Schlagwort-Archive: Iran

Irans Chamenei verbietet der Internationalen Atombehörde eine Inspektion

(Bildquelle: ap/office of the iranian supreme leader)

Irans oberster Führer hat die Inspektion der Militäranlagen des Landes durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) strikt verboten. «Dafür wird keine Erlaubnis erteilt», sagte Ajatollah Ali Chamenei am Mittwoch.

Auch werde es der IAEA nicht erlaubt, Interviews mit iranischen Atomwissenschaftlern zu führen. Chamenei hat laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen.

Seine «rote Linie» könnte die Atomverhandlungen mit dem Westen noch komplizierter machen und den für Ende Juni geplanten Abschluss eines Abkommens in Gefahr bringen.

In den Atomverhandlungen mit den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) hatte der Iran akzeptiert, auch das IAEA- Zusatzprotokoll wiederaufzunehmen.

Das würde der UNO-Behörde in Wien unter anderem ermöglichen, auch Militäranlagen zu besichtigen, wo der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten an Kernwaffen gearbeitet haben soll. Die IAEA fordert schon seit Jahren besonders die Inspektion des Stützpunkts Parchin südöstlich von Teheran.

Das Atomteam von Präsident Hassan Ruhani soll dieser Forderung zugestimmt haben, aber nur für eine Besichtigung. Für den Ajatollah sowie die einflussreichen Revolutionsgarden sind solche Inspektionen weiterhin ein Tabuthema.

US-Reaktionen liesse nicht lange auf sich warten

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Marie Harf, sagte es wäre ein «Problem», sollte der Iran den Zugang verwehren. Die Inspektion militärischer Einrichtungen sei ein wesentlicher Bestandteil eines Abkommens. «Die Gespräche beider Seiten darüber laufen noch, welche Anlagen inspiziert werden sollen», sagte sie.

Weil der Streitpunkt erneut zu einer Verzögerung des Atomabkommens führen könnte, hat sich der Iran bereiterklärt, die Verhandlungen über sein Atomprogramm über den 30. Juni hinaus zu verlängern. «Für uns ist der Inhalt des Abkommens wichtiger als die Einhaltung der Frist», sagte Aussenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch.

Noch gebe es viele Lücken in dem Entwurf des Abkommens. Die iranischen Unterhändler versuchten diese in intensiven Verhandlungen bis Ende nächsten Monats zu schliessen. Falls es nicht gelänge, wäre eine Verlängerung der Gespräche nicht auszuschliessen, sagte Afcham.

Deutschland will intensiv «verhandeln»

Der Vorstoss stiess bei der deutschen Regierung auf Widerstand. Bereits jetzt das Enddatum von Ende Juni aufzugeben, sei kein vernünftiger Ansatz, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin.

Man wolle die Verhandlungen «mit grösstem Nachdruck und Intensität» führen, fügte er hinzu. Der Verhandlungsprozess könne durch neue Entwicklungen im US-Kongress oder in Teheran komplizierter werden, «wenn wir das wieder auf die lange Bank schieben».

Der Iran und die Gruppe 5+1 werden am Mittwoch in Wien die Arbeit an dem Entwurf des Abkommens auf Ebene der Vizeaussenminister fortsetzen.

Die 5+1 will dem Iran zwar ein ziviles Atomprogramm erlauben, aber jeden Weg zu Atomwaffen versperren.

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Irak/Iran: Iran bietet sich als Retter gegen IS an

(Bildquelle: Getty Images/AFP/H. M. Ali)

Der Fall von Ramadi ist eine große Niederlage für die irakische Regierung. Tausende Schiiten-Milizionäre rüsten sich zur Rückeroberung. Der schiitische Iran zeigt sich bereit, im Irak eine größere Rolle zu spielen.

Das Mullah-Regime in Teheran würde nicht zögern, sich noch stärker im Nachbarland Irak zu engagieren, in dem die Terrorarmee des so genannten „Islamischen Staats“ (IS) neue militärische Triumphe feiern kann. Würde die Regierung in Bagdad den Iran um Hilfe bei der Vertreibung des IS aus der strategisch wichtigen Stadt Ramadi ersuchen, werde man dem auch nachkommen, versprach Ali Akbar Velajati, ein Berater des obersten geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei, im Reuters TV. Er sei sich sicher, dass Ramadi, ebenso wie Tikrit, aus der Hand der sunnitischen Extremisten befreit werde. Zur gleichen Zeit führte der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan überraschend Krisengespräche mit irakischen Führern in Bagdad.

Mehrere Schiiten-Milizen marschierten derweil auf die Provinzhauptstadt Ramadi zu. Sie zogen ihrer Kämpfer etwa 30 Kilometer östlich der Stadt in einer Militärbasis zusammen. Dem Iran als selbsterklärter Schutzmacht der Schiiten werden enge Verbindungen zu diesen schlagkräftigen Gruppen (Artikelbild) nachgesagt. Die USA gehen zudem davon aus, dass der Iran Luftangriffe gegen den IS im Irak geflogen hat. Irans Präsident Hassan Rohani hatte jüngst einen „Regionalpakt“ gegen den IS angeregt.

Der Einsatz der schiitischen Milizionäre an der Seite der Regierungseinheiten ist höchst umstritten, da in der Provinz Anbar Sunniten leben und wiederholt auch unter Übergriffen der Schiiten zu leiden hatten.

Kalifat des Terrors

Die IS-Extremistenarmee hatte Ramadi am Sonntag überrannt. Es ist ihr größter militärischer Erfolg seit dem Beginn der Gegenoffensive im vergangenen Sommer. IS-Kämpfer sollen vorgestoßen sein, um die Gegenoffensive der Schiiten abzufangen.

Bei den Gefechten um die Stadt sollen mehr als 600 Menschen getötet worden sein, Soldaten und Zivilisten. Die Dschihadisten suchten bei Großrazzien nach Polizisten und regierungsfreundlichen Stammeskämpfern, verlautete aus der Verwaltung der Provinz Anbar. Etwa 8000 Menschen hätten die Flucht angetreten. In dschihadistischen Internetforen heißt es, die Stadt sei „von Abtrünnigen gesäubert“ worden.

Für die irakische Armee und das von den USA geführte Bündnis, das die Soldaten mit Luftangriffen, Waffen und Ausbildung im Kampf gegen die Islamisten unterstützt, ist die Eroberung Ramadis ein schwerer Rückschlag. Die Provinzmetropole war eine der letzten Städte in dem Wüstengebiet an der Grenze zu Saudi-Arabien, Syrien und Jordanien, die die Regierung in Bagdad noch unter ihrer Kontrolle hatte.

Wieder sollen Regierungssoldaten vor der Übermacht der IS-Armee geflohen sein.

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Artillerieduelle an der Grenze vom Jemen zu Saudi-Arabien

(Bildquelle: Reuters/Stringer)

Kairo/Rabat – Einen Tag vor der geplanten Feuerpause im Jemen haben sich saudiarabische Truppen und Huthi-Rebellen am Montag über die Grenze hinweg heftige Artillerieduelle geliefert.

Die Huthis feuerten nach eigenen Angaben Raketen und Granaten auf die Städte Dschisan and Nadschran. Zuvor habe Saudi-Arabien mehr als 150 Raketen auf die jemenitischen Provinzen Saada und Hadschdschah geschossen. Außerdem hätten saudiarabische Kampfflugzeuge Stellungen der Huthis in der Stadt Tais und in der Ölprovinz Marib östlich von Sanaa angegriffen. Informationen über Opfer gab es nicht. Medienberichten zufolge verlegte Saudi-Arabien Panzer an die Grenze zum Jemen. Der Sender Al Arabija Hadath TV zeigte eine Kolonne von Militärtransportern mit Panzern.

Seit mehr als sechs Wochen versuchen Saudi-Arabien und mehrere mit ihm verbündete Staaten, die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen mit Luftangriffen zurückzudrängen. Erfolgreich sind sie damit bislang kaum. Die schiitischen Huthis kontrollieren nach wie vor einen großen Teil des Jemen.

Am Sonntag ging bei den Luftangriffen der Kontakt zu einem marokkanischen Kampfflugzeug verloren. Die F-16, die die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz unterstützt habe, werde vermisst, teilte das marokkanische Militär mit. Marokko ist an dem Einsatz seit dessen Beginn am 26. März beteiligt. Seine Kampfflugzeuge sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert. Die Huthis zeigten am Montag ein Video, das den Kampfjet zeigen soll. Das Flugzeug sei in der Provinz Saada abgeschossen worden, hieß es im den Rebellen nahestehenden TV-Sender Al-Masira.

Am Sonntag hatten die Huthi-Rebellen einer fünftägigen Feuerpause zugestimmt, damit Hilfsgüter in das Land gebracht werden können.

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Iran: Saudis wollen Atomabkommen sabotieren

(Bildquelle: dtj)

Der iranische Vizeaußenminister bezichtigt Saudi Arabien der Sabotage des Abkommens mit den USA. Das iranisch-amerikanische Atomabkommen könnte indirekt zu einer Machtverschiebung im Nahen Osten beitragen.

Der Iran hat Saudi-Arabien vorgeworfen, das geplante Atomabkommen sabotieren zu wollen. Außer dem US-Kongress und Israel wolle auch Saudi-Arabien das Abkommen verhindern, sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Montag.

Der Iran, die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) wollen den Vertragstext bis Ende Juni aushandeln und damit den zwölf Jahre langen Atomstreit beilegen. Der Westen will ausschließen, dass der Iran unter dem Deckmantel ziviler Forschung eine Atombombe baut. Teheran verlangt im Gegenzug, dass die lähmenden Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Araghchi hält den Zeitplan bis Ende Juni trotz bestehender Differenzen und Lücken im Vertragstext weiter für realistisch. Zeitintensiv seien insbesondere die Übersetzungen des juristisch sensiblen Textes vom Englischen ins Persische.

Regionalpolitische Auswirkungen: Machtverschiebung im Nahen Osten möglich

Die politischen Spannungen zwischen dem beiden Ländern verschärfen sich im Moment dadurch, dass sich die Türkei und Saudi-Arabien nach jahrelanger Uneinigkeit über die Rolle der Muslimbruderschaft auf ein gemeinsames Vorgehen in Syrien geeinigt haben. Damit haben sich zwei der Staaten mit regionalem Führungsanspruch gegen die dritte Regionalmacht zusammengeschlossen, was mittelfristig zu einer Verschiebung der Machtbalance im Nahen Osten führen könnte.

Die mit dem Atomdeal einhergehende Entspannung des iranisch-amerikanischen Verhältnisses wird zusammen mit dem Bedeutungsverlust der Muslimbruderschaft als Hauptgrund dafür gesehen, dass sich Saudi Arabien und die Türkei letztendlich doch auf eine regionale Zusammenarbeit einigen konnten. Nachdem die Muslimbruderschaft, die von Saudi Arabien als Bedrohung für den eigenen Machtanspruch gesehen wurde, mehr und mehr an Bedeutung verliert, liegt der Fokus nun auf der Eindämmung des regionalen Hauptrivalen Iran.

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US-Senat stimmt für Mitspracherecht bei Iran-Atomdeal

(Bildquelle: Jonathan Ernst/Reuters)

Bis zuletzt hatten die Republikaner versucht, den Atomdeal mit Stolpersteinen zu versehen. Jetzt hat der US-Senat ein Gesetz verabschiedet, das dem US-Kongress ein Mitspracherecht einräumt.

Der US-Senat will dem amerikanischen Kongress ein Mitspracherecht beim geplanten Atomabkommen mit dem Iran einräumen. Die sonst oft zerstrittene Parlamentskammer stimmte am Donnerstag überraschend fast einstimmig für ein entsprechendes Gesetz. Lediglich der Republikaner Tom Cotton, mit 37 Jahren das jüngste Mitglied im Senat, stimmte dagegen.

Sofern auch das Abgeordnetenhaus zustimmt, müsste Präsident Barack Obama den Text des bis Ende Juni angepeilten Abkommens an den Kongress übermitteln. Dieser hätte dann 30 Tage Zeit, um es per Abstimmung gegebenenfalls zu kippen. Während dieser Frist könnte Obama die Sanktionen gegen den Iran nicht aufheben, die in den Gesprächen ein wichtiges Argument sind, um Teheran am Verhandlungstisch zu halten. Obama hatte seinen Widerstand gegen das Gesetz zuletzt aufgegeben und angekündigt, es zu unterschreiben.

Der Iran und die UN-Vetomächte sowie Deutschland, die sogenannte 5+1 Gruppe, hatten sich in Lausanne in einem Rahmenabkommen auf Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen des Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen Sanktionen aufgehoben werden. Der Westen will sicherstellen, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangt.

„Ohne dieses Gesetz hält nichts den Präsidenten davon ab, das amerikanische Volk zu übergehen, die vom Kongress verhängten Sanktionen sofort aufzuheben und einseitig ein Abkommen mit dem Iran umzusetzen“, sagte Bob Corker, Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Senats. Mit dem Gesetz nehme der Kongress Obama die Macht wieder aus den Händen. Der starke Mann der Republikaner im Abgeordnetenhaus, John Boehner, lobte den Vorstoß.

Obama könnte immer noch Veto einlegen

Die Republikaner hatten bis zuletzt versucht, den „Iran Nuclear Agreement Review Act of 2015“ mit Stolpersteinen für den Atomdeal zu versehen. Unter anderem war angedacht, dass der Iran seinen Erzfeind Israel als Staat anerkennen muss. Tom Cotton hatte den Iran in dem Gesetz zudem zu der Bestätigung verpflichten wollen, dass er sich nicht an gegen Amerikaner gerichteten Terrorakten beteiligt.

Die mögliche Abstimmung des Kongresses gegen den Atomdeal würde diesen allerdings noch nicht außer Kraft setzen, denn Obama könnte in diesem Fall sein Veto einlegen. In beiden Parlamentskammern wäre dann eine Zweidrittelmehrheit notwendig, um dieses Veto zu übergehen.

Iran will nicht mit US-Senat verhandeln

Cotton hatte deshalb gefordert, das Abkommen dem Kongress als Vertrag zur Ratifizierung vorzulegen. „Ein Abkommen über Nuklearwaffen mit jedem Feind – insbesondere mit dem Terrorismus unterstützenden, islamistischen iranischen Regime – sollte als Vertrag vorgelegt werden und im Senat eine Zweidrittelmehrheit erreichen, wie von der (amerikanischen) Verfassung vorgeschrieben“, teilte Cotton mit.

Der Iran hatte die US-Entwicklungen in den vergangenen Wochen als innenpolitische Angelegenheit der USA gewertet.

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Iran: US-Senat stimmt für Mitspracherecht bei iranischem Atomdeal

(Bildquelle: Gary Cameron/Reuters)

Der US-Senat hat dem Kongress ein Mitspracherecht beim geplanten Atomabkommen mit dem Iran eingeräumt. Die Parlamentskammer stimmte am Donnerstag mit 98 Stimmen und einer Gegenstimme für einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Sofern auch das Abgeordnetenhaus zustimmt, hätte der Kongress nach dem bis Ende Juni angepeilten Abkommen mit Teheran 30 Tage Zeit, um es zu kippen.

Präsident Barack Obama hatte seinen Widerstand gegen das Vorhaben aufgegeben und angekündigt, es zu unterschreiben. Die Republikaner hatten bis zuletzt versucht, das Gesetz mit Stolpersteinen für den Atomdeal zu versehen. Unter anderem war angedacht, dass der Iran seinen Erzfeind Israel als Staat anerkennen muss.

Der Iran und die UNO-Vetomächte sowie Deutschland, die sogenannte 5+1 Gruppe, hatten sich in Lausanne in einem Rahmenabkommen auf Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen des Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen Sanktionen aufgehoben werden.

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Iran: Coiffeurverband – «Satanische» und «homosexuelle» Frisuren sind verboten

(Bildquelle: Morteza Nikoubazl/Reuters)

Der Teufel greift nach den Haaren der Iraner – davon ist der Chef des nationalen Friseurverbandes überzeugt. Deshalb hat Mohammed Govahi neue Regeln für islamkonforme Haarschnitte erlassen. «Satanische Schnitte» sind fortan verboten.

Mohammed Govahi ist Irans oberster Friseur. Der Chef des Herrenfriseurverbands hat seinen Kollegen neue Regeln für islamkonforme Frisuren erteilt: «Satanische Frisuren sind verboten», sagte Govahi der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

«Allen Friseurläden, die solche teuflische Frisuren schneiden, werden die Lizenzen entzogen. Tattoos, Solariumbesuche und das Zupfen der Augenbrauen sind auch verboten», sagte Govahi. Ebenso untersagte er das Kopieren «westlicher Frisuren», die den Regelungen der Islamischen Republik widersprächen.

Es gibt eine Liste mit zugelassenen Schnitten

In einem Interview mit dem TV-Sender Manoto sagte Govahi, auch «Frisuren, wie sie von Homosexuellen getragen werden», seien fortan verboten. Sein Verband habe den Friseuren eine Liste mit zugelassenen Haarschnitten zukommen lassen. Wie viele Frisuren in Iran künftig noch erlaubt sind, und wie diese genau aussehen, verriet Govahi nicht. Ebenso liess der Coiffeur offen, woran er schwule Frisuren erkennt.

Die Anordnung erfolge in Übereinstimmung mit den Grundsätzen, die von Irans Revolutionsführer Ajatollah Ali Khamenei vorgegeben werden, betonte Govahi.

Offenbar richtet sich Irans oberster Friseur gezielt gegen Gelfrisuren und Undercuts, die bei persischen Jugendlichen gerade in Mode sind. 2010 verbot das Land bereits Pferdeschwänze bei Männern.

Muss die Polizei «den Islam» durchsetzen?

Präsident Hassan Rohani hat seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren eine deutlich liberalere Linie vertreten. Er hat öffentlich gesagt, dass es nicht Aufgabe der Polizei sei, Irans Bürgern Vorschriften hinsichtlich der Kleidung und des Aussehens zu machen. «Die Polizei hat nicht die Aufgabe, den Bürgern den Islam aufzuzwingen», sagte Rohani erst in der vergangenen Woche.

Konservative Religionsgelehrte sehen das anders.

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USA für Sanktionsautomatismus in Atomabkommen mit Iran

(Bildquelle: Reuters/Irna/Mohammad Babaie)

New York – Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran streben die USA und die Europäer als Drohkulisse einen Sanktionsautomatismus an.

Ziel sei es, einmal gelockerte Strafmaßnahmen auch ohne eine Zustimmung der UN-Vetomächte Russland und China wieder verschärfen zu können, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Dienstag in einem TV-Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit solle eine Wiederholung des Streits mit Russland und China über Sanktionen wegen des Bürgerkriegs in Syrien vermieden werden, falls die Regierung in Teheran gegen das geplante Atomabkommen verstoße.

Nach der Anfang April erreichten Rahmenvereinbarung in dem jahrelangen Streit verhandeln die fünf UN-Vetomächte – die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – sowie Deutschland mit dem Iran an einem endgültigen Abkommen, das bis Ende Juni stehen soll. Der Westen will damit verhindern, dass der Iran unter dem Deckmantel eines Kernenergie-Programms in den Besitz von Atomwaffen kommt.

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Iran bringt Maersk-Frachter im Persischen Golf auf

(Bildquelle: picture-alliance/dpa/A. Taherkenareh)

Die iranische Marine hat auf ein Frachtschiff der dänischen Reederei Maersk im Persischen Golf geschossen. Danach leitete sie die „Maersk Tigris“ zum Hafen von Bandar Abbas. Das US-Militär schaut genau hin.

Die iranischen Sicherheitskräfte hätten Warnschüsse über den Bug der „Maersk Tigris“ abgefeuert, die die Straße von Hormus durchquert habe, sagte Pentagonsprecher Steve Warren. Anschließend hätten fünf iranische Kriegsschiffe das Containerschiff gezwungen, seinen Kurs zu ändern. Es sei zum Hafen von Bandar Abbas gebracht worden. Soldaten der Revolutionsgarden sei an Bord des Schiffes gegangen, auf dem sich keine Amerikaner aufhielten.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer. Das 250 Meter lange Schiff fährt unter Flagge der Marshallinseln. Die Marshallinseln sind eine unabhängige Republik im Pazifik, die mit den USA assoziiert sind. Die USA sind für die Verteidigung der Inselgruppe zuständig.

US-Militär beobachtet

Nach den Schüssen habe der Frachter einen Hilferuf abgesetzt, der von der US-Marine in der Gegend aufgenommen worden sei, erklärte das Pentagon. Der Zerstörer „Farragut“ sei in Richtung des Vorfalls beordert worden. Die US-Marine habe außerdem Kampfflugzeuge zur Beobachtung geschickt.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldet unterdessen, iranische Einheiten hätten ein US-Schiff mit 34 Besatzungsmitgliedern unter ihre Kontrolle gebracht. Es sei ohne Erlaubnis in iranische Gewässer eingedrungen.

Latente Spannungen

Die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich zuletzt leicht entspannt. In monatelangen Verhandlungen hatten sich die USA und weitere Staaten mit dem Iran auf ein vorläufiges Abkommen im Atomstreit geeinigt. Derzeit wird ein abschließender Vertrag vorbereitet, der sicherstellen soll, dass der Iran seine Nukleartechnik nur friedlich nutzt.

Die beiden Länder haben zudem mit der sunnitischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak und in Syrien einen gemeinsamen Feind. Der Iran unterstützt aber anders als die USA den syrischen Machthaber Baschar al-Assad.

Interessenskonflikte gibt es auch im Jemen: Die USA unterstützen eine von Saudi-Arabien angeführte arabische Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen im Jemen fliegt. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Aufständischen mit Waffen zu beliefern. Die USA hatten die Präsenz ihrer Kriegsmarine in der Region zuletzt verstärkt.

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Pakistans diplomatischer Drahtseilakt in Saudi Arabien

(Bildquelle: Getty Images/S. Gallup)

Einmal mehr sind Pakistans Führer in Saudi Arabien, um über die Jemen-Krise zu sprechen. Denn die Regierung in Riad hätte sich bei ihren Luftangriffen gegen die Huthi-Rebellen Unterstützung gewünscht. Doch die fehlt.

Nicht mal ein Monat ist vergangen, seit Pakistans Premierminister Nawaz Sharif zuletzt in Saudi Arabien war. Trotzdem reiste er am Donnerstag (23.04.2015) erneut nach Riad, begleitet von Militärchef Raheel Sharif und weiteren hochrangigen militärischen und zivilen Führern. Zweck der Reise ist nach Berichten der pakistanischen Zeitung „Dawn“ unter Berufung auf Regierungskreise: der saudischen Führung versichern, dass die Regierung in Islamabad fest an der Seite des Königreichs steht.

Denn Saudi Arabien ist nicht besonders glücklich darüber, dass sich Pakistan nicht der Koalition gegen die jemenitischen Huthi-Rebellen angeschlossen hat. Die schiitischen Huthis haben – unterstützt durch den saudischen Rivalen Iran – große Gebiete im Jemen erobert. Das beunruhigt Saudi Arabien sehr: Man fürchtet einen möglichen Aufstand der Schiiten auch im eigenen Land, und dass der Rivale Iran auf diesem Weg daran arbeitet, seinen Einfluss in der Region auszubauen.

Anfang des Monats hatte die Regierung in Riad deshalb offiziell um Unterstützung durch pakistanische Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Soldaten gebeten. Am 7. April jedoch verabschiedeten die pakistanischen Abgeordneten einen Beschluss, in dem Konflikt neutral bleiben zu wollen. Später stellte Premier Sharif in einer Fernsehansprache klar, dass sein Land trotzdem im Fall eines Angriffs auf Saudi Arabien jederzeit an der Seite von Riad stehen würde.

Hilfe durch die Hintertür

Beobachter gehen davon aus, dass die Auseinandersetzung zwischen Sunniten und Schiiten im Jemen noch länger andauern wird. Auch deshalb vermuten sie: Pakistans Hilfe wird weiterhin benötigt, auch wenn sie nur diplomatischer oder logistischer Natur ist.

„Die Saudis hat ja vor allem gestört, dass die Pakistanis nicht an ihrer Seite gekämpft haben. Dieser Besuch wird das thematisieren und allen regionalen Akteuren deutlich zeigen, dass Pakistan an der Seite Saudi Arabiens steht“, sagte ein pakistanischer Diplomat lokalen Medienvertretern. Das zeige schon die Symbolik des gemeinsamen Besuchs von Regierungs- und Armeechef.

Nach Ansicht pakistanischer Medien könnte bei dem Besuch sogar eine Vereinbarung entstehen – eine Art „Entschädigung dafür, dass Pakistan an der militärischen Koalition nicht teilnimmt“. Entsprechenden Spielraum würde der Parlamentsbeschluss lassen.

Nach Ansicht von Pakistan-Forscher und Journalist Farooq Sulehria geht es bei dem Besuch vor allem darum, möglichen Schaden einzudämmen: „Die pakistanische Führung will ihre Loyalität zum Königreich zeigen“, sagte er im Gespräch mit der DW. Und das auch aus wirtschaftlichen Gründen: Saudi Arabien ist einer der größten Geldgeber Pakistans. „Aktuelle Zahlen zeigen, dass der größte Anteil der pakistanischen Devisen aus Saudi Arabien kommt. Die Anzahl der pakistanischen Arbeiter in den arabischen Ländern ist immens. Es wäre geradezu selbstmörderisch, die Saudis vor den Kopf zu stoßen“, erklärt Sulehria.

Regionale Dynamiken

Der unbedingte Wille, Riad zu gefallen, könnte allerdings die Beziehungen zum Nachbarn Iran belasten. Seit Jahren sind die bereits angespannt. Immer wieder kommt es zu Grenzkonflikten und Teheran sieht gar nicht gern, dass Pakistan mutmaßlich verschiedene Gruppen sunnitischer Milizionäre unterstützt, die Angriffe im Osten des Iran verüben und schiitische Bürger in Pakistan töten.

„Es ist offensichtlich, dass die pakistanisch-iranischen Beziehungen seit geraumer Zeit nicht sehr herzlich sind. Wenn jedoch die pakistanische Regierung Saudi Arabien im Jemen-Konflikt unterstützt, wird sich das vermutlich weiter verschärfen“, sagt Außenpolitik-Experte Tariq Pirzada der DW.

Pakistan sollte sich daher nicht in die Rivalität zwischen Saudi Arabien und dem Iran verwickeln lassen, fordert auch Musharraf Zaidi, außenpolitischer Beobachter aus Islamabad. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Riad und Teheran ihre eigenen Interessen verfolgen. Deshalb sollte auch die pakistanische Regierung tun, was am besten für ihr Land ist.“

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