Schlagwort-Archive: Israel

„Es ist unser Land“ – israelische Siedler wollen Räumung verhindern

Hunderte israelische Polizisten haben bereits für den Einsatz geübt: Im Westjordanland soll ein illegaler Außenposten aufgelöst werden. Tania Krämer war vor Ort.

Bis spät in den Abend diskutierten die Bewohner der illegalen Siedlung Amona am Mittwoch ein Kompromissangebot der Regierung – und lehnten es schließlich ab. Die Tage ihres Außenpostens hoch oben auf einem Hügel im besetzten Westjordanland sind gezählt. Bis zum 25. Dezember müssen die rund 50 mobilen Wohncontainer geräumt sein. Doch der Vorschlag der Regierung, die Siedler auf nahegelegene Grundstücke umzusiedeln, war für sie nicht akzeptabel. Aus Sicht der Siedler hätte es nicht für alle Familien adäquate Lösungen gegeben.
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Ex-Sicherheitschef in Tel Aviv: „Es ist sehr einfach, eine Bombe an Bord zu schmuggeln“

(Bildquelle: Khaled Elfiqi / EPA / keystone)

Russland und Ägypten bestreiten es nach wie vor, doch langsam gilt als gesichert, dass eine Bombe zum Absturz von Metrojet 9268 im Sinai führte. Doch wie könnte eine solche an Bord gelangt sein? Sehr einfach, sagt Rafi Sela, ehemaliger Sicherheitschef des Flughafens Ben Gurion, im Interview.
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Israel hebt Busverbot für Palästinenser auf

(Bildquelle: dpa)

Jerusalem – Israels Präsident Benjamin Netanjahu hat das Pilotprojekt zu getrennten Bussen für Israelis und palästinensischen Pendlern nach nur einem Tag wieder aufgehoben. Der Imageschaden wirkt wohl schwerwiegender als gedacht.

Israels neuer Vize-Verteidigungsminister Ben Dahan, ein Ultranationaler aus der Partei Jüdisches Heim, pries Mittwochmittag gerade den Segen für Siedler, von nun an nicht mehr in überfüllten Linienbussen neben Palästinensern sitzen zu müssen. Da erfuhr er zur bitteren Enttäuschung – und das auch noch von einer linken Meretz-Abgeordneten – sein Boss habe nun doch die Meinung geändert. Und so währte das auf drei Monate veranschlagte Pilotprojekt, im öffentlichen Nahverkehr getrennte Busse für Israelis und palästinensische Pendler einzuführen, vorerst nur einen Tag.

Die Entscheidung kam von höchster Stelle. Premier Benjamin Netanjahu hatte seinem Parteifreund, Verteidigungsminister Mosche Jaalon, bedeutet, das kontroverse Programm müsse auf der Stelle suspendiert werden. Die empörten Reaktionen auf das am Vortag in aller Stille realisierte Vorhaben, Palästinensern die Benutzung israelischer Busse zu untersagen, ließen daran keinen Zweifel: Der Imageschaden für Israel war enorm. Zumal sich das Land seit Jahren gegen Vorwürfe wehrt, es sei mit seiner Besatzungspolitik in den palästinensischen Gebieten auf bestem Wege, ein Apartheid-Staat zu werden.

Auf einmal hörte man solche Beschuldigungen sogar aus dem Munde israelischer Oppositionspolitiker, die die neue Bus-Vorschrift rassistisch nannten und mit der Segregationspolitik verglichen, wie sie einst in Südafrika üblich war. Eine solche Trennung von Arabern und Juden sei eine „Demütigung“ und werde „nur neuen Hass auf Israel in der Welt entflammen“, verkündete Oppositionschef Itzchak Herzog.

Weitreichende Einschränkungen

Die Anweisung aus dem Verteidigungsministerium beschränkte sich auch nicht allein auf ein Verbot für in Israel arbeitende Palästinenser, bei der Heimreise ins Westjordanland Siedlerbusse zu benutzen. Sie verlangte von ihnen zusätzlich, über denselben Checkpoint zurückzukehren, über den sie eingereist waren, um sich dort jeweils registrieren zu lassen.

Der Plan hätte die Reisezeiten für die Betroffenen um täglich bis zu zwei Stunden verlängert. Die Begründung, das Ganze diene der israelischen Sicherheit, überzeugt schon deshalb nicht, weil Palästinenser eine israelische Arbeitserlaubnis erst nach akribischer Überprüfung bekommen.

Wer auf israelischen Baustellen schuftet, in israelischen Supermärkten einkauft, kann mithin kaum ein Sicherheitsrisiko sein, wenn er im israelischen Bus heimfährt. Die einflussreiche Siedlerlobby hatte dagegen eingewandt, Araber im Bus erhöhten die Gefahr sexueller Belästigung für israelische Frauen und verbreiteten eine „unangenehme Atmosphäre“.

Rivlin erleichtert

Jetzt ist die Sache bis auf weiteres vom Tisch, worüber sich nicht zuletzt Staatspräsident Reuven Rivlin, ein Protagonist jüdisch-arabischer Koexistenz, erleichtert äußerte. Besser wäre allerdings gewesen, so Rivlin, manche der „unerfreulichen Stimmen für Separation“ wären gar nicht erst laut geworden. Schließlich wird auf internationaler Ebene derzeit sehr genau beobachtet, was Israels neue rechtsreligiöse Regierung im Umgang mit dem palästinensischen Konflikt unternimmt. Bereits die Ernennung von Innenminister Silwan Schalom, ein erklärter Gegner der Zwei-Staaten-Lösung, zum Regierungsbeauftragten für den (nicht existenten) Friedensprozess, dämpft Hoffnungen auf neue Verhandlungen. Reihenweise haben sich dennoch europäische Außenpolitiker angesagt, die genau darauf drängen wollen. Die Vorhut machte am Mittwoch EU-Außenpolitikchefin Federica Mogherini. „Der Status quo ist keine Option“, betonte sie in ihren Gesprächen in Jerusalem.

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Israel: Papst Franziskus nennt Abbas „Friedensengel“

(Bildquelle: Andreas Gebert/dpa)

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist von Papst Franziskus bei einer Privataudienz als „Friedensengel“ bezeichnet worden. Beim Gespräch der beiden ging es auch um den Friedensprozess mit Israel.

Bei einer Privataudienz in Rom hat Papst Franziskus Palästinenserpräsident Mahmud Abbas als „Friedensengel“ bezeichnet. Bei dem „herzlichen“ Treffen im Apostolischen Palast sei es auch um den Friedensprozess mit Israel gegangen und die Hoffnung, dass beide Seiten wieder direkte Verhandlungen aufnähmen, teilte der Vatikan mit.

Beide Seiten äußerten sich den Angaben zufolge sehr zufrieden über ein Abkommen, in dem es um den Status der katholischen Kirche in Palästina geht. In diesem Vertrag, der bald unterzeichnet werden soll, hat der Vatikan Palästina als Staat anerkannt und damit Kritik in Israel ausgelöst.

Ban verurteilte neue israelische Siedlungsbauten

Nach dem Gespräch tauschten der Papst und Abbas Geschenke aus. Franziskus überreichte dem Palästinenserpräsidenten eine Medaille mit einem Friedensengel, um den „schlechten Geist des Krieges zu zerstören“. „Ich musste an Dich denken, weil Du ein Friedensengel bist“, sagte er laut Journalistenbriefing.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die neuen israelischen Siedlungsbauten in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes. Ban erinnerte nach Angaben seines Sprechers daran, dass die Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien.

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Israel bedient keine deutschen Utopien mehr

(Bildquelle: dpa)

Berlin gehört zu den beliebtesten Reisezielen der jungen Israelis. Nicht wenige bleiben länger. Ohne sie ist ein Gutteil des heutigen Berliner Kulturlebens nicht zu denken. Das deutsche Interesse an Israel ist da sehr viel geringer.

Gerade haben wir den 70. Jahrestag des Kriegsendes gefeiert, da kommt der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Das erinnert uns daran, dass es 20 Jahre dauerte, bis beide Seiten dazu bereit waren. Ähnlich wie später bei den Ostverträgen hatte auch bei dieser Frage die evangelische Kirche eine Vorreiterrolle. Das Auswärtige Amt war bis zur letzten Minute dagegen.

Es fürchtete, dass die arabischen Staaten darauf mit der Anerkennung der DDR antworten würden. Bundeskanzler Ludwig Erhard setzte auf dem langen Weg nach Westen andere Prioritäten und den Botschafteraustausch durch. Auch der israelische Ministerpräsident Levi Eschkol hatte mit Widerständen zu kämpfen. Zu dessen Gegnern zählte auch der damalige Student und heutige Staatspräsident Reuven Rivlin.

Inzwischen – 2008 – hat die Bundeskanzlerin in der Knesset gesprochen. Keinem deutschen Regierungschef war das bis dahin gewährt worden. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte der damalige Bundespräsident Horst Köhler und vor 15 Jahren als erster Deutscher Johannes Rau vor der Knesset gesprochen.

Jedes Mal hatte es nicht nur Auseinandersetzungen um das Ob, sondern auch um das Wie gegeben. Darf in der Knesset Deutsch gesprochen werden?, lautete die Frage. Sie wurde dann doch mit einem Ja beantwortet. Bei Köhlers Besuch erklärte der damals einzige Holocaust-Überlebende in der Knesset, Tommy Lapid: „Deutsch ist die Sprache von Hitler, Goebbels und Eichmann, es ist aber auch die Sprache von Goethe, Schiller und Heine. Deswegen, Herr Bundespräsident, wenn wir Sie zu einer Rede vor der Knesset einladen, können wir Ihnen nicht das Recht verweigern, auf Deutsch zu sprechen.“

Im Jahr 2014 belegten 2000 Israelis Deutschkurse an Goethe-Instituten. Wohl kaum einer von ihnen wollte die Sprache Goethes, Schillers und Heines lernen. Die meisten wollten sich wohl eher fit machen für einen Berlin-Aufenthalt. Berlin gehört zu den beliebtesten Reisezielen der jungen Israelis. Nicht wenige bleiben länger. Ohne sie ist ein Gutteil des heutigen Berliner Kulturlebens nicht zu denken.

Sozialismus mit menschlichem Gesicht

Das deutsche Interesse an Israel ist deutlich geringer. Viermal so viele Israelis besuchten 2014 Deutschland wie Deutsche Israel. Dabei hat Deutschland 81 Millionen Einwohner und Israel nur 8,3 Millionen. Und noch etwas: Kein deutscher Tourist muss befürchten, in Israel von einer jüdischen Terroreinheit ermordet zu werden. Während es in Deutschland antisemitische Mörderbanden gibt. Dennoch sehen zwei Drittel der Israelis die Bundesrepublik positiv. Während fast die Hälfte der Deutschen, so eine Studie, eine eher negative Meinung zu Israel haben.

Es gibt gute Gründe, mit der Regierungspolitik Israels zu hadern. Aber man kommt doch auf die Idee, dass bei der Entstehung dieser auffälligen Asymmetrie auch eine Rolle spielt, was der jüdische Psychoanalytiker Zvi Rex nur scheinbar paradox einmal so formulierte: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“

Wenn der junge jüdische Staat nicht sehr klamm gewesen wäre, wenn der damalige Generaldirektor des Finanzministeriums, David Horowitz, nicht zu Außenminister Sharett gegangen wäre und gesagt hätte: „Ich habe eine Lösung. Israel muss Deutschland bitten, Reparationen zu zahlen. Mit dem Geld können wir die Krise überwinden“, hätte die bloße Kontaktaufnahme zwischen beiden Staaten noch sehr lange auf sich warten lassen können.

Es gab einmal eine Zeit, da die bundesrepublikanische Linke sich sehr für Israel interessierte. Nicht wenige fuhren damals hin und arbeiteten in einem Kibbuz. Es schien vielen von ihnen ein Sozialismus mit menschlichem Gesicht. Eine gescheiterte Utopie. Wie andere auch. Die deutsch-israelischen Beziehungen sind nicht nur die von Staat, Militär und Industrie. Es sind vor allem die Beziehungen zwischen den Menschen. Nur: Die Israelis sehen Deutschland so positiv wie niemals zuvor. Die Deutschen aber sehen Israel so negativ wie lange, sehr lange nicht mehr.

Da spielt sicher eine Rolle, dass in der DDR erst die Regierungen Modrow und de Maizière die Einrichtung diplomatischer Vertretungen beabsichtigten. Es hat vielleicht aber damit zu tun, dass Israel keine deutschen Utopien mehr bedient.

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Israel/Deutschland: Das einseitige Staunen

(Bildquelle: AFP)

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit konnte wachsen, weil sich Deutschland seiner Vergangenheit gestellt und Israel sich für die Zukunft geöffnet hat. Eine Presseschau.

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland scheint lange her. Aber wenn man hört, dass es sich zum 50. Mal jährt, erschrickt man, wie zeitlich nah die deutschen Verbrechen sind, die das Verhältnis der beiden Staaten seit jeher bestimmen. Das hat auch Alexandra Jacobson in der Neuen Westfälischen beschäftigt: „Die Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel ist ein Wunder. Ein Wunder hat viel mit Staunen zu tun, aber momentan ist das Staunen leider eine ziemlich einseitige Angelegenheit. Viel mehr Israelis reisen nach Deutschland als Deutsche nach Israel. Die Neugier der sonst so reiselustigen Deutschen auf den jüdischen Staat hält sich in Grenzen. Die Reisetätigkeit nimmt ab. Dafür wachsen wieder die Vorurteile. Zwei Drittel der Israelis mögen Deutschland, aber die Liebe wird kaum erwidert. Fast die Hälfte der Deutschen denkt negativ von Israel.“

Die Zukunft wird weniger von der Vergangenheit geprägt sein

Klaus-Dieter Frankenberger geht in der FAZ davon aus, dass es für gelingende Beziehungen mehr braucht als nur den geschichtlichen Hintergrund: „Die Sicherheit Israels, sein Existenzrecht, ist Teil deutscher Staatsräson. Diese Verantwortung bestimmt weitgehend die deutsche Nahost-Politik. Aber es dürfte auch klar sein, dass die Zukunft des deutsch-israelischen Verhältnisses weniger von der Vergangenheit geprägt sein wird. Auf Geschichte allein wird das künftige deutsch-israelische Verhältnis nicht gründen können. Es wird auch jenseits davon neue zukunftsfeste Angebote suchen müssen, die für das Leben junger Leute in beiden Ländern von Belang sind.“

Alter Antisemitismus in neuen Formen

Thomas Fricker nennt in der Badischen Zeitung das gegenwärtige Problem zwischen Deutschland und Israel beim Namen: „Das hierzulande erstarkende Israel-Bashing aus Prinzip ist aber noch verfehlter. Nicht selten lauert dahinter alter Antisemitismus in neuen Formen. Heute mögen deutlich mehr Israelis die Bundesrepublik als Deutsche Israel schätzen. Das macht nachdenklich. Denn zugrunde liegt dieser Entwicklung eine oft sehr pauschale Verurteilung des israelischen Umgangs mit den Palästinensern. Als gäbe es den Terror der Hamas nicht, werden die Palästinenser zu Opfern und Israelis zu Tätern stilisiert. Eine solche Sicht wird der entsetzlichen Komplexität des Konflikts in keiner Weise gerecht – und auch nicht Israels Ringen mit der eigenen Zerrissenheit.“

Peter Münch stellt in der Süddeutschen Zeitung schließlich die Zukunftsfrage: „Diese Freundschaft zwischen Deutschland und Israel, dem Land der Täter und dem Land der Opfer, ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines harten Ringens und harter Arbeit auf beiden Seiten. Sie konnte wachsen, weil sich Deutschland seiner Vergangenheit gestellt und Israel sich für die Zukunft geöffnet hat. Das hat ein solides Fundament geschaffen.

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Wunder einer Freundschaft zwischen Deutschland und Israel

(Bildquelle: dpa)

Berlin – Vor 50 Jahren warf Reuven Rivlin Tomaten auf den ersten deutschen Botschafter in Tel Aviv, heute zieht er zufrieden Bilanz der deutsch-israelischen Beziehungen.

Als der erste deutsche Botschafter in Israel vor 50 Jahren in Jerusalem eintraf, ging Reuven Rivlin auf die Straße. Der junge Student mischte sich unter eine wütende Menschenmenge, rief „Nazis raus“ und bewarf den deutschen Diplomaten mit Tomaten. Wie viele andere Israelis mochte er nicht glauben, dass die Deutschen nach den Nazi-Verbrechen „ihre Lektion gelernt hatten“.

50 Jahre später steht Rivlin, heute Präsident Israels, an der Seite von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue und zieht zufrieden Bilanz, nicht nur der diplomatischen Beziehungen. Er sei nach Deutschland gekommen, um 50 Jahre Freundschaft zu begehen, sagt der Präsident zum Auftakt seines Staatsbesuchs. Und Gauck erklärt, zwar habe die Vergangenheit der Menschheitsverbrechen des Holocaust eine „unauflösliche Verbindung“ beider Länder gebracht, doch verbinde sie auch der Glaube an gemeinsame Werte. Auf das Erreichte zwischen beiden Staaten könne man „wie ein Wunder“ blicken, hat Kanzlerin Angela Merkel schon erklärt.

Das „Wunder“ brauchte Zeit

Das „Wunder“ brauchte seine Zeit. Erst wollte Israel in den 50er-Jahren keine Beziehungen mit dem Land des Holocausts, dann zögerte die Bundesregierung: Bonn hatte sich zwar 1952 zur Wiedergutmachung verpflichtet, fürchtete aber, diplomatische Beziehungen zu Israel würden die arabischen Staaten in die Arme der DDR treiben. Kanzler Konrad Adenauer und der israelische Premier David Ben-Gurion erreichten beim legendären Treffen im Hotel „Waldorf Astoria“ in New York 1960 die entscheidende Annäherung. Aber erst Ludwig Erhard wagte den Schritt: Am 12. Mai 1965, heute vor 50 Jahren, wurde der Austausch von Botschaftern offiziell vereinbart.

Es dauerte Jahre, bis daraus stabile Beziehungen wurden – und zwei Jahrzehnte, bis Richard von Weizsäcker 1985 als erster Bundespräsident nach Israel reiste. Inzwischen gilt Deutschland als wichtigster Verbündeter nach Amerika, regelmäßig treffen sich die Regierungen zu Konsultationen.

Differenzen offen angesprochen

Kanzlerin Merkel gab den Beziehungen einen Schub, als sie 2008 vor der Knesset das bisher deutlichste Bekenntnis zur Solidarität mit Israel gab: Die historische Verantwortung für den Holocaust sei Teil der deutschen Staatsräson, so Merkel vor dem Parlament, die Sicherheit Israels sei für sie als Kanzlerin „niemals verhandelbar“.

Dabei ist das Verhältnis beider Länder nicht ungetrübt. Während zwei Drittel der Israelis eine positive Meinung von Deutschland haben, wird Israel vor allem wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern in der deutschen Bevölkerung zunehmend kritischer betrachtet. Der Nahost-Konflikt sorgt auch für Spannungen zwischen Merkel und Israels Premier Benjamin Netanjahu; ihr Verhältnis gilt als kühl. Deutschland steht für die Zweistaaten-Lösung im Nahen Osten, wie die Kanzlerin gestern anlässlich des Rivlin-Besuchs bekräftigte. Netanjahu lehnt einen Palästinenserstaat ebenso wie Rivlin ab.

Unterschiede nicht kleinreden

Auch das geplante Atomabkommen mit dem Iran ist ein Streitpunkt. Gauck und Merkel reden die Unterschiede nicht klein, sprechen den „Dissens“ sehr offen an. „Wir halten Verhandlungen mit dem Iran für den besten Weg, um Israels Sicherheitslage zu verbessern“, erklärt Gauck. Und er bedauert, dass Israel die Gespräche mit den Palästinensern ausgesetzt habe. „Wir sind davon überzeugt, dass ein dauerhafter Friede nur mit einer Zwei-Staaten-Lösung möglich ist.“ Rivlin spricht ebenfalls von Differenzen, versichert aber, die freundschaftlichen Beziehungen würden dadurch nicht belastet.

Am ersten Tag seines Staatsbesuchs indes richtete der Präsident seinen Blick in die Vergangenheit. Am Nachmittag besuchte Rivlin das Mahnmal Gleis 17 in Berlin-Grunewald: Von dort waren während der Nazi-Herrschaft Zehntausende Juden in Konzentrationslager deportiert worden.

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Iran: Saudis wollen Atomabkommen sabotieren

(Bildquelle: dtj)

Der iranische Vizeaußenminister bezichtigt Saudi Arabien der Sabotage des Abkommens mit den USA. Das iranisch-amerikanische Atomabkommen könnte indirekt zu einer Machtverschiebung im Nahen Osten beitragen.

Der Iran hat Saudi-Arabien vorgeworfen, das geplante Atomabkommen sabotieren zu wollen. Außer dem US-Kongress und Israel wolle auch Saudi-Arabien das Abkommen verhindern, sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Montag.

Der Iran, die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) wollen den Vertragstext bis Ende Juni aushandeln und damit den zwölf Jahre langen Atomstreit beilegen. Der Westen will ausschließen, dass der Iran unter dem Deckmantel ziviler Forschung eine Atombombe baut. Teheran verlangt im Gegenzug, dass die lähmenden Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Araghchi hält den Zeitplan bis Ende Juni trotz bestehender Differenzen und Lücken im Vertragstext weiter für realistisch. Zeitintensiv seien insbesondere die Übersetzungen des juristisch sensiblen Textes vom Englischen ins Persische.

Regionalpolitische Auswirkungen: Machtverschiebung im Nahen Osten möglich

Die politischen Spannungen zwischen dem beiden Ländern verschärfen sich im Moment dadurch, dass sich die Türkei und Saudi-Arabien nach jahrelanger Uneinigkeit über die Rolle der Muslimbruderschaft auf ein gemeinsames Vorgehen in Syrien geeinigt haben. Damit haben sich zwei der Staaten mit regionalem Führungsanspruch gegen die dritte Regionalmacht zusammengeschlossen, was mittelfristig zu einer Verschiebung der Machtbalance im Nahen Osten führen könnte.

Die mit dem Atomdeal einhergehende Entspannung des iranisch-amerikanischen Verhältnisses wird zusammen mit dem Bedeutungsverlust der Muslimbruderschaft als Hauptgrund dafür gesehen, dass sich Saudi Arabien und die Türkei letztendlich doch auf eine regionale Zusammenarbeit einigen konnten. Nachdem die Muslimbruderschaft, die von Saudi Arabien als Bedrohung für den eigenen Machtanspruch gesehen wurde, mehr und mehr an Bedeutung verliert, liegt der Fokus nun auf der Eindämmung des regionalen Hauptrivalen Iran.

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Die wahre Geschichte des David Rosen

(Bildquelle: Screenshot Facebook)

Grillrezepte, Nahost-Politik, Ärger mit dem Verlobten: David Rosen charmierte alle mit seinen Kommentaren. Tausende waren seine Fans – da, wo er lebte, auf Facebook. In der Realität jedoch hat es ihn nie gegeben.

Es war einmal ein junger, schöner Mann. Der sah aus, als hätte ihn der israelische Mossad für eine Geheimdienstoperation nach Deutschland geschickt. David Rosen war sein Name. Der traf vor einiger Zeit einen älteren Herrn: Jan Feinstein, ein vornehmer dänischer Jude mit einem Faible für teure Anzüge, gewählte Ausdrucksweise – und für Männer.

Sie verlieren sich aus den Augen, treffen sich wieder. Auf Facebook, wie das inzwischen so üblich ist. Rosen ist inzwischen verheiratet, hat eine Tochter, Feinstein hat einen Sohn und geht nicht näher bezeichneten Geschäften in Bangalore, Indien, nach. Sie verliebten sich ineinander, werden ein Paar, ziehen zusammen – und lassen das Internet daran teilhaben. Und so wird eine ständig wachsende Gemeinde auf Facebook Zeuge einer zärtlichen Romanze zwischen einem eleganten jüdischen Geschäftsmann und einem ungestümen Zionisten mit schwarzem Haar und stolzem Blick.

Die Rollen sind sehr schnell klar. Fast immer ist es Rosen, der mit tölpelhaften Alltagsereignissen den Spott von Feinstein auf sich zieht: Mal ist es Rosens berüchtigte Kochleidenschaft, die regelmäßig die Küche verwüstet. Mal ist es der Versuch, mit einem Nagel eine Art Barometer an einer Betonwand anzubringen, was zu mittelschweren Verletzungen führt: „Daumen und Zeigefinger. Darunter macht er es nicht.“ (Feinstein über Rosen)

Ein tölpelhafter Zionist

Alles wird mit Fotos dokumentiert und von Hunderten von Fans mit Ratschlägen und Gehässigkeiten begleitet. Einmal kommt Feinstein nach Hause und findet davor ein polizeiliches Absperrband. Er ist erschrocken: „Panik steigt auf. Hat er endlich das Haus abgefackelt? Ist er in der Badewanne ertrunken?“ Es ist aber nur Rosen, der im Dunkeln auf Feinstein wartet, um ihn zu erschrecken. Feinstein findet das nicht so witzig: „Man ist ja nicht mehr der Jüngste. Was soll man nur mit ihm machen? Das Testament, Herr Rosen, ist noch nicht unterzeichnet!“

Und dann kommt regelmäßig der Zeitpunkt, wo sich Feinstein wieder seinen aufregenden Geschäften in Indien widmet und sich abends in einer märchenhaft postkolonialen Bar von seinem Stamm-Mixer Lance „verwöhnen“ lässt, was Rosen in der hessischen Heimat zu Eifersuchtsanfällen treibt. Es ist eine Geschichte, wie sie nur das Internet schreibt – mit beinahe stündlichen Updates über neue Wendungen in der Feinstein/Rosen-Beziehung, teils liebevoll-zärtlich, teils brüllend komisch.

Doch es wäre nur eine jüdische Schwulen-Soap aus dem Internet, würde der Heißsporn und Zionist Rosen nicht auch täglich mit wütenden, aber auch sehr klugen Einwürfen das Weltgeschehen kommentieren: den Nahost-Konflikt, Pegida, die Islamisten, die Reichsbürger, Moskau und die Montagsdemonstranten.

Und wenn er über das Ziel hinausschießt, ist es wieder Feinstein, der ihn mäßigt. Fast 2000 Personen sind es irgendwann, die Zuschauer der Feinstein-Rosen-Serie sind: Schriftsteller, Schauspieler, Journalisten, Politiker, der Chef eines großen deutschen Fürstenhauses und natürlich viele Aktivisten aus der Pro-Israel-Szene.

„Die Welt ist aus den Angeln“

Es war einmal. Vor ein paar Tagen erklärte ein zerknirschter David Rosen auf Facebook, dass alles nur gelogen war, entschuldigte sich bei den Fans und wünschte seinem Lebenspartner Lebewohl. Die Nachricht verbreitete sich binnen Stunden im Netz. Ein ratloser Blogger schrieb: „Feinstein verschwunden, Rosen eine Anwältin aus dem Hessischen. Die Welt ist aus den Angeln.“

Gabriele Dücker heißt die Frau, die David Rosen war. Eine Fotografie, die wütende Gegner ins Netz gestellt haben, zeigt eine leicht korpulente Frau mit Brille und Kurzhaarschnitt, die neben dem Israel-Aktivisten Otokar Löbl steht, mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. „Die Geschichte ist frei erfunden“, sagt Gabriele Dücker, „aber die Überzeugungen sind zu 100 Prozent echt.“

Den Namen hat sie von einem Israel-Aufenthalt als Au-pair mitgebracht: „David Rosen stand auf der Visitenkarte des Zahnarzts meiner Gastfamilie. In diesen Namen habe ich mich verliebt.“ Und so meldet sie sich 2009, ohne groß nachzudenken, bei Facebook unter einem sogenannten Nickname an, so wie es viele andere auch tun.

Sie postet über Israel, das sie als Land liebt und gegen alle Kritik verteidigt. Sie bekommt Freunde und gilt als ernstzunehmende Aktivistin. Doch erst als sie, eher aus Amüsement, eine zweite Figur einführt, gerät die Sache außer Kontrolle.

Start eines eigenen Drehbuchs

Gabriele Dücker – selbst verheiratet, eine Tochter – entwickelte ein komplettes Drehbuch mit Haupt- und Nebenfiguren. Vorbild war der Berliner Gastrokritiker, Comedian und Drehbuchautor Thomas Platt, nicht schwul, und seine Freundschaft zu dem Hamburger TV-Journalisten Sascha Henn: „Diese kultivierten Dialoge voller Witz und Intelligenz habe ich bewundert“, sagt sie.

Thomas Platt nimmt ihr diese Aneignung nicht übel: „Ich bin zwar auch getäuscht worden, aber es war eine Literarisierung von Schwulsein, die ich bei gelegentlicher Peinlichkeit vor allem auch beachtlich fand. Mir fiel lediglich auf, dass beide die gleichen Kommafehler machten.“

Mit Rosen und Feinstein nahm die Sache Fahrt auf, und die Risiken der Enttarnung wuchsen. Irgendwann wollte jeder wissen, wer die beiden im wirklichen Leben sind. Ein schwuler Ex-Europaabgeordneter der FDP chattete fast täglich mit Rosen, bat um ein Treffen.

Das Ende aber war vorhersehbar. Ein Bild, das Gabriele Dücker auf einem israelischen Fest gemacht hatte, verglichen die, die ihr misstrauten, mit Aufnahmen von anderen Fotografen, berechneten Perspektive und Einfallswinkel und konnten so den Standort von David Rosen ermitteln. Mit gehässigen Kommentaren versehen, stellten sie die Fotos auf eine Seite namens „David Who“ . Ebenso eine Mail, in der sich Dücker bei dem FDP-Politiker für ihr Rollenspiel entschuldigt und verzweifelt gebettelt hatte: „Bitte, bitte erzähle es nicht weiter.“

Als David Rosen aufgeflogen war, verschwanden einige der eben noch so aktiven Fans still, als hätte man sie auf einer Swinger-Party erwischt. Andere jedoch schrien ihre Empörung deutlich hinaus und empfahlen Dücker, sie solle sich ihren „Verräterlohn“ beim Mossad abholen: „Wir (Männer, Informatiker, Ingenieure) hätten den durchgeknallten Weibern nie das Internet zur Verfügung stellen dürfen. Heute kann jede Schizotante mit zwei Clicks oder einem Wipe ins Netz“, hieß es zum Beispiel. Die Autorin Monika Bittl („Die Achse des Guten“) hält den „Fake“ für eine „Riesensauerei“. Den ehemaligen CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz schaudert es sogar angesichts des morastigen „Biotops des David Rosen“: „Es ist klein, versumpft und immer wieder steigen giftige Blasen auf.“

Aber es gibt auch die vielen, die mit Trauer und Betroffenheit reagieren. Einige vermissen Rosens vegetarische Grilltipps, andere den politischen Sarkasmus von Feinstein. Auf dem verwaisten Profil werden Blumengrüße hinterlassen – vorzugsweise Rosen. Man postet Trauermusik („I beg your pardon, I never promised you a rose garden“) und hofft irgendwie auf eine Fortsetzung der Rosen-Feinstein-Story. Die Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum schreibt: „Ich vermisse David und Jan und hatte nächtelang Alpträume deswegen.“

Das Echte im Virtuellen

Gabriele Dücker hat eine Art Truman-Show in Szene zu setzen, bei der die Zuschauer nicht durchschauten, dass sie Teil eines Rollenspiels waren. Eine Jüdin sei sie nicht, sagt sie – und so wird man ihr höchstens vorwerfen können, dass sie spannende Debatten über jüdischen Selbsthass und deutsches Kostümjudentum anstieß, obwohl sie selbst – wenn auch nur in Romanform – eine solche war.

„Aber da sitzen diese Neider, gaffen uns an. Sie sollen sehen, dass dieser schwule Jude wieder in der Stadt ist. Der Neid soll sie zerfressen, sie sollen sehen, dass dieser Kippaträger glücklich den liebsten und allerschönsten Mann an der Seite hat, sollen das Glück sehen, was einen beschleicht, wenn man Dich anschaut, mein allerliebster Motek mein.“ Das schrieb Jan Feinstein am 18. Dezember 2014 an David Rosen – und viele haben bekundet, wie sehr sie es mögen, auch die, die jetzt über Gabriele Dücker herfallen.

Einige vergleichen sie jetzt mit Irena Wachendorff, einer israelkritische Lyrikerin, die sich, wie die Journalistin Jennifer Nathalie Pyka herausfand, eine jüdische Identität erdichte – inklusive einer Auschwitzüberlebenden als Mutter mit eintätowierter Häftlingsnummer.

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Israels nächste Justizministerin ist ihren (männlichen) Gegnern zu attraktiv

(Bildquelle: via facebook)

Sie ist erst 39 Jahre alt, seit zwei Jahren Knesset-Abgeordnete und wird in Israels neuer Regierungskoalition das wichtige Justizministerium übernehmen: Ayelet Shaked von der rechtsnationalen Siedler-Partei Habayit Hayehudi.

Der Linken graut vor der Hardlinerin, wobei sich manche Männer zu sexistischen Äusserungen über die junge Frau hinreissen lassen.

«Endlich haben wir eine Justizministerin, die auf einem Kalender in einer Garage abgebildet sein könnte», spottete Ex-Minister Joseph Paritzky nach ihrer Nominierung auf Facebook. Nach Kritik an seinem Post erinnerte er daran, dass Shaked früher als Model arbeitete. Das rechtfertige seine Bemerkung, so Paritzky.

Noch schlimmer tönte es am Wochenende in der Klatschspalte der Netanjahu-kritischen Zeitung Yediot Achronot. Am Donnerstag hatte Shaked in einem Luxushotel ihre Nominierung und ihren Geburtstag gefeiert. Am Morgen danach sei sie am Pool erschienen, «zur Enttäuschung der Hotelgäste bekleidet», hiess es dort.

Linke Frauen sind über diese schlüpfrigen Anfeindungen empört – auch weil sie sich gezwungen sehen, Shaked zähneknirschend in Schutz zu nehmen. «Ich werde sie nicht vor harter Kritik verschonen, wenn sie ihre Position missbraucht, um unserem Rechtsstaat Schaden zuzufügen», schreibt Zehava Galon, Chefin der linksgerichteten Meretz-Partei, auf Facebook. Allerdings werde sie auch nicht schweigen, wenn «täglich irgendjemand die Öffentlichkeit mit solch erbärmlichen Aussagen über sie verschmutze.»

Vor einem Jahr sorgte Shaked, die mit einem Kampfpiloten verheiratet und Mutter zwei Kindern ist, mit einem umstrittenen Facebook-Post für Aufsehen. Nach der Ermordung von drei jüdischen Teenagern zitierte sie aus einer Rede des verstorbenen ultrarechten Journalisten Uri Elitzur, wonach Israel nicht gegen eine bestimmte palästinensische Gruppierung, sondern gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung Krieg führe. Auch in der Vergangenheit seien tausende zivile Todesopfer nötig gewesen, um das Böse zu besiegen.

Nach einem kritischen Artikel in The Daily Beast ruderte sie teilweise zurück. «Ich verurteile jegliche Gewalt gegen unschuldige Zivilisten, egal ob jüdisch oder arabisch», schrieb sie damals in einem Gastbeitrag in der Jerusalem Post, ohne sich allerdings von den zentralen Thesen Elitzurs zu distanzieren.

Wie die linksliberale Tageszeitung Haaretz schreibt, ist Shaked auch punkto Vulgarität kein Kind von Traurigkeit.

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