut ausgebildete westliche Medienprofis, die bestens mit den sozialen Netzwerken und der Webprogrammierung vertraut sind, konnten aus dem weltweiten Pool der Sympathisanten gewonnen werden. In den eroberten Städten organisierten IS-Verwaltungen ein auf Unterdrückung basierendes innerstaatliches Leben; strukturierten Versorgung, Bildung, Polizei und die niedere Gerichtsbarkeit nach der Scharia.

„Das sind die ersten Grenzen die wir einreisen“

Nach den schnellen Erfolgen im Irak erobert der IS Gebiete an der syrischen Grenze und definierte ein globales Ziel: „Wir werden alle Barrieren brechen, im Irak, in Jordanien, im Libanon, überall in Nahost und schließlich auf der ganzen Welt.“

In immer professioneller werdenden Videos wurden Muslime weltweit aufgerufen, sich dem IS anzuschließen. Niemals zuvor hatte jemand das Kalifat ausgerufen. Die traditionellen Salafisten glauben, dass sie eine religiöse Verpflichtung haben, Loyalität zu schwören. Sie sind traditionelle fundamentalistische Extremisten und ihr Glaube verlangt von ihnen, dem Kalifen zu folgen, wenn er sie ruft. Sicher war es den IS-Führern bewusst, dass nicht alle Salafisten dies tun würden, doch sahen sie, auch aufgrund ihrer Erfolge bei der Rekrutierung und dem Zustrom von kampfbereiten jungen Männern aus vielen Ländern, das enorme Potential. Sie rechneten sich aus, dass dies, wenn nur ein Prozent ihrer Glaubensbrüder mit ihnen in den Dschihad ziehen würden, Zehntausende neue Kämpfer aus Nigeria, Saudi-Arabien, Nigeria – aus jedem sunnitisch geprägtem Land – wären.

Baghdadi ruft zum Kampf für den Dschihad gegen die Ungläubigen

Im Westen sah man den IS lange als Nachfolger von al-Kaida. Historisch betrachtet ist er das auch, doch politisch und strategisch hatte er nichts mit al-Kaida gemein. Der IS will einen realen islamischen Staat errichten. Dies war längst keine postmoderne virtuelle al-Kaida-Idee mehr, die weiterhin nur in den Köpfen existierte, sondern man hatte begonnen etwas zu schaffen, was bereits einem echten Staat nahe kam.

Am 4. Juli 2014 unternahm der IS einen weiteren ungewöhnlichen Schritt. In dem von ihnen besetzten Mossul stieg IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi auf die Kanzel der großen Moschee und hielt eine Predigt. Die al-Kaida-Führer Bin Laden und Zawahiri haben so etwas nie getan. Dies am helllichten Tage und in einer arabischen Stadt zu tun, die vor kurzem noch unter amerikanischer Kontrolle stand, war eine demonstrative Geste, mit dem Ziel, weitere Unterstützer anzuziehen: „Die Zeit ist gekommen. Der Prophet ruft seine Armeen zum Kampf für den Dschihad gegen die Ungläubigen. Wenn ihr wünscht, was Gott euch versprochen hat – dann zieht in seinem Namen in den Dschihad.“ Nach Baghdadis Predigt strömten weitere tausende Dschihadisten nach Syrien und in den Irak.

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Abu Bakr al-Baghdadi predigt von der Kanzel der großen Moschee in Mossul (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/nes)

Hinter dem IS steckt das alte Regime

In fast jedem Land der Erde gibt es junge unzufriedene Männer und Frauen, die keine Lebensperspektive sehen und jetzt glaubten, Teil von etwas besonderem werden zu können. Sie konnten sehen, wie der IS seine Erfolge im Irak und in Syrien feierte und dort große Gebiete eingenommen hatte. Anders als bei Bin Ladens al-Kaida kämpften die IS-Milizen unter erfahrenen Ex-Militär-Offizieren. Einige der oberen Führungspositionen besetzten Baath-Leute aus Saddams Armee. Hinter der IS-Verwaltung steckt die alte Baath-Partei und damit das ehemalige Regime. Somit bündelte man administratives und strategisches Wissen ohne das der IS seine Pläne nicht hätte umsetzen können. Diese Leute wussten, wie man Artillerie einsetzt, wie man Panzer fährt, wie man Verteidigungspositionen einnimmt, wie man Offensiven führt und wie man staatliche Strukturen schafft.

Der Kampf gegen die Kurden im Nordirak

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Mit schweren amerikanischen Waffen gegen die Peschmerga im Nordirak (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/krj)
Im August 2014 demonstrierte der IS militärische Stärke und drang mit den erbeuteten schweren amerikanischen Waffen in kurdisches Territorium ein und überrollte die kurdischen Peschmerga. Diese galten bis dahin als die härtesten Kämpfer im Irak. Minderheiten im Nordirak, Christen, Jesiden, Schabaken und Turkmenen, stehen vor einer schweren Entscheidung: Konvertieren, sterben oder Flucht nach Kurdistan. Zehntausende Jesiden flüchteten aus ihren Häusern in die Berge Sindschars.

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Massenflucht der Jesiden ins Sindschar-Gebirge (Bildquelle: AMEPRES/Screenarchiv/cro)

Unterdessen näherten sich die IS-Kämpfer Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 40 amerikanische Militärberater in Erbil. Die USA haben eine besondere Beziehung zu Kurdistan und Betreiben dort ein US-Konsulat. Man sah die Autonome Republik als Lichtblick in der Region: TOTAL, Chevron, EXXON und Gazprom Neft, globale Energiekonzerne, haben dort eine Billion Doller investiert.

USA fliegt erste Luftschläge und drängen Maliki zum Rücktritt

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Die Bilder der ersten amerikanischen Luftschläge im Nordirak gehen um die Welt (Bildquelle: United States Air Force)
Die Gefährdung von Erbil veranlasste die amerikanische Regierung einzugreifen. Erst als US-Einrichtungen in Erbil in Gefahr waren, entschloss man sich in Washington dazu, die eigene Luftwaffe einzusetzen. Doch die USA verknüpfte weitere Hilfen mit einer Bedingung, sie verlangten den Rücktritt ihres eigenen Ziehkindes Maliki. Am 14. August 2014 räumte Maliki das Feld und die USA verstärkten ihre Luftangriffe.

Teil 6 folgt…

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