Afrika-Cup: Fußball um jeden Preis

16 Teams spielen ab Samstag in Gabun um den Afrika-Cup. Dabei war die Suche nach einem Gastgeber schwierig. Doch jetzt wollen Aubameyang und Co. den Titel in ihr Land holen.

„Die Menschen in Gabun haben gerade andere Sorgen“, sagte Afrika-Korrespondentin Linda Staude jüngst im Deutschlandfunk. Dennoch will das 1,7-Millionen-Einwohner-Land am Äquator den Africa Cup of Nations, die Afrikameisterschaft im Fußball, schultern. Trotz großer Sicherheitsbedenken, trotz einer hohen Arbeitslosigkeit, trotz wirtschaftlicher Probleme, trotz politischer Spannungen unter einem autokratischen Präsidenten Ali-Ben Bongo Ondimba.

Vom 14. Januar bis zum Endspiel am 5. Februar kämpfen 16 Teams um den Titel. Dabei war Gabun nicht die erste Wahl: Zunächst war Südafrika für die Titelkämpfe vorgesehen, tauschte aber 2013 mit Libyen wegen des dort tobenden Bürgerkriegs. Aber auch vier Jahre später waren die Libyer noch nicht bereit. Ägypten sollte einspringen, zog aber im vergangenen März zurück, und so wurde das Turnier kurzerhand an das kleine Gabun vergeben. Wohl auch, weil das Land schon 2012 als Co-Gastgeber mit dem nördlichen Nachbarn Äquatorialguinea Erfahrungen gesammelt hatte. Und weil das Staatsoberhaupt Fußballfan ist und das Turnier unbedingt haben wollte.

Kein Geld – nicht mal für billige Tickets

Da ist es offenbar egal, dass viele der Spiele vor halbleeren Rängen stattfinden werden, wie schon vor vier Jahren. Trotz niedriger Eintrittspreise von 80 Cent bis 50 Euro. „Man hat bisher nicht gehört, dass sich große Menschenschlangen um die Tickets gerissen hätten“, berichtet ARD-Korrespondentin Staude. Und das, obwohl doch Gabun mit dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang einen absoluten Topstar aufweisen kann. Aubameyang war 2015 Afrikas Fußballer des Jahres und zuletzt Zweiter bei dieser Wahl, geschlagen nur vom Algerier Riyad Mahrez, der in der vergangenen Saison maßgeblich am Überraschungs-Meistercoup von Leicester City in der englischen Premier League beteiligt war. Mit Algeriens Nationalmannschaft wäre ein Titelgewinn keine ganz so große Sensation. Denn Mahrez weiß, wie in Leicester, Islam Slimani an seiner Seite, dazu Schalkes Nabil Bentaleb oder Yassin Brahimi vom FC Porto, allesamt gestandene Profis.

Titelverteidiger Elfenbeinküste runderneuert

Von den sonstigen üblichen Verdächtigen fehlen diesmal Nigeria und Südafrika, die sich nicht qualifizieren konnten. Kamerun schlägt sich mit den Absagen vieler Leistungsträger herum, wie durch den Schalker Eric Maxim Choupo-Moting. So werden als Anwärter auf den Turniersieg häufig Titelverteidiger Elfenbeinküste und Rekordmeister Ägypten genannt,dazu noch das traditionell starke Ghana mit Schalkes Rahman Baba.

Die deutschen Bundesligen werden insgesamt durch elf Spieler vertreten sein, darunter Herthas Salomon Kalou, der in Berlin eine hervorragende Hinrunde absolviert hat und jetzt mit der Elfenbeinküste von der neuerlichen Afrikameisterschaft träumt. Kalou ist als letzter der „goldenen Generation“ um Didier Drogba übrig geblieben, die neuen Hoffnungsträger heißen Eric Bailly von Manchester United, Giovanni Sio von Stade Rennes oder Franck Kessie aus Bergamo. Sie alle werden ihren Klubs mindestens drei bis vier Spiele fehlen.

Das Eröffnungsspiel des Turniers bestreiten am Samstag in Libreville Gastgeber Gabun und Guinea-Bissau. In vier Vierergruppen werden die acht Viertelfinalisten ermittelt, das Endspiel findet am 5. Februar ebenso in Gabuns Hauptstadt statt.

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(Bildquelle und Bildrechte Titelbild: CC0 Public Domain)

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