Archiv der Kategorie: blastingnews

Ein Brief aus dem Jemen: „Wir haben gelebt wie Du in Deutschland“

„Es steht noch eine halbe Wand, dort, wo unsere Küche war. Wir hatten dort 20 Jahre gelebt, waren zufrieden. Hatten alles: Kinder, Arbeit, ein Auto…“

Abdul Nafi‘ steht ganz hinten in der Schlange. Sein Blick ist auf den Boden gerichtet. Der hagere Mann wirkt abwesend und unendlich verletzlich. Seine linke Hand umklammert einen riesigen gelben Kanister. Er steht wie all die anderen an, um an diesem Wochenende Wasser zu haben. Und er wird hier noch drei Stunden stehen – mindestens. Das ist Sanaa im April 2017. Das ist der #Jemen heute: Gescheitert und vergessen.

Ich habe Abdul Nafi‘ im Februar 2014 kennengelernt, als mein AMEPRES-Team über die AQAP, den jemenitischen Arm der al-Kaida berichtete und dafür zwei Wochen lang durch den Jemen fuhr (das Roadbook der Recherchereise).

Auch wenn das Land schon damals ein geschundenes war, so gab es doch noch Hoffnung. 10 000 Menschen protestierten in der Hauptstadt Sanaa gegen Saudi Arabien und seine Verbündeten. „Ihr werden es niemals schaffen uns in die Knie zu zwingen“, konnte man auf den Plakaten lesen.

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Migranten-Sklavenmärkte: Nur zwei Geschichten von vielen

Zwei dokumentierte Geschichten über Folter- und Vergewaltigungsexesse und den organisierten Sklavenhandel mit Flüchtenden

Die Internationale Organisation für Migration im Niger und #Libyen (IOM) konnte in den letzten Wochen schockierende Zustände auf den nordafrikanischen Migrationsrouten aufdecken. IOM spricht von „Sklavenmärkten“ auf welchen hunderte von jungen afrikanischen Männern, die man auf dem Weg nach Libyen gefangen genommen hatte, als Sklaven verkauft wurden.

SCs Geschichte: “Wenn jemand starb oder freigelassen wurde, kehrten Kidnapper auf den Markt zurück, um als Ersatz mehr #Flüchtlinge zu kaufen.“

Der Operations Officer des IOM Büros in Niger berichtete über die Rettung eines senegalesischen Migranten (bezeichnet als SC, um seine Identität zu schützen), der diese Woche nach einer dreiwöchigen Gefangenschaft befreit werden konnte.
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Professor Lichtman prophezeit Amtsenthebung von Donald Trump

Trump übersteht keine Legislaturperiode: „Das Fehlen von Prinzipien ist für einen Präsidenten sehr gefährlich“

Donald Trump als Nachfolger von Barack Obama als US-Präsident. Vor der Wahl hielten das wohl die meisten für sehr unrealistisch. Doch der Geschichtsprofessor Allan J. Lichtman sagte eben dies voraus. Der Washingtoner Wissenschaftler hatte sich schon früh öffentlich festgelegt, dass Clinton den Wahlkampf verlieren und Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden würde.

Absprachen mit Russland

In seinem jetzt erschienen Buch „The Case for Impeachment“ (sinngemäß übersetzt: Argumente für die #Amtsenthebung) prophezeit er die Amtsenthebung Trumps noch in dieser Legislaturperiode. Er beschreibt genau, was Trump den Kopf kosten kann. Eventuelle Absprachen mit Russland vor der Wahl sieht Lichtman als wahrscheinlichsten Grund für eine Amtsenthebungsverfahren. Ganz grundsätzlich aber sagt der Politologe: „Das Fehlen von Prinzipien ist für einen Präsidenten sehr gefährlich“.

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„Verstümmelte Körper gefunden“ – MSF erlebt unvorstellbare Gewaltexzesse

Die Zentralafrikanischen Republik ist eine der grausamsten humanitären Krisenregionen dieser Welt. Medial scheint sie vergessen zu sein

Die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung erreicht in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ein unvorstellbares Niveau. „Die Gewalt im Land eskaliert und ist so schlimm wie zuletzt auf dem Höhepunkt des Konflikts im Jahr 2014.“, sagte Emmanuel Lampaert, Leiter von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik.

René Colgo, stellvertretender Landeskoordinator der Organisation erzählt von grausamsten Gewaltexzessen: „Unsere Teams haben verstümmelte Leichen gefunden, die gut sichtbar zurückgelassen wurden, offenbar um die Bevölkerung zu terrorisieren. Die Zivilisten sind traumatisiert. Viele sind aus ihren Dörfern in die Umgebung geflohen. Dort versuchen sie irgendwie zu überleben.“

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BVB-Bekennerschreiben: „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“

Persönliche Ziele: „Plan: Angst – Ziel: Angst -Treffer: Angst“ – wie uns personifizierter Terrorismus unsere Helden nimmt und blind macht.

Nach dem Anschlag auf den #BVB wurde bereits ein Tatverdächtiger festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Es gibt eindeutige Hinweise auf eine gezielte Tat mit islamistischem Hintergrund, jedoch nur eine sehr dünne Beweislage gegen zwei Verdächtige.

Terror, TERor, TERROR!

Eines hat der Anschlag aber jetzt schon geschafft: Das Wörtchen „Terror“ ist wieder in aller Munde. Und nichts, absolut gar nichts, übertüncht die eigentlichen Fehler, die in Nahost seit Ende des 2. Weltkrieges gemacht werden, besser als das mediale Spiel mit dem Terror. Der Westen lernt nichts aus diesen Fehlern, die spätestens 1953 mit dem Sturz des iranischen Premierminister Mossadegh begannen. Muss er auch nicht, solange stetig genährte Angst in der christlichen Welt zu stetig mehr Hass gegen den Islam führen. Aber auch der islamistische Terrorismus lebt von dieser Angst und der damit einhergehenden Spaltung der Religionen und damit der Guten von den Bösen – den Gefährlichen.

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Hintergrund: BVB Anschlag soll Bezug zu deutschem Tornadoeinsatz in Syrien haben

Hundertschaft der Polizei schützt Mannschaft von Real-Madrid in München

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall des Anschlages auf den Dortmunder Mannschaftsbus übernommen. Wie neue Rechercheergebnisse zeigen, gibt es in dem in Tatortnähe gefunden Bekennerschreiben hinweise darauf, dass die Attacke vom gestrigen Dienstagabend in Zusammenhang mit dem Tornadoeinsatz der Bundeswehr in Syrien steht.

Bekennerschreiben liefert Hinweise

In der Nähe des Tatorts war laut Staatsanwältin Lücke ein Bekennerschreiben gefunden worden. Hieraus ergeben sich jetzt wohl doch gezielte Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Lücke will jedoch „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zum Inhalt nichts sagen. Der #anschlag ereignete sich im Stadtteil Dortmund-Höchsten, zehn Kilometer vom Signal Iduna Park Stadion entfernt.

Deutsche Unterstützungsmission in Syrien

Der deutsche Tornado-Einsatz in Syrien dient der Unterstützung der internationalen Allianz zum Kampf gegen die Terrororganisation „IS“ und zur Unterstützung Frankreichs.
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Nordkorea: Kim Jong-uns atomare Wortspielchen

Militärexperten der Bundeswehr befürchten eine weitere Verschärfung im Konflikt mit Nordkorea

Drohgebärden, ein erneuter Raketentest und die Verlegung eines Flottenverbandes sorgen für massive Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Kim warnt die USA erneut: Nordkorea sei zu „jeder Art Krieg bereit.“ Das Land werde sich mit „starker Waffenmacht“ verteidigen.

Trumps Amerika nicht mehr nur „first“

Nach Nordkoreas jüngstem Raketentest entsendet #Trump einen Flottenverband mit dem Flugzeugträger USS Carl Vinson in den Westpazifik. Nach dem Vergeltungsschlag in Syrien mischt der amerikanische Präsident, der noch vor zwei Wochen sein „America first“ gepredigt hatte, nun auch in Asien mit – direkt vor der Chinesischen Haustüre.

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Terroranschlag in Stockholm: 39 jähriger Usbeke festgenommen

Aufnahmen zeigen, mit welcher wahnsinnigen Geschwindigkeit der Lastwagen die enge Passage entlang fuhr.

Gegen 15 Uhr am gestrigen Freitag war ein LKW in Stockholms Zentrum zuerst in eine Menschengruppe und dann weiter in ein Kaufhaus gerast. (Wir haben berichtet: Terroranschlag in Stockholm – Suche nach Verdächtigem läuft) Die Zahl der Toten ist laut offiziellen Meldungen auf vier gestiegen.

Tatverdächtiger festgenommen

Am Abend nahm die schwedische Polizei einen 39 jährigen Usbeken fest. Laut schwedischer Zeitungsberichte wurde der Mann, dessen Bild man bereits am Nachmittag veröffentlicht hatte, in einem Vorort im Norden Stockholms festgenommen. Er soll Kontakte zum IS haben.

Polizei ermittelt „mit voller Kraft“ weiter

Jan Evensson, Sprecher der Stockholmer Polizei, teilte in der Nacht mit: „Der Mann den wir festgenommen haben entspricht der Täterbeschreibung…

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Terroranschlag in Stockholm – Suche nach Verdächtigem läuft auf

Premierminister Stefan Löfven am Nachmittag: „Schweden ist angegriffen worden“.

Die Einkaufsstraße in der Stockholmer City war belebt, als Schweden heute zum Ziel eines vermutlich islamistisch motivierten Terroraktes wurde. Gegen 15 Uhr fuhr ein Lastwagen in Stockholms Zentrum zuerst in eine Menschengruppe und dann weiter in ein Kaufhaus.

Stockholm abgeriegelt

Sofort stieg Rauch aus dem Gebäude auf. Es wurde schnell von mehreren Toten berichtet. Aktuell spricht man von drei Toten und mehreren Verletzten. Vorort brach sofort Panik aus, bis die Polizei kurze Zeit später eintraf und das Gebiet großräumig abriegelte.

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Giftgasangriff Syrien: Schlacht um den passenden Schuldigen – UNO scheitert

Der alte Ost-West-Konflikt und die jeweiligen ökonomischen und geostrategischen Interessen treiben die Strategie

Bei dem mutmaßlichen Angriff mit Giftgas in der Stadt Chan Scheichun (Provinz Idlib) waren am Dienstag mindestens 72 Menschen, darunter 20 Kinder, getötet worden.

Das Hütchenrücken um die Schuldigen ist ein uraltes Spiel. Man stellt sich ob seiner Interessen auf.

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