Schlagwort-Archive: Boko Haram

Islamisten schüchtern Schüler in Niger ein

(Bildquelle: Reuters)

Die Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram macht auch vor Schulen nicht halt. Das ist in Nigeria traurige Wirklichkeit, aber auch im benachbarten Niger. 150 Schulen wurden dort aus Angst vor Attacken geschlossen.

Die meisten der betroffenen Schulen liegen in der Nähe des Tschad-Sees und an den Ufern des Flusses Yobe an der Grenze zwischen Niger und Nigeria, wie das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe mitteilte.

Lehrermangel und Panik in der Bevölkerung

Die Schulen in der Region Diffa hätten wegen der unsicheren Lage nach einer Reihe von Angriffen durch die Extremisten von Boko Haram schließen müssen, es fehlten Lehrer und die Bevölkerung sei in Panik, hieß es weiter. Die Schüler seien jetzt in Flüchtlingslagern, in denen es keine Schulen gebe und auch keine andere Form des regelmäßigen Unterrichts.

Niger, Kamerun und Tschad haben eine militärische Allianz mit Nigeria und Benin gegen die Islamisten von Boko Haram gebildet. Die Extremisten kämpfen seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. Der Konflikt wurde auch in die Nachbarländer getragen.

USA schicken Militärberater

Die USA haben inzwischen rund 30 Soldaten in den Niger entsandt. Sie sollen die einheimischen Militärs in deren Kampf gegen islamistische Extremisten beraten. Die aus den USA entsandte Einheit ist in Agadez, im Norden des Niger stationiert.

Boko Haram, deren Name „Westliche Bildung ist Sünde“ bedeutet, versteht sich als Teil der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Seit Anfang des Jahres soll Boko Haram mehr als 3500 Menschen getötet haben. Die Gruppe ist zudem in kriminelle Geschäfte verstrickt.

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Nigerianisches Militär befreit über 300 Boko-Haram-Gefangene

(Bildquelle: AMEPRES/Euronews-Screen)

Nigerianische Soldaten haben 338 Menschen aus der Gewalt der radikalislamischen Boko Haram befreit. Wie ein Militärsprecher mitteilte, wurden bei Operationen am Rand des Sambisa-Waldes im Nordosten des Landes mehrere Lager der Miliz angegriffen.

Bei den Gefechten wurden 30 mutmaßliche Islamisten getötet. Bei den Befreiten handelt es sich fast ausschließlich um Frauen und Kinder. Sie wurden nach Mubi gebracht, ein regionales Zentrum nahe der Grenze zu Kamerun. Außerdem wurden Waffen und Munition von der Armee sichergestellt.

Das große “Sambisa Forstschutzgebiet” ist die letzte verbliebene Hochburg der Islamisten. Wegen der zahlreichen Landminen in dem Gebiet fällt es den Regierungstruppen schwer vorzurücken.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias.

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Mädchen zündet Bombe auf Markt in Nigeria

(Bildquelle: picture-alliance/AP Photo/A. Adamu)

Der Nordosten Nigerias kommt nicht zur Ruhe. Extremisten setzten erneut ein Mädchen als Selbstmordattentäterin ein. Der Busbahnhof der Stadt Damaturu war schon öfter Ziel von Anschlägen der Boko Haram.

Bei einem Bombenanschlag im Bundesstaat Yobe im Nordosten Nigerias sind zahlreiche Menschen getötet worden. Die Attentäterin riss mindestens sieben Menschen mit in den Tod. Etwa 30 Menschen wurden verletzt. Sieben Opfer befänden sich in einem kritischen Zustand, teilten Mediziner mit. Bei den meisten Anschlagsopfern handele es sich um Frauen und Kinder. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat.

Ein Mädchen im Alter von höchstens 13 Jahren habe einen unter ihrem muslimischen Gewand versteckten Sprengsatz gezündet, teilten Polizei und Augenzeugen mit. Wegen ihres Alters sei sie am Zugang zum belebten Markt in der Stadt Damaturu anscheinend nicht kontrolliert worden. Der Markt liegt in der Nähe des Busbahnhofs. „Sie war so ein kleines Mädchen, von dem niemand gedacht hätte, dass es für so einen heimtückischen Akt benutzt würde“, sagte Lawan Biu, ein Bewohner der Stadt, der Deutschen Presse-Agentur.

Boko Haram erobert Stadt Marte

Erst am Freitagabend hatte Bornos stellvertretender Gouverneur Alhaji Zannah mitgeteilt, dass die islamistische Terrorgruppe Boko Haram die Stadt Marte im äußersten Nordosten nahe der Grenze zu Kamerun in ihre Gewalt gebracht habe. „Das ist ein schwerer Rückschlag“, sagte er. Anfang der Woche hatte Boko Haram bei zwei Überfällen in der Nähe von Maiduguri, der Hauptstadt Bornos, 79 Zivilisten und drei Soldaten getötet.

Damaturu ist die Hauptstadt des Bundesstaates Yobe, der zum Kerngebiet der radikalislamischen Miliz Boko Haram gehört. Dort hat die Miliz, die seit Mitte 2009 für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias kämpft, wiederholt Anschläge und Überfälle verübt. Seit 2009 soll die Terrorgruppe mehr als 14.000 Menschen getötet haben. Zuletzt wurden die Extremisten vom Militär und einer multinationalen Truppe allerdings zurückgedrängt.

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Nordnigeria: Boko Haram hinterlässt verbrannte Erde

(Bildquelle: AMEPRES/euronews-screen/mag)

Nachdem die Regierungstruppen weite Teile Nordnigerias aus den Händen der radikalislamischen Boko Haram zurückerobert haben, kehren langsam die ersten der 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge in ihre Heimatorte zurück.

Doch wegen der zerstörten Brücken und der verminten Straßen ist das Leben der Rückkehrer nicht einfach: “Noch ist keine Normalität eingekehrt. Die Lage ist schwierig. Vorher gab es Frieden und Straßen. Jetzt haben wir keine Straßen mehr. Die Brücken wurden zerstört. Gestern brachten die Händler Waren zum Markt, aber selbst wenn man etwas kaufen kann, kann man es nicht nach Hause transportieren, weil es keine Brücken mehr gibt. Die Leute kaufen nichts mehr und die Händler bringen die Waren nach Mubi. Wir leiden sehr darunter”, schildert Naomi Gago aus Michika.

Im vergangenen Jahr hatten die Boko-Haram-Kämpfer die Regierungstruppen überrannt und weite Teile der Bundesstaaten Borno, Adamawa und Yobe unter ihre Kontrolle gebracht. Sie waren sogar nach Kamerun, Niger und in den Tschad vorgestoßen.

Das nigerianische Militär wird in seinem Kampf gegen die Islamisten von Truppen aus den Nachbarländern unterstützt.

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Niger: Evakuierung endet im Chaos

(Bildquelle: picture-alliance/dpa/Palitza)

Die nigrische Armee will Boko Haram von den Inseln im Tschadsee vertreiben. Tausende Bewohner mussten jetzt ihr Zuhause verlassen – unter völlig unverantwortlichen Bedingungen, kritisieren Menschenrechtler.

Moussa Tchangari gerät in Rage, als er im Gespräch mit der DW die Umstände der Evakuierung der Inseln beschreibt. Zutreffender wäre der Begriff Vertreibung, sagt der Leiter der nigrischen Nichtregierungsorganisation Alternative Citizen’s Space. „Nichts war organisiert. Die Regierung hat nur eine Art Drohung veröffentlicht: Wer die Inseln nicht bis Montagabend verlässt, wird als Sympathisant oder Mitglied von Boko Haram betrachtet.“

Die Aktion betraf rund 110 Dörfer auf 74 Inseln im Tschadsee an der Grenze zu Nigeria und dem Tschad. Mit der Evakuierung soll der Weg für eine geplante Offensive des nigrischen Militärs gegen die Islamistengruppe Boko Haram frei gemacht werden. Das Sumpfgebiet des Sees gilt als Rückzugsort der Terroristen. Von dort aus hatten sie im Morgengrauen des 25. April die Insel Karamga angegriffen und mindestens 46 nigrische Soldaten und 28 Zivilisten getötet. Es war der bislang schwerste Angriff der Terrorgruppe in Niger. Jetzt will das Land hart durchgreifen.

Alleingelassen und fast verdurstet

Die Menschen aus der Schusslinie zu nehmen sei zwar gut, findet Tchangari. Doch bei der Art und Weise der Evakuierung habe die nigrische Regierung „völlig unverantwortlich“ gehandelt. Ihre Überfahrt aufs Festland hätten die Inselbewohner selbst organisieren müssen. Je nachdem, wo sie am Ufer gelandet seien, hätten sie dann zum Teil 50 Kilometer lange Fußmärsche zum Sammelpunkt in der Stadt N’Guigmi zurücklegen müssen. Privatleute seien es gewesen, die den zum Teil völlig Entkräfteten Wasser gebracht hätten.

Jetzt sitzen fast 10.000 Menschen auf unbestimmte Zeit in N’Guigmi fest. „So macht man diese Leute noch schutzloser. Man behandelt sie nicht wie Menschen, die Rechte haben – etwa das Recht auf einen respektvollen Umgang.“ Das sei völlig inakzeptabel, so Tchangari.

Auch der Vertreter des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) im Niger, Karl Steinacker, beklagt im Gespräch mit der DW, dass die nigrische Regierung völlig unvorbereitet in diese Aktion gegangen sei. „Mit einer besseren Vorbereitung hätte man viel Leid vermeiden können. Man muss sich vorstellen, dort herrschen jetzt Temperaturen von 40 bis 50 Grad. Die Menschen kommen in einer wüstenähnlichen Gegend ohne jeden Schatten an.“

Gouverneur sieht keinen Grund zur Sorge

Der für die Region Diffa zuständige Gouverneur, Yakouba Toumana Gao, weist im DW-Interview alle Vorwürfe zurück. „Der nigrische Staat stellt den regionalen Behörden alles zur Verfügung, was sie nun benötigen, zum Beispiel Lebensmittel.“ Man stehe mit der Regierung und den humanitären Helfern in Kontakt – davon habe sich auch der nigrische Premierminister am Dienstag (05.05.2015) vor Ort ein Bild gemacht. Auf den Vorwurf angesprochen, dass die Menschen sich die Überfahrt selbst hätten organisieren müssen, antwortet der Beamte lapidar: „Dort leben Fischer, die haben alle eine eigene Piroge.“

Noch kurz vor Ablauf des fünftägigen Ultimatums zum Verlassen der Insel am Montag hatte Gao im DW-Interview noch großzügig gesagt: „Jeden, der bis zu der Militärbasis kommt, bringen wir Richtung N’Guigmi oder Diffa – ganz wie er will.“ Menschenrechtler Tchangari dagegen berichtet, dass örtliche Händler in einer freiwilligen Aktion einen Teil der Evakuierten in die Stadt gebracht hätten. Staatlich organisierte Transporte habe es nicht gegeben.

Dauer der Militäroffensive unklar

Wie lange sitzen die Insulaner nun auf dem Festland fest? Zur Dauer der Offensive will sich Gouverneur Gao nicht äußern, das sei Sache des Militärs. Er fügt aber hinzu: „Sobald das Militär die Inseln von Boko Haram gesäubert hat, können die Bewohner wieder zurück.“ Ob er mit der „Säuberung“ die Tötung oder die Gefangennahme von Boko Haram-Kämpfern meint, ist unklar. Menschenrechtler Tchangari hofft, dass wenigstens ein Teil der Vertriebenen nun bei Verwandten unterkommen könne. „Meiner Meinung nach wird die Militäroffensive schon eine Weile dauern. Und dann wissen wir noch nicht mal, ob sie erfolgreich sein wird.“

Während Niger sich zunehmend von Boko Haram unter Druck gesetzt sieht, kann das Militär im Nachbarland Nigeria inzwischen immer mehr Erfolge im Kampf gegen die Terrorgruppe vermelden. Mit Hilfe von Truppen aus dem Tschad, Niger und Kamerun hat die Armee kürzlich im dichten Sambisa-Wald Boko Haram-Kämpfer vertrieben und beinahe 700 Frauen und Kinder befreit.

Boko Haram terrorisiert die Region seit Jahren und will dort ein islamisches Kalifat errichten. In den vergangenen sechs Jahren tötete die Gruppe bei Angriffen auf Schulen, Kirchen, Polizei und Armee mehr als 15.000 Menschen.

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Massaker im Dienste der Terrorbekämpfung in Nigeria?

(Bildquelle: Reuters/J. Penney)

Im Kampf gegen die Islamisten von Boko Haram meldet das nigerianische Militär einen Erfolg nach dem anderen. Hunderte Frauen und Kinder sollen bereits befreit worden sein. Aber es gibt auch weniger rühmliche Berichte.

Bewaffnete in Militäruniformen sollen im Osten Nigerias in mehreren Dörfern zahlreiche Menschen, vor allem Frauen und Kinder, erschossen haben. Die Zeitung „Vangard“ berichtete unter Berufung auf Bewohner der Ortschaften, die Täter hätten wahllos das Feuer eröffnet und Häuser in Brand gesteckt. Von bis zu 30 Todesopfern ist die Rede.

Das Blatt mutmaßte, bei den Angreifern habe es sich möglicherweise um Soldaten einer Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung gehandelt. Sie hätten wohl den Tod von vier Kameraden in der Region rächen wollen. Ein Militärsprecher wies die Anschuldigungen zurück. Die Armee sei zum Schutz der Bevölkerung da.

Psychologische Hilfe für Befreite

Nigerianische Soldaten brachten inzwischen 275 Frauen und Kinder, die zuletzt aus der Gewalt der Extremistengruppe Boko Haram befreit worden waren, in ein Auffanglager in Yola im Bundesstaat Adamawa. Dort soll zunächst ihre Identität festgestellt werden. Sie seien traumatisiert und unterernährt, teilte ein Sprecher weiter mit. In dem Lager sollen die Frauen und Kinder von Psychologen behandelt werden und weitere Unterstützung erhalten, damit sie später wieder ein normales Leben führen könnten, erklärte der Leiter der Notfallbehörde Nema, Muhammad Sani Sidi.

Die 275 ehemaligen Geiseln gehören zu insgesamt fast 700 Frauen und Kindern, die in den vergangenen Tagen im Sambisa-Wald im Nordosten Nigerias aus der Gewalt von Boko Haram befreit wurden. Laut Nema-Sprecher Sami Datti wurden einige der Frauen und Kinder bei den Angriffen der Militärs verletzt. Sie würden in Krankenhäusern behandelt.

Wie die Streitkräfte am Sonntag weiter mitteilten, wurden zudem im Bundesstaat Adamawa 260 Frauen und Kinder aufgespürt, die vor Boko Haram geflohen waren. Sie seien zurück in ihre Heimatorte gebracht worden.

2000 Frauen und Mädchen verschleppt

Nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entführte die Islamisten-Miliz seit Anfang 2014 im Norden Nigerias mindestens 2000 Frauen und Mädchen. Frühere Geiseln berichteten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für Boko Haram.

Die Terrorgruppe kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 töteten die Islamisten bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 15.000 Menschen.

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Nigeria: Befreite Boko-Haram-Geiseln berichten von Gräueltaten

(Bildquelle: Nigerian Army/AFP)

Zwangsheirat, Sexsklavin, menschlicher Schutzschild: Die aus den Fängen der islamistischen Miliz Boko Haram befreiten Frauen und Kinder haben ungeheure Gräuel erlebt.

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben etwa 160 weitere Geiseln aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Etwa 60 Frauen und 100 Kinder hätten aus dem Sambisa-Wald im Nordosten Nigerias gerettet werden können, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag. Insgesamt wurden damit seit Wochenbeginn fast 500 Geiseln aus den Händen von Boko Haram befreit.

Die Geiseln seien unter „sehr harten und unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten worden, sagte der Militärsprecher Chris Olukolade. Die Armee will die Befreiten nun an einen sicheren Ort bringen, um ihre Identität und ihre Herkunft zu klären. Das Militär veröffentlichte mehrere Fotos, auf denen einige der geretteten Frauen und Kinder zu sehen sein sollen. Sie kauern auf dem Boden und werden von Soldaten bewacht. Ein Kleinkind sieht stark unterernährt aus.

Aus Militärkreisen hieß es, die befreiten Frauen hätten angegeben, unter anderem als menschliche Schutzschilde bei Kampfhandlungen missbraucht worden zu sein. Frühere Geiseln hatten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für die Islamisten berichtet.

Bei den Gefechten zur Befreiung der Geiseln war der Sambisa-Wald nach Militärangaben von Kampfflugzeugen bombardiert worden. Eine Frau und ein Soldat wurden demnach getötet sowie acht Geiseln und vier Soldaten verletzt. Der Militärsprecher sagte, bei den Einsätzen seien mehrere „Trainigscamps der Terroristen“ geräumt worden. Ausrüstung und Fahrzeuge seien beschlagnahmt worden.

Unklar, ob vermisste Mädchen aus Chibok unter den Befreiten

Erst am Dienstag hatte die nigerianische Armee die Befreiung von 200 Mädchen und 93 Frauen aus Boko-Haram-Lagern im Sambisa-Wald bekanntgegeben. Das Militär kann nach eigenen Angaben noch nicht sagen, ob unter den Befreiten auch einige der vor einem Jahr von Boko Haram entführten Schülerinnen aus der Stadt Chibok sind.

Der Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno ist nach Angaben des Militärsprechers die „letzte Hochburg“ der Extremisten im Nordosten Nigerias. Die Armee werde das Gebiet weiter „flächendeckend“ durchsuchen. Es gebe die „große Hoffnung“, weitere Geiseln zu retten.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entführte Boko Haram seit Anfang 2014 im Norden Nigerias mindestens 2000 Frauen und Mädchen, um sie mit Kämpfern zu verheiraten. Für weltweite Bestürzung hatte die Verschleppung von 276 Schülerinnen aus Chibok vor einem Jahr gesorgt. Von ihnen befanden sich zuletzt noch 219 in der Gewalt der Islamisten.

Noch immer hunderte Menschen verschleppt

Amnesty bezeichnete die Befreiung der etwa 500 Geiseln seit Wochenbeginn als „Grund zum Feiern“. Zugleich warnte die Organisation jedoch, dass „nur die Spitze des Eisbergs“ sichtbar geworden sei. „Es gibt tausende weitere Frauen und Mädchen, zudem auch Jungen und Männer, die von Boko Haram verschleppt wurden.“

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 15.000 Menschen.

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214 der 275 entführten Frauen sind nach Geiselhaft bei Boko Haram schwanger

(Bildquelle: keystone)

Die in Nigeria aus der Gewalt von Boko Haram befreiten Frauen und Mädchen erzählen nach Ende ihrer Geiselnahme von ihrem Leid. 214 sind von ihnen schwanger.

Das erklärte Babatunde Oshotimehin, der Direktor des UNO-Bevölkerungsprogramms (UNFPA), der nigerianischen Nachrichtenagentur NAN. Die Streitkräfte des westafrikanischen Landes haben seit vergangener Woche knapp 700 Frauen und Mädchen befreit. Sie waren von der radikal-islamischen Boko Haram im Nordosten des Landes als Sklavinnen gehalten oder zwangsverheiratet worden.

Die Frauen und Mädchen würden derzeit auf verschiedene Krankheiten getestet, darunter auch die Immunschwächekrankheit Aids, wie Oshotimehin am Sonntag vor Journalisten in Lagos sagte. Dabei seien auch die Schwangerschaften festgestellt worden. «Manche sind sichtbar schwanger, bei anderen schlug nur der Test an», sagte er.

Hunderte Frauen entführt

275 Frauen und Kinder waren am Wochenende in das Camp in Yola gebracht worden. Wie die nigerianische Notfallbehörde Nema mitteilte, erhalten die traumatisierten und zum Teil unterernährten Frauen und Kinder neben der medizinischen Behandlung «jegliche von ihnen gewünschte Unterstützung».

Traumaexperten helfen ihnen dabei, sich zu erholen und künftig wieder ein normales Leben führen zu können, wie Nema-Sprecher Manzo Ezekiel zur Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Gruppe gehört zu insgesamt fast 700 Frauen und Kindern, die in den vergangenen Tagen im Sambisa-Wald im Nordosten Nigerias aus der Gewalt von Boko Haram befreit worden waren.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entführte die Terrorgruppe seit Anfang 2014 im Norden des Landes mindestens 2000 Frauen und Mädchen. Ehemalige Geiseln berichteten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für die Islamisten.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 15’000 Menschen. Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt.

Tod auf der Flucht

Frauen erzählten nach ihrer Befreiung durch die Armee von ihrem Leid. Zwei Frauen schilderten in einem Flüchtlingslager in Yola im Bundesstaat Adamawa, wie Boko-Haram-Kämpfer sie nach ihrer Gefangennahme zur Heirat mit Rebellen zwingen wollten. Ihre Flucht habe in einer Tragödie geendet, als mindestens drei Frauen durch eine Landmine getötet worden seien.

Andere Frauen, die sich während eines Angriffs der Armee gegen Boko-Haram-Stellungen unter Bäumen und Büschen versteckt hätten, seien versehentlich von Panzern überrollt worden, berichtete die 18-jährige Binta Abdullahi. Sie war vor mehr als einem Jahr in ihrem Dorf bei Madagali im Norden von Adamawa verschleppt worden.

Die 19-jährige Lami Musa war bei ihrer Entführung durch Boko Haram vor fünf Monaten in ihrem Dorf bei Chibok im vierten Monat schwanger. Dadurch entging sie nach eigenen Angaben einer Zwangsverheiratung – allerdings nur bis zur Entbindung.

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Massenflucht aus Niger wegen Boko Haram

(Bildquelle: Afolabi Sotunde/Reuters)

Aus Angst vor der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram sind im westafrikanischen Niger tausende Menschen geflohen. Von Inseln im Tschadsee im Südosten des Niger seien bereits mehr als 5000 Menschen in der Grenzstadt N’Guigmi eingetroffen.

Weitere 11’500 Flüchtlinge würden in der Stadt erwartet, sagte ein UNO-Vertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Ein Journalist vor Ort schätzte die Zahl der eingetroffenen Flüchtlinge auf rund 3000.

Die nigrischen Behörden hatten vergangene Woche dazu aufgerufen, bis Montag die Inseln im Tschadsee zu verlassen. Damit reagierten sie auf einen Angriff der islamistischen Miliz Boko Haram, bei der 74 Menschen getötet worden waren. Es war die höchste Opferzahl im Niger, seit das Land sich an einer Militäroffensive gegen Boko Haram beteiligt.

Über 50 Kilometer gelaufen

Ein Vertreter einer lokalen Nichtregierungsorganisation sagte, tausende Menschen, darunter Kinder und ältere Menschen, seien mehr als 50 Kilometer weit nach N’Guigmi gelaufen. «Als sie ankamen, waren sie erschöpft, hungrig und durstig», sagte Moussa Tchangari. Die Stadt habe aber keine Vorkehrungen getroffen, um die Flüchtlinge zu versorgen. Die örtlichen Behörden wiesen diesen Vorwurf zurück.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen nach UNO-Angaben mehr als 15’000 Menschen.

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Armee rettet 200 Mädchen aus Boko-Haram-Lager in Nigeria

(Bildquelle: Reuters/Afolabi Sotunde)

Niamey – In Nigeria hat die Armee 200 Mädchen und 93 Frauen aus den Fängen der radikal-islamischen Miliz Boko Haram befreit.

Bei den Geretteten handele es sich aber nicht um die vor einem Jahr aus einem Internat der Stadt Chibok entführten Schülerinnen, teilte das Militär des westafrikanischen Landes am Dienstag mit. Die Geiseln hatten sich in Lagern der Extremisten im Sambisa-Wald im Nordosten Nigerias befunden. Im April 2014 hatte Boko Haram mehr als 200 Schülerinnen in Chibok im Norden des Landes verschleppt. Trotz der Bemühung des Westens, die Opfer aufzuspüren, wird die Mehrheit der Kinder weiterhin vermisst.

Laut Amnesty International hat Boko Haram seit Jahresbeginn mindestens 2000 Frauen entführt und sie als Sex-Sklavinnen, Kriegerinnen oder Köchinnen missbraucht. Die Miliz kämpft seit Mitte 2009 für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias. Allein im vergangenen Jahr tötete sie rund 10.000 Menschen.

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