Schlagwort-Archive: Waffenruhe

Moskau und Ankara rücken in Syrien zusammen

Die Allianz wird enger: Obwohl Russland und die Türkei im syrischen Bürgerkrieg verschiedene Ziele verfolgen, betonen sie ihre Gemeinsamkeiten. Damaskus wird derweil von Explosionen erschüttert.

Die Streitkräfte Russlands und der Türkei wollen sich künftig bei Luftangriffen auf Dschihadistengruppen in Syrien abstimmen. Ein in Moskau unterzeichnetes Abkommen ziele darauf ab, „Zwischenfälle zu verhindern, wenn Flugzeuge und unbemannte Flugkörper im syrischen Luftraum sind“, erklärte das russische Außenministerium. In dem Papier gehe es um Luftangriffe auf „terroristische Ziele“. Es lege Mechanismen zur Koordinierung und Zusammenarbeit der Luftwaffen beider Länder fest.
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Krieg in Syrien: Assad lehnt Forderung nach Waffenruhe in Aleppo ab

In einem Interview spricht Syriens Machthaber über den Vormarsch seiner Truppen in Aleppo. Die Einnahme der Stadt werde den Krieg nicht beenden, sagt Assad.

Ungeachtet der verheerenden humanitären Lage in der umkämpften Stadt Aleppo hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad Forderungen nach einer Waffenruhe zurückgewiesen. Diese Möglichkeit „existiert praktisch nicht“, sagte Assad in einem Interview mit der syrischen Tageszeitung „Al-Watan“ vom Donnerstag. Er warf den USA vor, nur deshalb einen Waffenstillstand zu fordern, weil die von Washington unterstützten Rebellen „in einer schwierigen Lage“ seien.
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Nach Waffenruhe wieder Luftangriffe im Jemen

(Bildquelle: AFP/Getty Images/F. Nureldine)

Nach dem Ende der fünftägigen Waffenruhe im Jemen hat die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz ihre Luftangriffe auf Huthi-Rebellen fortgesetzt. Die Forderung nach einer Verlängerung der Feuerpause blieb ungehört.

Ziele der Luftschläge auf Stellungen in der Stadt Aden waren der von den schiitischen Rebellen besetzte Präsidentensitz und ein Stützpunkt von mit den Huthis verbündeten Einheiten, wie Militärvertreter und Augenzeugen berichteten. Die Feuerpause war um 22.00 Uhr MESZ zu Ende gegangen.

Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed hatte zuvor bei einem Jemen-Krisentreffen in Riad dazu aufgerufen, die Feuerpause um mindestens fünf weitere Tage zu verlängern. „Wir verlangen die Einstellung aller Kampfhandlungen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe“, erklärte der mauretanische Diplomat in der saudischen Hauptstadt.

Die Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens hatte die Feuerpause angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Jemen ausgerufen. Sie galt von Dienstagabend bis Sonntagabend.

Hilfslieferungen nicht überall angekommen

Die Luftangriffe waren für diese Zeit ausgesetzt worden, am Boden wurde jedoch auch am Wochenende vereinzelt gekämpft. Dabei wurden etliche Menschen getötet. So kamen bei einem Angriff der Huthi-Rebellen nahe der drittgrößten Stadt Taes nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag 14 Zivilisten ums Leben. In in der Nacht zuvor waren laut Armee und Einwohnern bereits 26 Rebellen und 14 Soldaten getötet worden.

Während in einigen Teilen Jemens bereits Hilfslieferung eintrafen, warteten die Menschen in Taes weiter auf Nahrung, Treibstoff und medizinische Ausrüstung. „Die humanitäre Hilfe hat Taes noch nicht erreicht“, sagte ein Regierungsvertreter. Auch andere Landesteile blieben vorerst von ausreichenden Hilfslieferungen abgeschnitten.

Ein vom Iran entsandtes Schiff mit Hilfslieferungen erreichte unterdessen trotz Warnungen der USA den Golf von Aden und soll laut iranischen Medienberichten am Donnerstag im Hafen einlaufen. Washington hatte die Besatzung aufgefordert, stattdessen ein UN-Versorgungslager im nahegelegenen Dschibuti anzusteuern. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Huthis mit Waffen zu unterstützen. Teheran bestreitet dies.

Huthis boykottieren Krisentreffen

Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi hatte vor dem Krisenttreffen in Riad erklärt, dieses stehe allen Parteien offen. Während die Huthi-Rebellen die Gespräche boykottierten, hatten Anhänger des 2011 gestürzten Präsidenten Ali Abdullah Saleh ihre Teilnahme zugesagt. Militäreinheiten Salehs zählen zu den Verbündeten der Huthis. Direkte Gespräche mit Saleh wurden aber bereits im Vorfeld ausgeschlossen.

Die sunnitisch-arabische Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens hatte am 26. März Luftangriffe gestartet, um den Vormarsch der schiitischen Huthis zu stoppen und dem nach Riad geflohenen Präsidenten Hadi zurück an die Macht zu verhelfen.

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Fünf Tage Feuerpause im Jemen beginnt – Hoffnung auf Hilfe

(Bildquelle: dpa)

Sanaa – Fünf Tage lang sollen im südarabischen Land Jemen die Waffen schweigen. Die Not der Bevölkerung soll gelindert werden. Die Hilfsorganisationen stehen in den Startlöchern, verlangen aber eine dauerhafte Einstellung der Kämpfe.

Im Jemen ist am späten Dienstagabend (22.00 Uhr MESZ) eine fünftägige humanitäre Feuerpause in Kraft getreten. Nach berichten aus dem Land schienen sich die Konfliktparteien zunächst daran zu halten. Die vorübergehende Einstellung der Kampfhandlungen war von Saudi-Arabien Ende letzter Woche angekündigt worden. Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten sich zur Einhaltung der Waffenruhe bereit erklärt.

In dem südarabischen Land kämpfen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis. Nach UN-Angaben kamen seitdem 1500 Menschen ums Leben, unter ihnen mindestens 646 Zivilisten. Die Feuerpause soll vor allem dazu dienen, um Hilfslieferungen für die unter Krieg und Bombardierungen leidende Bevölkerung auf den Weg zu bringen.

Luftwaffen-Angriffe bis kurz vor der Waffenruhe

Am Dienstag flog die saudische Luftwaffe praktisch bis zur letzten Minute vor der Waffenruhe schwere Angriffe auf Ziele in Sanaa, Tais und Ibb. Beim Bombardement eines Waffenlagers in der Hauptstadt Sanaa wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 19 Menschen getötet und 209 weitere verletzt. Die Huthi-kontrollierte Nachrichtenagentur Saba hatte von 90 Todesopfern gesprochen.

Gleichfalls am Dienstag traf der neue UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, in Sanaa ein. Der mauretanische Diplomat wolle mit Vertretern verschiedener Seiten, darunter mit jenen der Huthis, über eine Friedenslösung sprechen, erklärte ein UN-Sprecher in New York. Ahmed war im Vormonat ernannt worden, nachdem sein Vorgänger, der Marokkaner Jamal Benomar, zurückgetreten war.

Fünf Tage Waffenruhe laut Hilfsorganisationen zu kurz

Internationale Hilfsorganisationen erwarten sich von der Waffenruhe, dass sie endlich die notleidende Bevölkerung erreichen können. Zugleich betonen sie, dass fünf Tage nicht ausreichen würden und verlangen die permanente Einstellung aller Kampfhandlungen und der von der saudischen Allianz verhängten Seeblockade.

Mehr als 80 Prozent der im Jemen benötigten Lebensmittel müssen importiert werden, erklärte die britische Hilfsorganisation Oxfam.

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Jemen: Saudi-Arabien bietet fünftägige Waffenruhe an

(Bildquelle: Yahya Arhab/dpa)

Saudi-Arabien möchte den Huthi-Rebellen eine fünftägige Waffenruhe anbieten. Allerdings nicht ohne Bedingungen. Die Kampfpause ist bitter nötig, um die leidende Zivilbevölkerung zu versorgen.

Sechs Wochen nach Beginn der Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen hat Saudi-Arabien eine fünftägige humanitäre Waffenruhe angeboten.

Die Umsetzung der Offerte hänge aber davon ab, dass sich auch „die Huthis in vollem Umfang daran halten“, sagte der saudische Außenminister Adel al-Dschubair bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem amerikanischen Amtskollegen John Kerry in Riad. Die Feuerpause soll den Transport von Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung ermöglichen.

„Die Waffenruhe wird bald in Kraft treten, aber die Einzelheiten müssen noch besprochen werden“, sagte Kerry, ohne ein Datum zu nennen. Er forderte die Huthis und ihre Unterstützer auf, sich der Initiative anzuschließen. „Sie sollten diese Gelegenheit, den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, nicht verstreichen lassen“, fügte er hinzu. Reaktionen der Aufständischen lagen zunächst nicht vor.

Leidtragende sind am Ende die Zivilisten

Im Jemen kämpfen vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit dem 26. März Stellungen und Waffenlager der Huthis. Bei Kämpfen und Luftangriffen wurden seitdem nach UN-Angaben 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt.

Kerry war am Mittwoch in Riad eingetroffen und hatte sich unter anderem mit König Salman und dem jemenitischen Präsidenten Hadi getroffen. Von saudischer Seite hieß es, der US-Außenminister habe dem Monarchen den „humanitären Waffenstillstand“ vorgeschlagen. Saudi-Arabien wolle zudem alle jemenitischen Konfliktparteien zu einer Konferenz einladen, sagte Kerry vor der Presse.

Die saudischen Luftangriffe vermochten den Vormarsch der Huthis auf die südliche Hafenmetropole Aden einigermaßen zu stoppen. Doch wurden auch viele Zivilisten getroffen. Die Bombardierung von Flughäfen und die Blockade der jemenitischen Häfen schnitten die Bewohner des ärmsten arabischen Landes zudem von der Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff ab. Internationale Hilfsorganisationen sprechen von einer nahenden humanitären Katastrophe.

UN-Botschafter erbittet Hilfe

Zuletzt drohte der Bürgerkrieg zu eskalieren. Am Mittwoch stießen die Huthis auf das Hafenviertel von Aden vor und schossen mit Granaten auf Boote, die Flüchtlinge an Bord hatten. Dutzende Menschen seien gestorben, berichteten Augenzeugen. Der Hadi-treue jemenitische UN-Botschafter wandte sich am selben Tag an den UN-Sicherheitsrat in New York und forderte das Gremium auf, Bodentruppen zu entsenden. Es gehe darum, „den Jemen, vor allem Aden und die südliche Stadt Tais, zu retten“, schrieb er.

Eine gefährliche Zuspitzung erfuhr der Konflikt auch im nördlichen Grenzgebiet zu Saudi-Arabien, dem Kernland der Huthis. Die Aufständischen beschossen die saudische Grenzstadt Nadschran mit Raketen und Granaten. Bei den Angriffen der vergangenen zwei Tage wurden dort neun Saudis getötet. Riad beantwortete die Attacken mit Luftangriffen auf die Huthi-Hochburg Saada.

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Riad blockiert Waffenruhe im Jemen

(Bildquelle: AFP/Saleh Al-Obeidi)

Huthi-Rebellen im Zentrum von Aden. Hilfslieferungen noch nicht möglich

Saudi-Arabien setzt alles daran, die aufständischen Huthi-Rebellen im Jemen zu schlagen. Zugleich behindern die Machthaber in Riad alle Versuche, eine diplomatische Lösung zu finden oder einem Waffenstillstand zu vereinbaren. Derzeit konzentrieren sich die Angriffe der Allianz auf die südliche Hafenstadt Aden: Seit mehreren Tagen toben Straßenkämpfe in der Stadt. Am Sonntag waren die Aufständischen erneut bis ins Zentrum vorgestoßen. In den Vororten seien Explosionen zu hören, berichteten Einwohner am Montag. Ein ausländisches Kriegsschiff habe Huthi-Positionen beschossen. Sollten die Rebellen die Stadt einnehmen, könnten sie den Hafen und später sogar vielleicht den Golf von Aden kontrollieren.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bemühte sich bis Montagabend vergebens, lebenswichtige medizinische Güter und Helfer in den Jemen zu bringen. Die Frachtflugzeuge könnten auf dem Flughafen der Hauptstadt Sanaa nicht landen, sagte IKRK-Sprecherin Sitara Jabeen in Genf. Das IKRK will zudem per Boot vier Chirurgen aus Dschibuti nach Aden bringen. Für diese Aktion fehlt die erforderliche Zustimmung aller Kampfparteien.

Das IKRK hatte am Sonnabend eine 24-stündige Kampfpause gefordert, um die notleidende Bevölkerung versorgen zu können. 48 Tonnen Medikamente und andere medizinische Hilfsgüter stünden bereit, um per Luft, Straße oder Wasser in den Jemen gebracht zu werden. Damit sollen bis zu 3000 Menschen versorgt werden.

Keine Entscheidung

Am Wochenende hatte zudem der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Russlands in einer Sondersitzung über den Jemen-Konflikt beraten. Russland forderte, dass Saudi-Arabien und seine Verbündeten ihre Luftangriffe auf Ziele im Jemen vorerst stoppen, damit der notleidenden Bevölkerung geholfen werden könne. Das Gremium musste jedoch die Entscheidung verschieben, weil Riad blockiert. Die Ratsmitglieder brauchten noch Zeit, den russischen Vorschlag zu überdenken“, erklärte offiziell Jordaniens UN-Botschafterin Dina Kawar nach der zweieinhalbstündigen Debatte im Sicherheitsrat. Die Diplomatin führt in diesem Monat den Vorsitz im Gremium.

Einkreisung verhindern

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen aus dem Norden, die der schiitischen Sekte der Zaiditen angehören, gegen Regierungstruppen und Anhänger des geflohenen Präsidenten Hadi. Auf der Seite der Huthis stehen Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Salih gegenüber loyal blieben. Eine von Saudi-Arabien geführte Allianz bombardiert nun seit knapp zwei Wochen Huthis und Salih-loyale Truppen, wobei immer mehr zivile Opfer zu beklagen sind.

Offiziell erklärt Saudi-Arabien, mit der Aktion solle die Hadi-Regierung wieder ins Amt gebracht werden. Tatsächlich jedoch kämpfen die Saudis an der Jemen-Front gegen Teheran: in der Huthi-Miliz sehen sie einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise angeblich die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle. Experten halten diese Einschätzung für übertrieben. Teheran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber keinen operativen Einfluss auf sie.

Mit den Militärangriffen wollen die Saudis zudem eine befürchtete „schiitische“ Einkreisung verhindern. Für das wahabitische Königshaus ist es eine unerträgliche Vorstellung, dass die Schiiten – die sie als Ketzer betrachten – in weiteren arabischen Ländern an die Macht kommen. Seit 1979 herrschen Schiiten im (persischen) Iran; nach dem Sturz Saddam Husseins 2003 im Irak kam dort eine von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gewählte Regierung an die Macht; Syrien wird vom Assad-Clan und damit den (schiitischen) Alawiten kontrolliert; in Bahrein rebelliert die schiitische Bevölkerung gegen Ungleichheit.

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Türkei: PKK-Chef Öcalan will Friedensprozess wieder in Gang bringen

(Bildquelle: Reuters/Ralph Orlowski)

Diyarbakir – Der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat seine Anhänger zur Fortsetzung des ins Stocken geratenen Friedensprozesses aufgerufen.

In einer Botschaft zu den kurdischen Neujahrs-Feierlichkeiten bekräftigte er am Samstag seine Forderung, den bewaffneten Aufstand gegen den türkischen Staat zu beenden. Die PKK solle auf einem Kongress „eine politische und gesellschaftliche Strategie“ festlegen, um „eine demokratische Lösung und Frieden“ zu ereichen, erklärte Öcalan am Samstag. Der Kampf der Bewegung sei nicht vergeudet, aber er lasse sich nicht aufrecht halten. Öcalan ging jedoch nicht so weit, ein sofortiges Niederlegen der Waffen zu verlangen.

Seine Botschaft wurde auf einer Neujahrs-Veranstaltung in Diyarbakir im Südosten der Türkei verlesen, zu der Zehntausende Kurden kamen. Vor zwei Jahren hatte Öcalan an selber Stelle einen Waffenstillstand ausgerufen und schriftlich erklärt, es sei an der Zeit, die Waffen schweigen und die Politik reden zu lassen. Zwei Monate später begannen seine Kämpfer, sich in den benachbarten Irak zurückzuziehen, nachdem den Kurden in der Türkei mehr Rechte in Aussicht gestellt wurden. Die Regierung verzögerte den Prozess jedoch nach Auffassung der PKK, weshalb diese im September 2013 den Abzug stoppte. Die Waffenruhe hält zwar weitgehend. Doch das gegenseitige Misstrauen sitzt tief.

In jüngster Zeit kamen zusätzliche Spannungen auf. Die türkische Regierung unternimmt nach Ansicht vieler Kurden zu wenig zum Schutz der Kurden im benachbarten Syrien gegen die vorrückende Miliz Islamischer Staat (IS).

Die PKK griff 1984 zu den Waffen. Seitdem wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Von der Türkei sowie der Europäischen Union und den USA wird die Gruppe als Terror-Organisation eingestuft.

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UN: Mehrjährige Waffenruhe für Aufbau in Gazastreifen erforderlich

(Bildquelle: cihan)

Laut UN bedarf es eines mehrjährigen Waffenstillstandes, um den Gazastreifen aufzubauen. Der Aufbau stockt auch, weil die internationale Staatengemeinschaft ihre zugesagten Hilfsgelder nicht überweist.

Die Spuren des 50-tägigen Krieges vergangenen Sommer im Gazastreifen sind allgegenwärtig. Von Aufbau kann in dem schmalen Küstenstreifen nicht die Rede sein. Hierzu bedarf es Zeit. „Der Aufbau von Gaza wird Jahre dauern und dafür brauchen wir Zeit und den Einsatz aller Beteiligten für einen langfristigen Rekonstruktions-Waffenstillstand“, wird der scheidende Sondergesandte für den Nahen Osten Robert Serry in der israelischen Zeitung „Haaretz“ zitiert. Er was zum Wochenauftakt in die Region gereist.

Bei seinem Besuch hat sich Serry auch mit Vertretern der im Gazastreifen regierenden Hamas getroffen. Dabei habe die Hamas sogar angedeutet, den Tunnelbau für die nächsten Jahre einzustellen, wenn die Blockade durch Israel und Ägypten aufgehoben werde. Erschwert wird die Lage für die Palästinenser im Gazastreifen, weil die internationale Staatengemeinschaft ihre zugesagten Hilfen nicht einhält. Noch immer leben deswegen Zehntausende Menschen in Notunterkünften.

Hamas will Tunnelbau stoppen, wenn Blockade aufgehoben wird

Gleichzeitig laufen die Untersuchungen der UN zu den Kriegsverbrechen bei dem Konflikt im vergangenen Sommer auf Hochtouren. Ein erster Bericht dazu sollte am 23. März veröffentlicht werden. Sowohl die israelische als auch die palästinensische Seite hätten mehr Zeit gefordert, um weiteres Beweismaterial einzureichen. Dieser soll jetzt deswegen im Juni veröffentlicht werden.

Palästina wird Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs

Ab dem 1. April fallen die besetzten Palästinensergebiete, Ostjerusalem und der Gazastreifen in den Zuständigkeitsbereich des Internationalen Gerichtshofs (IStGH). Am Silvesterabend hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einen entsprechenden Antrag an die UN eingereicht. Damit kann das Gericht Straftaten wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachgehen. Israelischen Soldaten und Palästinensern droht dann die Verfolgung durch das UN-Gericht.

Bei dem Krieg wurden nach neuesten Erkenntnissen auf palästinensischer Seite 2.256 Menschen getötet, darunter 538 Kinder.

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Regierung und Rebellen vereinbaren Waffenruhe für den Norden Malis

(Bildquelle: F. Batiche/AFP/Getty Images)

Die anhaltend instabile Lage in dem westafrikanischen Staat bewahrt jedoch vor allzu großem Optimismus: Die Verständigung von Regierung und mehreren Rebellengruppen ist allenfalls ein Hoffnungsschimmer.

Die malische Regierung und sechs bewaffnete Rebellengruppen – mehrheitlich Tuareg – haben eine umfassende Waffenruhe für den Norden der Landes vereinbart. Regierung und Aufständische erklärten sich zur „Beendigung aller Arten von Gewalt“ und „jeglicher provokativer Handlungen oder Äußerungen“ bereit. Das entsprechende Dokument wurde in der algerischen Hauptstadt Algier unterzeichnet.

Darüber hinaus verpflichten sich die Konfliktparteien in der Vereinbarung, die Verhandlungen in konstruktivem Geist weiterzuführen, unter anderem durch die gegenseitige Freilassung von Gefangenen. An der Zeremonie nahmen auch Mongi Hamdi, der Chef der 9300 Blauhelme starken UN-Truppe für Mali (MINUSMA), sowie der algerische Außenminister Ramtane Lamamra teil.

Auch Bundeswehr an Mali-Mission beteiligt

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt worden. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Trotz Frankreichs Eingreifen und der MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen) ist die Lage im Norden weiter sehr instabil.

An der UN-Mission in dem westafrikanischen Staat ist auch die Bundeswehr beteiligt, bis zu 150 Soldaten können entsendet werden. Stützpunkt der deutschen Lufttransportmaschinen ist Dakar im Senegal.

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Konfliktparteien im Südsudan vereinbaren erneut Ende der Kämpfe

(Bildquelle: AFP / Getty Images)

Noch keine vier Jahre ist der Südsudan unabhängig, seit einem Jahr herrscht Bürgerkrieg. Zum wiederholten Male einigten sich nun die Konfliktparteien auf ein Ende der Kämpfe. Hält der Waffenstillstand?

Südsudans Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar unterzeichneten in der tansanischen Stadt Arusha ein Abkommen, das die beiden rivalisierenden Flügel der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) wieder zusammenbringen soll. Die SPLM hat sich infolge des Konflikts zwischen Kiir und seinem langjährigen Rivalen und früheren Stellvertreter Machar nach der ethnischen Zugehörigkeit der beiden Kontrahenten aufgespalten.

Zehntausende Tote

Seit Beginn des Konflikts im Dezember 2013 wurden im Teufelskreis der Gewalt zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende aus ihren Häusern vertrieben. Der Bürgerkrieg brachte das ohnehin arme Land an den Rand einer Hungersnot. Bisherige Bemühungen zur Beilegung des Konflikts scheiterten stets nach kurzer Zeit. Zuletzt trafen sich Kiir und Machar im November in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Sie einigten sich dabei auf eine Waffenruhe, doch wurde sie bereits nach wenigen Stunden gebrochen.

Nach Unterzeichnung des neuen Abkommens sagte Tansanias Außenminister Bernard Membe, er gratuliere beiden Seiten dafür, ihre Partei zum Wohl des Landes wieder zu vereinen. Mehrere Präsidenten der Nachbarländer wohnten der Unterzeichnung bei, die von Tansanias Präsident Jakaya Kikwete vermittelt wurde. Genaue Angaben zu der Vereinbarung wurden nicht gemacht.

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